Kapitel 141 (Buch 5, 18)

Aen me Glaeddyv, zvaere a Bloedgeas

Anna schreckte aus dem Schlaf hoch, als sie einen entfernten, lauten Tumult wahrnahm. Irgendwo lief jemand mit scheppernden Rüstungsteilen und von unten, aus der Großen Halle, konnte man einen anderen Mann Befehle brüllen hören. War das Henrik? Augenblicklich fühlte sich die Novigraderin hellwach und saß in ihrem Bett, wie eine Eins. Sofort sprangen ihr die wildesten Gründe für nächtlichen Tamtam durch den Kopf - ein übler Angriff von außen, Monster, aufwieglerische Bürger, die Not eines Mitglieds der Jarlsfamilie - und man konnte sich kaum versehen, da kam die Frau auf die Beine. Anna entzündete kein Licht, denn das hätte sie nur Zeit gekostet. Sie strich sich das beige Unterkleid, in dem sie geschlafen hatte, vorne glatt, während sie schon alarmiert zum Fenster eilte. Denn von dort aus drang nicht nur der Schein des Mondes in den Raum, sondern auch ein entferntes, orange-gelbes Licht, das sofort nach ihrer Aufmerksamkeit haschte. Beinahe stolperte die Kriegerin auf ihrem Weg über ihre dreckigen Stiefel, die mitten im Raum herumlagen. Doch sie fing sich und kam an das elfische Glasfenster, das gen Stadt zeigte. Irgendwo rief jemand laut nach Hjaldrist.

“Was…?”, atmete Anna zerfahren, als sie Feuer sah. Im ersten Moment erstarrte sie wie zur Eissäule und fühlte sich auch wie eine, denn sie glaubte, irgendein Teil der Falkenburg brenne. Doch als sie die Augen zusammenkniff, um besser zu sehen, erkannte sie, wie das Haus des Waffenschmieds in Flammen stand; Was nicht viel besser war, denn dessen Werkstatt war jene, die das Jarlshaus und all seine Bediensteten belieferte. Nebenher befanden sich unweit ein Wohnhaus und der große Stall Rists.

“Scheiße!”, stieß Anna aus, als ihr dies gewahr wurde. Wie von der Hornisse gestochen hetzte sie daraufhin los. Sie zog sich nicht einmal die Stiefel an, sondern fasste nur fahrig nach einem ihrer zwei Gürtel, die nahe der Zimmertüre an schmiedeeisernen Haken hingen. Es war der, an dem noch die Messerscheide Annas mitsamt Klinge hing.

Als sie die kalten Stufen nach unten folgend auf bloßen Füßen nahm, legte sie sich ihren Ledergürtel schlampig um und kam, kaum dass eine Minute vergangen war, in der Haupthalle der Burg an. Selten hatte sie das kurz nach dem Aufwachen so schnell geschafft. Bjalka und Matilda waren hier und ganz aufgeregt. Und man sah ihnen an: Hätte ihr Jarl ihnen nicht streng befohlen eisern an ihren Plätzen zu verharren, wären sie losgeeilt, um nach draußen zu gehen.

“Anna?”, rief Matilda ihrer Kollegin auffordernd nach, doch die winkte im Laufen ab und stob zum hohen Festungstor hinaus. Der Gestank nach Qualm und Ruß hing hier bereits dick in der Luft und kratzte unangenehm in der Kehle. Kurz hustete die Alchemistin und kam an die Treppe, die vom Tor aus auf den Hauptweg führte. Und dort unten herrschte aufgebrachtes Treiben, denn das Feuer, das von der Schmiede ausgehend gen Nachthimmel leckte, war riesengroß und hatte bereits auf ein Nachbarhaus übergegriffen. Hatte der Brand von Anna’s Fenster aus noch relativ klein angemutet, so tanzte er nun meterhoch empor und schien all die Leute ringsum schadenfroh zischend und knackend auszulachen.

“Anna!”, dieses Mal war es nicht Matilda, die rief, sondern Hjaldrist. Er sah nicht so aus, als sei er gerade auch erst aufgewacht, sondern trug noch seine volle Montur: Gehrock, Stiefel, Fellumhang, Waffen. Wahrscheinlich hatte er, über Büchern und Briefen brütend, wieder viel zu lange gearbeitet oder einfach nicht schlafen können. Und als er seine Freundin ansprach, hielt jene kurz inne und sah zu dem Jarl hin, der Henrik just irgendwelche Befehle gegeben zu haben schien. Nun stierten beide Männer unschlüssig her.

“Wo willst du hin?”, fragte der dunkelhaarige Adelige im Bunde und seine Kumpanin atmete schwer durch. Sie räusperte sich ihrer vom Rauch kratzigen Kehle wegen.

“Zum Stall.”, sagte sie und bemerkte dabei, wie Rist gleich verstand wieso. Er nickte hastig und versuchte es nicht einmal der leicht bekleideten Anna ihren Plan auszureden. Er wusste sicherlich, dass jene seinen Befehl nur mit einem ‘Bin nicht im Dienst’ oder einem patzigen ‘Ich überlasse die Pferde doch nicht dem Feuer’ quittiert hätte.

“Ich komme mit.”, sagte er stattdessen entschlossen.

“Hjaldrist!”, mahnte Henrik, doch sein angesprochener Vorgesetzter berührte den Schrank von Mann nur beschwichtigend am Unterarm. Dann lief Rist schon los, um zur wartenden Frau im Unterkleid aufzuholen. Der bullige Anführer der Huskarle schien längst ganz genaue Befehle zu haben, denn er blieb tief durchatmend stehen. Bestimmt hieß es, er und die anderen Zehn im Nachtdienst sollen über die Festung, Swantje, Haldorn, Pavetta und Merle wachen. Denn wenn es in der Stadt eine Ablenkung, wie ein großes Feuer, gab, dann wäre es Verrätern oder anderweitigen Angreifern ein Leichteres in die Feste zu gelangen. Jedenfalls dann, wenn man die Huskarle abzog, um den Brand zu löschen. Und, bei Melitele, Letzteres war wahrlich nicht deren Aufgabe und das hatte Rist zum Glück bedacht.

“Komm. Los, los!”, maulte Anna, als sie mit gerafftem Kleidsaum die steinerne Treppe nach unten rannte und ihr bester Freund folgte ihr auf dem Fuße. Denn sie wollte keine Sekunde länger vergehen lassen, als nötig. Wenn das Feuer der Waffenschmiede nämlich auf die Stallungen übergriff, wären die Pferde der gesamten Burgbesatzung in Gefahr. Und abgesehen davon, dass die ehemalige Monsterjägerin Tiere liebte, wäre der Verlust der wertvollen Tiere ein harscher.

Rist und Anna kamen auf die Hauptstraße, wo Menschen bereits eine Kette gebildet hatten, um Wassereimer zum Brand zu transportieren. Die Stadtwache versuchte dies zu koordinieren und auch Haldorn mitsamt seiner Mannschaft war da. Letztere mussten jüngst aus der Schänke gekommen sein, so, wie sie aussahen.

“Mina!”, weinte eine Frau laut “Mina ist noch da drin!”

Sie presste sich die Hände an den Mund und war ganz blass, als sie dem Feuer aus nassen, aufgerissenen Augen entgegensah. Die züngelnden Flammen schlugen so hoch und weit, dass man sich ihnen auf keine fünf Meter nähern konnte. Rist, der das Heulen der blonden Dame von eben gehört hatte, hielt abrupt inne und wand sich zu jener herum. Anna sah, wie er erst die verzweifelte Frau betrachtete, dann die brennende Schmiede. Er wollte los eilen, doch die Schwertkämpferin erwischte ihn am Ärmel, um ihn davon abzuhalten einfach so auf den sengenden Brand zuzurennen. Die Dame von eben weinte laut und brach zusammen. Ihr Mann, der Schmied, der über und über mit Ruß bedeckt war, stand ihr ratlos bei.

“Arianna!”, mahnte der Jarl, der noch immer eisern am Arm festgehalten wurde. Doch seine ihm eigentlich Unterstellte reagierte nicht darauf. Anna würde nämlich den Teufel tun ihren Freund blind in die lichterloh brennende Schmiede laufen zu lassen. Die Hitze der Flammen war doch schon bis hierher unglaublich und Rist wäre in ihnen vergangen.

“Vergiss es.”, brummte die Kurzhaarige also und der Schönling verengte die Augen unzufrieden. Im selben Moment stob ein Mann der Stadtwache durch die schockierte Menge, die gaffte oder Wasser heranschaffte. Er hatte seine Rüstungsteile abgelegt und sich einen dicken, nass getränkten Mantel über den Kopf geworfen. Die Leute schrien überrascht auf, als er kam und direkt auf das lodernde Haus zulief. Anna verstand kaum, was geschah, da war der Soldat schon inmitten des Feuers verschwunden. Verdattert beobachtete sie das, besann sich dann aber wieder darauf, was sie eigentlich vorgehabt hatte. Die Monsterkundige zog noch einmal auffordernd am Ärmel des Jarls und ließ ihn dann los, um sich abzuwenden und gen Stall zu rennen. Die Steinchen am Weg stachen ihr beim Laufen unangenehm in die bloßen Fußsohlen, doch sie versuchte das zu ignorieren. Im Dunkel der späten Nacht, die nur vom bedrohlichen Feuer der Werkstatt und der beiden Häuser daneben erhellt wurde, hastete Anna zu den Pferden. Hjaldrist war nicht mehr bei ihr. Sicherlich käme er nach, wenn er sich dessen versichert hätte, dass seine lebensmüde Stadtwache wieder wohlbehalten aufgetaucht wäre. Also kam die Giftmischerin allein bei den großen Stallungen an, wo sich der strubbelige Stalljunge gerade zusammen mit einem Krieger der einfachen Wache mit den Tieren abmühte. Einige von den unruhigen Pferden hatte man bereits aus dem walknochen-verstärkten Unterstand geführt, um sie in sicherer Entfernung an die Stadtmauer oder die Balken einer Hütte zu binden. Sie einfach so freizulassen, hätte ein Chaos bedeutet. Denn die Vierbeiner hier waren, bis auf Apfelstrudel, keine Arbeitsgäule, sondern Schlachtrösser und scheuten nicht davor zurück Leute, die ihnen im Wege standen, einfach niederzutrampeln. Und während der ächzende Mann, der ein für die Stadtwache übliches, einfaches, olivgrünes Gambeson trug, soeben den scheuenden Saov aus dem Stall holte, eilte Anna an ihm und dem aufgebrachten Stalljungen vorbei, um zu den verbliebenen Tieren zu kommen. Jene wieherten laut und warfen die Köpfe ängstlich in die Luft. In ihren Boxen traten sie aufgebracht auf der Stelle und scharrten mit den Hufen am Grund. Apfelstrudel und Saov waren nicht mehr hier. Also wandte sich die Novigraderin einem wahllosen Pferd zu, nahm sich dessen Halfter vom kleinen Haken vor dessen Platz und beugte sich über die hölzerne Tür von dessen Box, um es am Kopf zu erwischen. Ehe sich das Pferd wehren konnte, bekam es schon einen Ledergurt über die pelzigen Ohren gezogen und Anna ließ es frei, nachdem sie sich die Zügel um die Hand gewickelt hatte. Sie musste ob des Qualmes von nebenan erneut husten und spuckte angewidert aus.

“Raus mit dir.”, flüsterte sie dann, als sie das nervöse Pferd erst von dessen Stellplatz, dann ins sichere Freie zog. Sie lief neben dem Braunen her und führte ihn zu den anderen Gäulen. Dies wiederholte sie zweimal. Das, bis sie an das Pferd von Henrik kam; an einen gescheckten, großen Hengst in Weiß und Schwarz, der vom Temperament her kaum von irgendeinem anderen Tier der Stadt übertroffen wurde. Nichts desto trotz kam die abgekämpfte Anna ohne zu zögern zu ihm, legte ihm das punzierte Halfter an und holte ihn aus seiner Box. Funken der nahe brennenden Häuser hüpften bereits auf das Dach des Stalles, in dem noch drei Tiere verblieben. Glut setzte sich auf das Strohdach des Unterstandes aus riesigen, gebogenen Rippen und Holz, während Anna mit Henrik’s Vierbeiner hinaus eilte. Das sehr eigene Pferd wieherte und stieg. Die Kriegerin im Unterkleid zerrte dessen Haupt zu sich und wollte es beruhigen. Der Mann der Wache rannte ebenso wieder in den Stall, um eines der letzten Rösser zu retten, als der Hengst Henriks austrat und den Kerl beinahe erwischte. Auch Rist war jetzt da. Dessen Freundin hatte gar nicht realisiert, wann er hier aufgetaucht war.

“Verdammt!”, fluchte Anna, die das Pferd Henriks kaum halten konnte “Krieg dich ein, du Mistvieh!”

Sie ließ den Zügel etwas lockerer, um nicht umgerissen zu werden, und der Hengst stieg abermals. Dieses Mal ließ sie ihn. Dann zog sie ihn ein paar Meter weiter. Das Tier tänzelte unruhig, doch kam endlich mit. Einmal setzte es kurz vor; Anna hielt es im Zaum, doch dafür trat ihr der schwere Hengst mit dem beschlagenen Huf auf den nackten Fuß. Schmerzlich stöhnte die Kurzhaarige und glaubte, sie knicke augenblicklich ein. Ihre trockene Kehle verließ ein wüster Fluch und sie biss die Zähne knirschend zusammen, denn gerade, da hieß es ‘Augen zu und durch’. Es dauerte daraufhin und mit der Hilfe des Jarls nurmehr wenige Minuten, da waren alle Pferde in Sicherheit. Der Stalljunge und der Wachmann waren bereits losgeeilt, um Wasser zu holen. Noch brannte das Dach der schönen Stallungen nicht. Und würde man das trockene Stroh darauf jetzt noch schnell anfeuchten, wäre die Gefahr eines Übergreifens des Feuers nicht so groß.

Ächzend lehnte sich Anna solange an ein niedriges Mauerstück nahe den beunruhigten Pferden und hob den verletzten Fuß, um ihn im wenigen Licht ansehen zu können. Sie sah Blut und spürte, wie ihr der Schmerz pochend bis in das Knie hochjagte. Scheiße. Und das, wo sie die nächsten Tage mit Matilda trainieren wollte…

“Alles in Ordnung?”, fragte der etwas atemlose Rist, als er zu seiner Kollegin eilte. Er betrachtete sie kurz, wie sie da auf nur noch ein Bein gestützt am Zaun stand und das Gesicht ihres Fußes wegen unzufrieden verzog. Sie kniff ein Auge zusammen und nickte leicht.

“Nichts gebrochen.”, stöhnte sie “Glaube ich. Ah, d’yaebl… Ich hätte meine Stiefel anziehen sollen.”

Sofort trat der Undviker näher und ließ den Blick besorgt auf den blutenden Fuß seiner Freundin sinken. Dann kam er gleich neben sie, um sich ihren Arm entschlossen über die Schultern zu legen.

“Ab zum Heiler… der Stalljunge und die Wache kümmern sich nachher schon um die Pferde.”, entschloss er dabei ernst und Anna sah etwas überfordert auf, als sie eine stützende Hand an der Taille spürte. Der Stoff ihres Leinenkleides war so dünn, dass sie bemerkte, wie warm die Finger des Anderen waren. Doch sie beschwerte sich nicht, riss sich zusammen und hielt sich dankbar an Hjaldrist fest, um neben ihm den Weg entlang zu humpeln und dabei wie ein Rohrspatz zu schimpfen, um nicht noch wehleidig zu jammern.

 

Die Schmiede und dessen Nebenhaus brannten noch bis in die frühen Morgenstunden und als die Sonne aufging, standen nurmehr deren Grundmauern. Warum, das wusste niemand und man konnte nur mutmaßen, denn der Schmied habe seine Feuer vor dem Zubettgehen ausgemacht. Der Stall und andere Gebäude waren, Melitele sei Dank und abgesehen von ein paar kleinen angekohlten Stellen, heile geblieben. Anna hatte in dieser Nacht noch eine Weile im Lazarett verbracht und während man sich um ihren gequetschten Fuß gekümmert hatte, hatte man auch Mina zu den Heilern gebracht. Sie war die Tochter des Schmiedes, die die wagemutige Wache mit dem tropfend nassen Mantel aus dem Feuer gezogen hatte. Die rotblonde Frau war in einem erbärmlichen Zustand gewesen, doch deren Retter namens Thure war zum Glück so gut wie unversehrt geblieben. Bis auf ein paar wenige Verbrennungen an Armen und Beinen ging es ihm gut und die Heiler Caer Gvalch’cas hatten ihn als Helden betitelt. Dafür, dass er so selbstlos in die Flammen gelaufen war, um die arme Mina zu retten. Anna hatte in der Krankenstation sitzend beobachtet, wie Thure die Bewusstlose panisch zu den Medizinern gebracht hatte. Auch Hjaldrist war noch anwesend gewesen und hatte mit ansehen müssen, wie man die erbärmlich schreiende Schmiedstochter erst in nasse, kühle Lappen eingewickelt hatte und es später soweit gekommen war, dass man sie hatte wiederbeleben müssen. Es war grässlich gewesen, doch irgendwie hatten es die versierten Heiler geschafft die Dame mit den schweren Verbrennungen am Ende zu stabilisieren. Thure war die ganze Zeit über bei ihr geblieben und das, obwohl er sie kaum persönlich kannte. Er war ein guter Kerl und hatte sich den Respekt aller redlichst verdient, fand Anna. Und nicht nur sie. Rist war noch, bevor er seinen hinkenden Huskarl in dessen Zimmer begleitete hatte, an Thure herangetreten, um ihm dankend die Hand zu drücken und ihm den Rücken zu klopfen. Der Soldat mit den kurzen, schwarzen Haaren und dem gepflegten Vollbart hatte dabei ausgesehen, als falle er gleich in Ohnmacht. Er schien viel von seinem Jarl zu halten und es hatte Anna zum Schmunzeln gebracht zu sehen, wie atemlos der verrußte Thure gestarrt hatte, als ihn der Clananführer erst mit lobenden Worten bedacht und dann seine behandschuhte Hand erwischt hatte.

Und es blieb in der kommenden Zeit nicht nur bei einem Dank des Jarls. Denn wenige Tage später schon, hatte Hjaldrist seinen Huskarlen erklärt, dass er es der mutigen Stadtwache gerne ermöglichen würde ein Leibgardist zu werden und damit wieder über eine gerade Anzahl an eben jenen zu verfügen: Über 22. Henrik hatte schnell eingewilligt und Darion hatte sich dazu bereit erklärt Thure unter seine Fittiche zu nehmen. Und heute, eineinhalb Wochen nach dem Brand in der Schmiede, sollte der wackere Mann zum Rekruten innerhalb der Huskarl-Hierarchie werden. Es war ein Rang, den Anna vor vielen Wochen und ihrer besonderen Vorgeschichte mit Hjaldrist wegen übersprungen hatte. Als sie den bindenden Eid abgelegt hatte, war sie demnach gleich zum vollwertigen Mitglied der Huskarle geworden. Thure müsste sich dahingehend noch beweisen und dennoch trat er heute ziemlich stolz vor seinen Jarl, der am Ende der Großen Halle der Falkenburg auf ihn wartete. Die ganze Adelsfamilie war hier versammelt, sowie Henrik, Anna, Matilda und alle Gardisten, die man hatte entbehren können. Und während Hjaldrist’s Verwandten vor dem Jarlsthron standen und dabei zusahen, wie Thure vor sie kam, standen die Huskarle Spalier.

“Wie aufgeregt er ist…”, wisperte Bjalka Anna von der Seite aus zu und die Novigraderin in pflaumenfarbenem Kleid und blau-grüner Schärpe verkniff sich ein Grinsen.

“Pst.”, machte sie leise und ließ die schwarzen Augen auf dem besonderen Geschehen im Thronsaal liegen. Das hier war eine feierliche Zeremonie und ein großer Schritt im Leben des Mannes, dessen letzte Minuten als einfache Wache soeben verstrichen. Thure hatte sich eine schöne Tunika in Blautönen angezogen und seine Schuhe ganz offensichtlich blitzblank geputzt. Ein zotteliges, braunes Fell lag auf seinen Schultern und obwohl seine Engsten - Mutter, Vater, Tante, Onkel und der kleine Sohn - auch hier waren, war er sichtlich nervös. Man konnte es ihm nicht übelnehmen, dass ihm die Hände zitterten, von denen eine noch in einer dünnen Bandage steckte. Auch Anna war es vor Monaten so ergangen, wie ihm, als sie formell vor den Mann hatte treten müssen, dem gegenüber sie ein plagend schlechtes Gewissen gehabt hatte. Sie hatte es damals kaum glauben wollen, dass Hjaldrist ihr vertrauensvoll die Chance darauf geben wollte sich auf Undvik einzuleben und sich als Einundzwanzigste unter die hoch angesehenen Leibgardisten zu mischen. In ihren Augen hatte sie das zu jenem Zeitpunkt nicht verdient. Und auch heute zweifelte sie manchmal stark an sich. Etwas abwesend beobachtete Anna, wie Henrik nun neben Rist trat, um Thure mit einem breiten Lächeln im Gesicht zu begrüßen. Merle wirkte im Hintergrund ganz hibbelig und bekam von Pavetta einen Klaps gegen den Hinterkopf. Haldorn grinste deswegen und Swantje kräuselte die Brauen.

“Thure ist heute zu uns gekommen, weil er den großen Schritt wagen möchte der Leibgarde beizutreten.”, erhob Hjaldrist die Stimme, nachdem auch er dem Besagten freundlich zugenickt hatte “Wir begrüßen ihn in unserer Runde und sehen seiner Zeit bei uns mit Stolz entgegen, denn für unsere Gemeinde ist er ein Held. Er rettete völlig selbstlos ein Leben, ging dafür durchs Feuer, und die Götter mögen ihn dafür genauso hoch schätzen, wie wir es tun.”

Thure schluckte trocken und sah den Clanführer stumm an, als jener sprach. Man sah, wie der schwarzhaarige Wachmann versuchte sich ein breites Lächeln zu verkneifen und professionell zu wirken. Doch er schaffte es nicht so ganz, denn er freute sich so sehr.

“Trete also vor, Thure Olsson Ambjorgtir.”, endete Rist also zuversichtlich und mit hinter dem Kreuz verschränkten Armen “Und spreche den Eid.”

Der Aufgeforderte nickte schnell, als Henrik zu ihm kam, und hielt ihm die linke Hand ungeduldig darbietend hin. Der blonde Hüne zog daraufhin ein Messer, erfasste die zittrigen Finger des kleineren Anwärters und schnitt ihm quer über die helle Handfläche. Folgend trat Rist vor und schlug ein dickes, in Leder gebundenes Buch auf; den alten Kodex, in dem jeder Huskarl, solange er dem Jarl unterstand oder im Dienst starb, eine Seite besaß und auch behielt. Thure legte die blutende Linke auf die leere Buchseite vor sich und die bandagierte Rechte auf sein Herz. Dann begann er vor der gesamten Jarlsfamilie und seinem zukünftigen Hauptmann zu sprechen:

“Ich schwöre, alle Götter und Göttinnen zu Zeugen anrufend, dass ich nach bestem Vermögen und Urteil diesen Eid und diese Verpflichtung erfüllen werde:

Den, der mich die Kunst des Huskarls lehren wird, meinen Eltern gleich, zu achten, mit ihm das Essen und den Mantel zu teilen und ihn, wenn er Not und Schmerz erleidet, zu versorgen.

Meine Verordnungen werde ich treffen, zu Nutz und Zufriedenheit der Jarlsfamilie Undviks, nach bestem Vermögen und Urteil; Ich werde sie mit meinem Leben bewahren, vor Schaden, Leid, üblem Nachreden und willkürlichem Unrecht.

Ich werde die Eigenheiten meines Jarls achten und gegen jedermann verteidigen; Seine Schwächen werde ich schützen und ihm bei der Überwindung aller Hindernisse beistehen, wo er das braucht; Seinem Wort werde ich, allen Gegebenheiten zum Trotz Folge leisten.

Ich werde niemandem ein tödliches Gift verabreichen oder auch nur dazu raten.

Ehrenvoll vor den Göttern werde ich mein Leben und meine Waffenkunst bewahren.

Auch werde ich nicht für Ruhe unter den gemeinen Bürgern sorgen oder die Todesstrafe vollziehen, sondern es denen überlassen, deren Gewerbe dies ist.

Welche Häuser ich betreten werde, will ich zu Nutz und Zufriedenheit der Jarlsfamilie betreten, mich enthalten jedes willkürlichen Unrechtes und jeder anderen Schädigung, auch aller Werke der Wollust an den Leibern von Frauen und Männern.

Was ich im Vertrauen mit einem Mitglied der Jarlsfamilie sehe oder höre, werde ich, soweit man es nicht frei sprechen darf, verschweigen und solches als ein Geheimnis betrachten.

Wenn ich nun diesen Eid erfülle, von dem nur der Jarl mich freisprechen kann, und den Kodex nicht verletze, möge mir im Leben und in meiner Berufung Erfolg zuteilwerden und großer Ruhm bei allen Menschen bis in ewige Zeiten; Wenn ich ihn übertrete, das Gegenteil; Und wenn ich wissentlich meineidig werde und einem Mitglied der Jarlsfamilie damit schade, der Tod. Bei meinem Schwert, ich schwöre auf mein Blut. Auf den großen Jarl Undviks.”

Henrik nickte und Rist lächelte leicht. Und als Thure beinahe geendet hatte, holten die übrigen Huskarle Luft, um den letzten Satz seines Schwurs mit ihm zu sagen:

“Aen me Glaeddyv, zvaere a Bloedgeas, Ard Jarl aep Undvik”

Und damit sah Thure wieder auf und wirkte ungemein erleichtert. Rist nahm den Kodex wieder an sich, während Henrik dem Gardistenrekruten eine saubere Bandage in die blutverschmierte Handfläche legte. Dann umarmte er das neue Mitglied seiner Soldaten, wie einen Bruder. Auch Hjaldrist tat es dem Hünen auf die gewöhnliche, herzliche Art der Skelliger gleich: Er umarmte Thure und klopfte ihm dann lächelnd die Schulter. Beides hatte er damals, bei Anna, nicht getan. Er hatte ihr stattdessen nur die unversehrte Hand geschüttelt. Ja, nach ihrem Wiedersehen in Bogenwald war er lange noch recht grimmig und distanziert gewesen. Selbst an dem Tag, an dem er es seiner früheren Reisegefährtin ermöglicht hatte den Huskarlen beizutreten. Nur irgendwann, langsam, hatte sich das geändert. Und seit sehr wenigen Wochen fühlte es sich so an, als seien sie einander fast wieder so nah, wie vor ein, zwei Jahren. Nicht wahr? Ja, aber eben nur beinahe und womöglich würden sie nie wieder so unglaublich unbedarft miteinander umgehen, wie damals. Oder war das nur wieder das pessimistische Denken, das Anna seit dem Frühjahr so oft plagte? Denn ganz ehrlich? Seit sie zum Winterende, in Riedbrune, verstanden hatte, was ihre Flucht aus Undvik bedeutet hatte, ging es ihr ab und an richtig schlecht. Sie war damals nicht nur aus einer stupiden Einzelgänger-Phase heraus so vergrämt und kalt gewesen. Anna hatte später geglaubt, nach ihrer Versöhnung mit Hjaldrist würde das besser werden. Doch das war es nicht wirklich, denn an die Stelle alter Sorgen waren neue Zweifel getreten, die sie fertig machen wollten. Und sie verabscheute sie. Sie hasste es, dass sie krank war und irgendeinen wahnsinnigen Elfen im Kopf hatte. Jeden Tag, wenn sie in den Spiegel blickte und dabei einer Frau mit pechschwarzem Haar und unmenschlichen Augen entgegensah, wurde sie daran erinnert, in welcher Gefahr sie und alle um sie herum schwebten. Und wie Leute wie Rist dies herunterzuspielen versuchten. Es machte ihr Angst. Und manchmal erfüllte sie diese haltlose Panik nichts tun zu können innerlich so sehr, dass sie sich kaum noch auf ihren Alltag konzentrieren konnte. Denn auch in jenem hatte sie Probleme. Welche, die so viel kleiner waren, als Silven, Bluthusten und Ohnmacht, doch denen sie sich ihres Zustandes wegen oft nicht gewachsen fühlte. Es war erdrückend. Und manchmal war es ob dem unsagbar schwer nicht den ganzen Tag lang verbittert vor sich hinzustarren.

Anna realisierte erst, dass alle, bis auf sie, längst bei Thure waren, um ihn zu drücken, als Bjalka lachend nach ihr rief. Die Alchemistin sah aus ihren Gedanken auf und erschrak beinahe. Es war eine Reaktion, die Rist dazu brachte skeptisch herüberzulinsen und sein kritischer Blick war dabei der, der stumm nach einer plötzlichen Gedächtnislücke fragte. Anna schüttelte den Kopf, um jegliche Sorgen dahingehend für unnötig zu erklären. Man sah, wie der Jarl befreit durchatmete. Und dann machte sich Anna daran noch immer etwas hinkend zu all ihren Kollegen aufzuschließen, um Thure zu gratulieren und ihm die Hand zu schütteln. Sie umarmte ihr so gut wie Fremde schließlich nicht gern; auch dann nicht, wenn jene kleine Helden Caer Gvalch’cas waren.

 

Thure’s Eintritt bei den Huskarlen wurde am Abend noch laut von den selbigen gefeiert. Natürlich konnten nicht alle da sein, denn manche der Krieger hatten Schicht. Doch die, die frei hatten, hatten ihren neuen Bruder in die örtliche Taverne eingeladen. Zu ersteren gehörte auch Anna. Zunächst hatte sie nicht feiern gehen wollen, da ihr das Gasthaus immer viel zu voll erschien und sie dank Silven stets zu angespannt war, doch Bjalka hatte sie am Ende doch noch davon begeistern können. Die Leibwache mit der breiten Zahnlücke war am frühen Abend bei der überraschten Anna aufgetaucht und das mit einer Flasche Met in der Hand. Sie hatte breit gegrinst und gefragt, ob die Jüngere Lust darauf hätte zusammen mit Darion und ihr vorzutrinken und dann gemeinsam in die Schänke zu gehen. Die Kräuterkundige hatte erst ein wenig gezögert, sich dann aber überwunden und zugesagt.

Und nun saß Anna zusammen mit einem Dutzend ihrer Kollegen und Thure in der Taverne Falkenburgs und schlug ihren neuen Kumpanen und Henrik soeben haushoch beim Würfeln. Matilda, die nebenan saß, lachte schallend, als sie das entgeisterte Gesicht ihres großgewachsenen Hauptmannes und das zufriedene Grinsen der viel schmaleren Giftmischerin sah. Der besagte Hüne beugte sich vor und starrte den guten Wurf Annas ungläubig an. Jene wiederum, lächelte unschuldig, denn sie hatte sich heute die gezinkten Würfel von Rist ausgeliehen und spielte sich damit das Geld ihrer Getränke und des Schweinebratens von vorhin locker wieder ein.

“Tja.”, machte Anna schadenfroh und zog die Einsätze dieser Runde an sich heran. Sten, der ‘Skrugga-Bäcker’, war ebenso anwesend und lungerte neben der laut lachenden und bereits etwas angeheiterten Matilda herum. Er lächelte schief und wissend, verriet die schummelnde Novigraderin aber nicht.

“Ah, Mörhogg!”, fluchte Henrik laut, haute mit der flachen Hand auf den Tisch und winkte die Schankmagd herbei, um sich noch ein Bier zu bestellen “Eine Runde würfele ich noch! Aber dann ist Schluss!”

“Ich dachte, als Hauptmann verdient man gut!”, lachte Matilda.

“Ahh, sei still!”, maulte der Kerl. Er und Thure schnippten erneut ihre klimpernden Einsätze auf den fleckigen Tisch. Anna tat es ihnen gleich und man konnte nach ihrem darauffolgenden, wieder ungemein guten Wurf gar nicht so schnell schauen, da hatte sie die gezinkten Knochenwürfelchen wieder mit den normalen aus ihrem Ärmel ersetzt. Niemand, bis auf Sten, der verschlagen in seinen großen Humpen grinste, bemerkte es.

Der Abend verlief auch weiterhin erstaunlich gut und Anna schaffte es daher ein wenig abzuschalten und mit den anderen zu lachen. Nach zwei Krügen Met war auch sie etwas beduselt und dies wollte der neue Huskarl im Bunde wohl ausnutzen. Denn nach einer kurzen Runde durch die Taverne, um für alle das berühmte, rote Beerenkompott der Schänke zu bestellen, kam er zurück und setzte sich direkt neben die jungenhafte Novigraderin, die das Treiben im Haus froh beobachtete.

“Also”, fing der Schwarzhaarige mit den verbundenen Händen an, räusperte sich vernehmlich und beäugte die Frau interessiert von der Seite aus. Es wirkte, als habe er nur so auf den Moment gewartet, an dem der Alkohol Anna, sowie auch ihn, redseliger machte. Vielleicht wäre er sonst zu schüchtern gewesen, um mit der Gleichaltrigen im dunkelblauen Kleid zu sprechen.

“Du bist die Hexerin, nicht wahr?”, fragte der Skelliger zögerlich “Ich habe schon von dir gehört. Du warst eine Zeit lang in aller Munde, weil du angeblich zaubern kannst.”

Anna hob die Brauen und linste zum neugierigen Thure hin.

“Aha?”, machte sie knapp und nahm einen Schluck aus ihrem halbvollen Zinnhumpen.

“Ja”, nickte der neue Huskarl-Rekrut erwartungsvoll “Es kommt nebenher nicht oft vor, dass eine Ausländerin hierherkommt, um sich niederzulassen. Und Henrik sagte, du seist die Erste von außerhalb, die zu einer Hauswache des Jarls wurde.”

“Ach. Ist das so?”, hakte Anna überrascht nach. Doch eigentlich hätte sie nicht so verwundert sein sollen, denn Undvik war ein abgelegener Fleck und man konnte es den Festländern nicht übelnehmen, wenn sie lieber nach An- oder Ard Skellig reisten. Die Winterinsel war in den Augen der ehemaligen Abenteurerin zwar spannend und schön, denn sie mochte Abenteuer, doch sicherlich teilten andere von jenseits des Meeres diese Meinung nicht. Undvik war einfach zu rau und gefährlich.

“Ja.”, nickte Thure “Es ist irgendwie seltsam eine Redanierin bei den Huskarlen zu sehen. Äh… aber nicht auf eine schlechte Weise, meine ich! Ich freue mich über die Verstärkung deinerseits und würde echt gerne mal sehen, wie du Wasser zu Eis verwandelst. Das hast du am Schiff des Jarlsbruders doch getan?”

Eine Braue Annas wanderte hoch. Sie zögerte kurz, ehe sie antwortete.

“Ich bin keine Redanierin.”, bestand sie dann etwas schnippisch.

“Oh? Henrik erzählte, du seist aus Novigrad… und dass das in Redanien liegt.”, sagte Thure verwirrt. Sicherlich waren ihm Radovid’s Leute bisher auch nur deswegen ein Begriff gewesen, weil man deren Schiffe im Frühjahr versenkt und damit die Rachlust eines ganz bestimmten Nordlings, der Hjaldrist hatte abstechen wollen, auf sich gezogen hatte. Nicht jeder auf Skellige wurde unterrichtet und in Geografie unterwiesen. Huskarle während ihrer Laufbahn schon und dies gut, doch Thure hatte seine Ausbildung schließlich noch nicht begonnen. Daher plapperte er just nach, was sein Hauptmann ihm über die Ausländerin mit dem Wolfsamulett erklärt hatte.

“Novigrad ist eine freie Stadt.”, machte Anna, obwohl sie es doch besser wissen sollte, seit sie die Ewige Flamme damals, in dem Drecksloch am Meer, beinahe getötet hätte. Aber sie sperrte sich gegen die Vorstellung zu dem kleingeistigen Pack unter Radovid’s Fuchtel zu gehören. Sie wollte nichts mit dessen Armee und all den Idioten in Redanien zu tun haben. Und alle, die den Adler auf rotem Grund mit Stolz trugen, waren für sie per se unsägliche Narren. Sie schätzte die Nilfgaarder im Gegenzug zu jenen gar mehr und das musste was heißen!

“Äh… ach so. Entschuldige.”, hüstelte Thure nun, nachdem ihm die eigentliche Redanierin gesagt hatte keine zu sein und fragte nicht weiter nach. War wohl besser so. Er kratzte sich etwas unbeholfen am Hinterkopf und linste nurmehr vorsichtig zu der Kurzhaarigen herüber.

“Und… hast du vor für immer zu bleiben?”, wollte er wissen “Der Eid eines Huskarls ist bindend, bis der Jarl ihn auflöst. Wenn man einfach so und ohne ein Freisprechen geht, dann wird man mit dem Tode bestraft.”

“Mhm. Ich weiß.”, nickte Anna, deren Blut an einer der Seiten des Kodex haftete und die man daher nicht belehren müsste “Und ja, ich bleibe.”

“Hm.”, lächelte der neueste Held der Stadt jetzt und schien tatsächlich froh über die Antwort seitens der Schwarzhaarigen zu sein “Na, dann kannst du dich ja genauso gut als Skelligerin betiteln.”

Die Miene der Kriegerin lockerte sich, als Thure leise lachte. Und etwas verwundert sah sie ihn an. Er war ein sehr offener Mann, so schien es. Jemand, der nicht erst von Henrik oder Darion in Form geklopft werden müsste, wenn es um Akzeptanz ging. Denn es war doch so, dass viele hiesige Leute per se eher engstirniger waren. So war es eben, wenn man auf einer selten besuchten Insel lebte, die selbst zu Schiff ungeheuer schwer zu erreichen war.

“Ich und Skelligerin? Meinst du?”, grinste Anna nun “Tse...”

“Ja. Wenn du hier lebst, dann bist du eine Undvikerin. Genauso, wie jemand, der in Hindarsfjall wohnt, ein Hindarsfjaller ist. Auch, wenn du gerade noch einen komischen Akzent hast, Anna, aber der geht mit der Zeit auch noch weg.”, glaubte der Kerl ganz schlicht. Nun musste auch die Trankmischerin leise lachen.

“Na, wenn du das sagst…”, kommentierte sie glucksend und setzte sich den Bierhumpen an die Lippen, um zu trinken. Doch so amüsiert und witzelnd sie gerade reagiert hatte, so war sie Thure dankbar für seine netten Worte. Denn tatsächlich war es so, dass sie sich hier daheim fühlte. Also so richtig und das wohl zum ersten Mal in ihrem Leben. Natürlich liebte sie es noch immer zu reisen und Monster zu jagen. Aber dennoch wäre Anna heute nirgendwo lieber gewesen, als auf der Winterinsel. Und das hätte sie sich vor gut einem Jahr niemals gedacht.

 

*

 

Es verging keine weitere Woche, als es in Caer Gvalch’ca abermals brannte und zerstörerische Feuer dem Nachthimmel entgegen stoben. Dieses Mal erfuhr Anna, die seit der letzten Traum-Seance mit Hjaldrist oft wieder richtig gut und tief schlafen konnte, erst beim Frühstück davon. Rist saß ihr ziemlich grimmig gegenüber, als er seinen Schwarztee mit Milch trank und sah dabei gedankenverloren in die Leere vor sich. Es war noch relativ früh, dennoch herrschte in der Burg nicht dieselbe Ruhe, wie sonst. Die Leute waren aufgebracht und dies zurecht, denn die Flammen der letzten Nacht hatten Sten’s Haus mitsamt seiner Bäckerei verschluckt. Beinahe wäre dessen Frau dabei gestorben und seit diesem Vorfall waren selbst die zurzeit anwesenden Skrugga, zu denen Sten gehörte, höchst alarmiert. Denn es war jetzt klar: Die Brände konnten kein Zufall sein. Sie waren in zu knappen Abständen zueinander und aus unerfindlichen Gründen passiert. Dazu hatten sie immer Werkstätten oder Läden betroffen, die das Jarlshaus mitversorgten. Es war, als wolle jemand nicht nur den Bürgern, sondern auch Hjaldrist schaden und dies war dem Jarl seit den vergangenen Stunden durchaus gewahr. Daher hatte er schon grantig gestiert, als sich Anna vor wenigen Momenten irritiert zu ihm gesellt hatte. Er hatte ihr aufgebracht von dem neuerlichen Feuer, dem panischen Sten und seiner verletzten Liebsten erzählt und dann war er in grüblerisches, tiefes Schweigen verfallen. Die jüngere Alchemistin, die selbst ganz sprachlos war, wusste nicht so recht, wie sie ihren Freund nun beschwichtigen sollte. Beklommen drehte sie ihren warmen Tonbecher in der Hand, als sie dem Schönling gegenübersaß und die Brauen zusammenzog. Anna trug bereits ihre volle Montur: Kleid, Rüstung, Gambeson und Waffen. Ihr wollener Mantel, den sie sich später überwerfen wollte, hing über ihrer Stuhllehne. Sie hatte heute wieder vor den Toren Dienst und wollte den langen Handelsweg entlang gen Hafen reiten, um dort nach auffälligen Monstern oder dergleichen zu sehen. Für sie nichts Besonderes, möchte man meinen.

“Jemand legt die Feuer…”, schnaufte der Jarl am antiken, elfisch gezimmerten Tisch und fuhr sich nachdenklich über das unrasierte Kinn, als er laut dachte und dabei finster vor sich hin sah.

“Ja…”, nickte Anna schwach “Es wäre naheliegend. Nur wer? Du hast hier doch keine Feinde. Außerdem würde kein Bürger der Stadt, der selbst Brote braucht, die einzige, große Bäckerei anzünden.”

“Richtig.”, murrte Hjaldrist vor sich hin und seine unschlüssige Kollegin verzog den Mund unzufrieden. Sie beäugte ihren Kumpel besorgt.

“Hm.”, machte sie und wusste keinen Rat.

“Ich habe die drei Skrugga, die im Moment auf der Insel sind, darauf angesetzt und auch die Stadtwache ist informiert. Man wird die wichtigsten Einrichtungen in den kommenden Tagen bewachen lassen.”, sagte der mies gelaunte Undviker noch, ehe er einen Schluck von seinem gezuckerten Getränk nahm. Wieder nickte Anna leicht. Sie hoffte, dass diese Maßnahmen etwas nützen würden.

“Falls ich helfen kann, sag Bescheid…”, bot sie noch an und ihr Freund sah auf. Seine braunen Augen fixierten sie, während er ganz offensichtlich überlegte. Dann schien ihm etwas in den Sinn zu kommen.

“Ich will nun nicht schwarzmalen oder abergläubisch klingen…”, fing er verschwörerisch an “Aber denkst du, hinter den Feuern könnte irgendetwas stecken, das nicht unbedingt menschlich ist?”

Anna blinzelte fragend, dann kurz etwas überfordert.

“Öhm…”, entkam es ihr auf diese spontane Nachfrage hin und ihre Augen wanderten ein wenig, als sie nachdachte und den Kopf zweiflerisch wiegte “Naja… theoretisch… vielleicht.”

Dann zuckte sie die Achseln.

“Willst du, dass ich mir das mal ansehe?”, hakte sie nach und ein Deut eines schiefen Lächelns zog an ihrem Mundwinkel. Es tat gut gebraucht zu werden. Hjaldrist taxierte sie eingehend, dann gab er einen zustimmenden Laut von sich und sein Augenausdruck wurde wieder etwas freundlicher.

“Es kann nicht schaden.”, fand er “Oder?”

“Das stimmt.”, entgegnete die Frau und atmete durch “Besser, man überprüft die Sache doppelt, als dass als nächstes die Rüstungsschmiede, die Fleischerei oder irgendein Bauernhof brennt. Ich meine… wir haben zwar noch viele Kartoffeln, aber-”

“Oh, hör mir bloß mit den scheiß Erdenäpfeln auf.”, stöhnte der Jarl entnervt und rollte mit den Augen. Anna verkniff sich ein Lachen. Denn, ach, sie sollte sich und ihren schwarzen Humor fassen. Die missliche Angelegenheit war nämlich nicht ganz so komisch und betraf auch sie. Der Feuerteufel Undviks hatte schon die Waffenschmiede und die Bäckerei angezündet; beinahe auch den wertvollen Stall der Jarlsfamilie. Das war ein enormer Schaden und solange weder die Werkstatt des Metallbearbeiters, noch Sten’s Laden wieder standen, müsste man auf Waffen und deren Reparaturen, Brot und anderes Gebäck verzichten. Ersteres schadete den Soldaten am meisten, während zweiteres vor allem für Unmut in der Bevölkerung sorgte. Außerdem kostete der Wiederaufbau der Schmiede und der Bäckerei Geld. Viel Geld. Geld, das das Jarlshaus zahlen müsste, denn die armen Brandopfer hatten all ihr Hab und Gut verloren.

“Ich bleibe heute hier.”, entschloss Anna in die kurze Stille hinein “Und sehe mir die abgebrannte Bäckerei und die Grundmauern der Schmiede genauer an.”

Rist nickte gleich dankend.

“Vielleicht finde ich ja Anzeichen für vergangenes magisches Feuer, Elementare oder arkane Knotenpunkte.”, hoffte die darin gelehrte Kurzhaarige, die später noch einmal ihre Bücher wälzen würde “Denn wenn sie hinter den Bränden stecken, können wir schnell dagegen vorgehen. Elementare kann man zum Beispiel vertreiben und frische Knotenpunkte einfach nicht mehr bebauen. Es gibt genug Möglichkeiten.”

Der Jarl betrachtete die motivierte Novigraderin schweigend, doch mit einer gewissen Erwartung im Blick. So, wie sie, schien er darauf zu hoffen bald entweder einen Schuldigen oder einen anderweitigen Grund für die verheerenden Feuer der Insel zu finden. Denn solange es weder den einen, noch das andere gäbe, könnte man sich hier nachts nicht mehr allzu sicher fühlen.

“Danke, Anna.”, sagte Rist ehrlich und rang sich zu einem Lächeln durch.

“Passt schon.”, kam die übliche Antwort darauf und der Jarl musste den Kopf ungläubig schütteln.

“Du musst nicht so tun, als sei alles, was du auf mein Bitten hin erledigst, selbstverständlich.”, schmunzelte er und es war schön zu sehen, dass er nicht mehr so vergrämt starrte, wie vorhin.

“Ich tu nicht so.”, antwortete Anna simpel und erhob sich dann von ihrem Platz, um nach ihrem dicken Mantel zu fassen “Und solange du mir nicht sagst, dass ich ins Meer springen oder irgendwen anderes, als bitterböse Onkel ermorden soll, sind meine Gefallen selbstverständlich. Wir sind Freunde.”

Sie lächelte noch einmal leicht, dann nickte sie dem Sitzenden zum Abschied zu.

“Bis später.”, sagte sie dabei, legte sich den roten Umhang um die Schultern und Hjaldrist hob die Hand zum Gruß.

“Komm zu mir, sobald du irgendetwas über die Brände herausgefunden hast.”, machte er noch.

“Mache ich.”

“Danke.”

“Passt schon.”

 

Von Sten’s Haus stand nurmehr die eine Mauer, in der ein großer Ofen eingelassen worden war, und eine halb abgebrannte Walrippe, die einmal als Gebälkteil gedient hatte. Von all seinem restlichen Besitz waren nur noch verkohlte Überreste vorhanden, Schutt und Asche. Ein schwarzer, großer Fleck zeichnete die Erde unter dem Grundstück, auf dem gestern Nachmittag noch die große Bäckerei Undviks gestanden hatte. Es war traurig den früher so beliebten Platz so zu sehen. Anna atmete durch die Nase aus.

“Ich bemerkte es kurz nach Mitternacht.”, berichtete der schlecht gelaunte Skrugga, der neben der Alchemistin stand. Und es war das erste Mal, dass sie beide einmal wieder direkt miteinander sprachen.

“Ich war noch bei einer Unterredung mit dem Jarl, als man Alarm schlug.”, sprach der braunhaarige Mann mit dem Kinnbart weiter “Ich lief hierher, so schnell es ging, da brannte das Haus bereits lichterloh. Zusammen mit einem Freund, dem Nachbarn, rettete ich meine Hilda gerade noch rechtzeitig… oh, Götter.”

Anna’s Blick wich zu dem Mann hin und sie musterte ihn mitleidig. Denn Hjaldrist hatte erzählt, dass Hilda, Sten’s Frau, beinahe gestorben wäre.

“Wie geht es ihr…?”, erkundigte sie sich also vorsichtig.

“Es geht.”, seufzte der Jarlsschatten und schlug die Lider betroffen nieder “Sie kam besser davon, als Mina, die Tochter des Schmieds. Nur… ihr halber Kopf wurde verbrannt. Ihre schönen, langen Haare werden wohl niemals wieder nachwachsen.”

Anna blieb still und sah zurück zu dem Schutthaufen vor sich.

“Es klingt lächerlich, ich weiß. Aber Hilda liebte ihre langen, blonden Haare.”, ergänzte der Mann in der naturfarbenen Tunika noch. Dann schwiegen sie, während die anwesende Leibwache überlegte, doch keine passenden, tröstenden Worte fand. Denn was sollte man zu solch einer Tragödie schon von sich geben? Ein leeres ‘Das wird schon wieder’? Also bitte!

“Wir finden den, der all das hier zu verantworten hat.”, sagte die Kriegerin stattdessen fest entschlossen “Und dann wird er büßen. Für Mina, Hilda und alles, was durch die so feige gelegten Feuer verloren gegangen ist.”

Sten nickte und beobachtete anschließend, wie Anna auf den Platz des abgebrannten Hauses trat, um sich genauer umzusehen. Man konnte nur noch erahnen, wo einst was gestanden haben musste. Da waren Überreste eines großen Bettes und einer Truhe, verkohlte Holzbalken und kleine Metallteile, die die Flammen nicht gefressen hatten. Anna hielt durch all die Asche, vorbei an einer nur noch halb stehenden Holzwand und zur Mauer mit dem breiten Ofen. Ruß klebte hier überall und färbte die jämmerlichen Überbleibsel schwarz. Es roch verbrannt, als der Huskarl die Aufmerksamkeit schweifen ließ und die Hand prüfend an das silberne Wolfsamulett am Gürtel legte. Es reagierte nicht. Und es gab keinerlei Anzeichen für magisches Feuer. Denn wäre der Brand der letzten Nacht durch eben jenes entstanden, wären auch die Metallteile, die im Schutt umherlagen, vergangen. Magisch herbeigerufene Flammen waren nämlich so viel heißer, als gewöhnliche. Sie hätten mit Sicherheit auch die beiden großen Pfannen verschluckt, die unweit des Steinofens am Boden lagen. Anna zog die Brauen zusammen und ging in die Hocke. Sie streckte die Hand aus und fuhr mit den Fingerspitzen über den dicken Aschebelag am Grund. Zwischen jenen befühlte sie den schwarzen Staub und sah sich prüfend um. Sten kam solange nicht näher. Sicherlich, weil ihn der Verlust seiner Bäckerei, die er von seinem geliebten Vater geerbt hatte, noch zu sehr schmerzte und er nicht durch die Überreste all seines Hab und Gutes waten wollte. Er wendete den Blick ab und verschränkte die Arme eng vor der Brust. Dies jedenfalls, bis Anna wieder zu ihm kam, um sich dann in der unmittelbaren Gegend umzusehen.

“Das Feuer war nicht magischer Natur…”, murmelte sie dabei leise “Man kann also auch Elementare ausschließen. Und hier ist ebenso keine Intersektion, sonst würde mein Medaillon reagieren.”

Der Skrugga taxierte die Kurzhaarige skeptisch, doch sagte nichts und ließ sie ihre Arbeit machen. Anna wiederum, machte sich daran einmal ganz aufmerksam um den Platz des niedergebrannten Hauses herumzugehen. Auf halbem Weg entdeckte sie durch genaueres Hinsehen dann tatsächlich etwas auffallendes im wadenhohen Gras: Eine simple, eiserne Fackelhalterung. Es war eine derer, die etwa eineinhalb Meter lang waren und die man in den Boden stecken konnte, um Tran darin anzuzünden. Manche Skelliger tauchten alte Lappen in dieses Fett und jene brannten in den geschmiedeten ‘Schalen’ stundenlang.

Die zielstrebige Frau eilte zur Fackelhalterung und bückte sich, um sie aufzuheben. Sie musste das Ding nicht lange betrachten, um zu verstehen, wie man es benutzt haben könnte, um das Strohdach Sten’s anzuzünden. Fett, Feuer, trockenes Stroh. Es war einfach. Und mit vielsagendem Blick hob Anna die rußige Fackelhalterung nun hoch, um damit nach der Aufmerksamkeit ihres Kollegen zu haschen. Sten blinzelte überrascht, dann wurde seine Miene schnell todernst. Ein Schatten huschte über sein Gesicht, als er realisieren musste, dass tatsächlich jemand auf Undvik war, der schadenfroh Feuer legte. Ein ganz gewöhnlicher Mensch, den man nach dem Brand der Schmiede nicht gefunden hatte und der noch immer auf freiem Fuß war.

“Ganz ehrlich? Mir wäre ein Genius, ein Elementarwesen, lieber gewesen…”, sagte Anna stöhnend, als sie mit der Eisenfackel zu Sten kam. Er nahm jene entgegen und betrachtete sie mit bösem Blick. Der Zuträger schwieg.

“Du und deine beiden Kollegen sind in Alarmbereitschaft, nicht? Ihr könnt doch herausfinden, wer es war?”, fragte Anna nach und daraufhin lugte der schmale Kerl argwöhnisch zu ihr. Denn eigentlich waren die Angelegenheiten der Jarlsschatten ihre Sache und Geheimnis ihres Auftraggebers.

“Hjaldrist hat es mir erzählt.”, erklärte sie gleich, um den Älteren zu beschwichtigen.

“Mh.”, brummte der Bäcker, verstand und mutete gleich weniger abgespannt an “Ihr steht euch nahe...”

“Ja.”, nickte die Schwarzhaarige und lächelte seicht “Außerdem bot ich ihm meine Hilfe an. Nur… nachdem es um keine arkanen Geschehnisse oder Monster geht, kann ich wohl viel weniger tun, als erhofft. Ich bin nicht sonderlich gut darin irgendwelchen Leuten verstohlen nachzustellen, so wie ihr Skrugga. Ich töte Bestien oder beseitige Flüche und das meistens recht laut.”

Sten musste schief schmunzeln und schüttelte den Kopf schwach.

“Dafür hast du dich aber gut angestellt, als du Orlan erstochen hast. Ich hätte dafür plädiert, dass du zu uns kommst, nicht zu den Huskarlen, Giftmischerin.”, kommentierte der Mann vielsagend und Anna schnaufte nur. Dies tat sie weniger belustigt, als gewollt. Sie mochte es nicht, wenn man sie als Meuchlerin darstellte. Denn das war sie nicht und sie könnte es sich auch niemals vorstellen als Assassine zu arbeiten. Dafür war ihre Gesinnung, trotz all dem bisher Erlebten, einfach viel zu gut. Anna hatte in ihrem Leben auch nur ein einziges Mal Gift verkauft und das im Wissen, dass sie anwesend war, wenn der, der seine Armbrustbolzen damit benetzte, auf übermächtige Leichenfresser schoss. Nicht einmal Fisstech hatte sie je für Geld aus den Händen gegeben oder für andere hergestellt, denn sie war keine dreckige Drogenverkäuferin. Also wechselte sie das Thema, um nicht noch weiter darüber nachdenken zu müssen, dass Sten meinte, sie würde zu den Skrugga passen oder dass Joris einst gesagt hatte, sie verhalte sich wie ein Mitglied der Katzenschule. Anna atmete einmal durch.

“Bringst du Hjaldrist die Fackel und erklärst ihm die Lage?”, fragte sie Sten “Ich sehe mir die Schmiede auch nochmal an und komme dann nach, richte ihm das bitte aus, ja?”

Der Zuträger nickte. Und dann machte er sich auch schon hastig auf den Weg gen Festung.

Kommentare zu Kapitel 141

Kommentare: 0