Kapitel 80

Alles, was sich gut anfühlt

Auf ihrem gemächlichen Rückweg zur Burg kamen Anna und Hjaldrist Leute Sturmfels’ entgegen. Dieses Mal jedoch keine Waldläufer oder Jäger, die sich laut lachend miteinander unterhielten oder von Rattninchen sprachen. Sondern drei voll gerüstete Ritter mitsamt einem Dutzend Begleiter aus ihrem Gefolge. Es war ein eigenartiges Bild die Männer in den schillernden Uniformen und mit all dem klappernden Metall an den Körpern hier, im dreckigen Unterholz, zu sehen. Anna hielt inne, als sie William an der Spitze der Ritterschaft nahen sah. Und es machte sie skeptisch, wie auffallend ernst er dabei vor sich hin blickte. Rist hatte sehr dicht bei seiner Freundin angehalten und murmelte jener irritiert zu. Die Hände locker in den tiefen Manteltaschen beugte er sich argwöhnisch zu ihr.

“Was wollen DIE denn nun?”, fragte er unschlüssig und beäugte die ankommenden Kämpfer aufmerksam. Und seine Verwirrung war berechtigt, denn schon bald würde es dämmern. Niemand - erst recht kein strahlender Ritter - ging kurz vor der nächtlichen Dunkelheit in einen Wald, in dem es angeblich nur so vor gefährlichen Monstern wimmelte. Also nicht, dass die zwei Abenteurer aus Novigrad und Undvik bisher auch nur eines davon zu Gesicht bekommen hätten… und dennoch. Die gesamte Burgbesetzung hatte eine wahnsinnige Angst und riet vehement davon ab in den weitläufigen Forst zu spazieren. Darum musste der Grund für das Erscheinen der schwer gerüsteten Männer hier durchaus triftig sein.

“Hallo William.”, entkam es Anna, als sich die größere Gruppe näherte und der Angesprochene nickte ihr sofort grüßend zu. Er hatte die jungenhafte Giftmischerin und deren Kumpel mit den hübschen Zügen schon längst bemerkt; Wie sie da ratlos unter dem lichten Blätterdach, zwischen Holunderbüschen und satten Farnen auf einem schmalen, matschigen Trampelpfad, verweilten. Die Luft hier war richtig feucht und kroch einem kühl unter die Kleidung. Es war fast schon unangenehm.

“Was ist los?”, wollte Rist an die Neuankömmlinge gerichtet wissen, der nach wie vor neben Anna abwartete und das Standbein unruhig wechselte “Ihr seht allesamt so aus, als wolltet ihr in den Kampf ziehen.”

William und die anderen blieben stehen und ersterer antwortete dem interessierten Skelliger schnell. Ohne, dass ihm der Ernst aus dem Gesicht fiel, lachte der den Freunden einzig bekannte Rittersmann kurz. Dann zuckte er rüstungsklappernd die Achseln.

“Wir wollen nach dem großen Drachenei sehen.”, sagte er “Und sollten wir im Wald auf welche der grasbewachsenen Monstren treffen, die unsere armen Bürger verflucht haben, dann müssen wir bereit sein!”

“Jawohl!”, stimmte ein anderer Gerüsteter entschlossen zu. Sie hob die Brauen verwundert an und rückte sich ihren Schulterüberwurf aus serrikanischer Mantikormähne zurecht. Es war die Trophäe, die sie sich früher einmal aus dem Nacken des blinden, alten Biestes geschnitten hatte, das sie und Hjaldrist nahe Dattelgrund erschlagen hatten. Ein Kürschner der Wüste hatte ihr das unheimlich wertvolle Fell für wenige Münzen schön aufbereitet. Anna wusste nicht, wie viel man für Mantikormähnenstücke verlangen könnte… doch es war sicherlich eine Zahl im zweistelligen Goldbetrag.

“Ein Drachenei?”, fragte sie nach, ohne die Angelegenheit zu ernst zu nehmen. Denn bei dem kleinen ‘Ausflug’ der Krieger Sturmfels’ handelte es sich bestimmt nur um einen Besuch bei einem Wyvern- oder Gabelschwanz-Nest. Vielleicht nistete hier in der Nähe ja auch eine Flugschlange oder ein Schleimling. Kein Drache, welcher Farbe oder Größe auch immer, würde hier ganz offensichtlich hausen und sein geliebtes Ei völlig unbewacht lassen. Daher verkniff sich die, in Ungeheuerkunde gelehrte, Kurzhaarige ein abfälliges Schmunzeln und auch Hjaldrist wollte sicherlich gern mit den Augen rollen. Eine kühle Brise brachte die Blätter der Laubbäume zum Rascheln und irgendwo stoben schnatternde Vögel auseinander. Vielleicht hatte sie ein anderes Tier erschreckt.

“Ja! Ein Drachenei!”, lächelte William breit und schob sich den blauen Überwurf aus Loden zurecht “Ist das nicht ein beeindruckender Gedanke? Begleitet uns doch, wenn ihr es sehen wollt.”

“Ihr wisst also, wo es ist?”, fragte Anna dazwischen und gab sich ahnungslos, wenn es um Drachen ging “Und nun geht ihr hin, um es zu bergen?”

“Ähm. Also nicht direkt.”, antwortete der Ritter hüstelnd “Wir haben eine Karte und hoffen darauf das Ei damit aufspüren zu können! Wir könnten damit so viel Gutes tun.”

“Aha.”, gab die Alchemistin lasch zurück und versuchte dabei nicht so zu klingen, als mache sie sich über all ihre hoffnungsvollen Gegenüber lustig. Doch am liebsten hätte sie das. Sie schenkte Rist einen hintergründigen Seitenblick. Vielleicht sollten sie beide damit anfangen Wyvern- oder Schleimlings-Eier als Dracheneier anzupreisen? Damit ließe sich in Zukunft bestimmt Geld machen.

“Um ehrlich zu sein, würde es sich gut anfühlen zwei Unholdjäger, wie euch, dabei zu haben.”, setzte der blonde William sogleich fort “Man weiß nie, welchen Wesen man hier momentan begegnet und ihr, Anna und Hjaldrist, seid doch erfahrene Leute auf dem Gebiet…”

“Heuert Ihr uns gerade an?”, schmunzelte die Novigraderin im Bunde und ihre aufmerksamen Augen fielen auf den Gerüsteten zurück. Sie taxierte jenen knapp und wedelte mit der Hand vor ihrem Gesicht, um eine summende Stechmücke in ihrem Blickfeld loszuwerden. Diese Scheißviecher waren hier aber auch überall...

“Eich anheuern? Oh. Ja, das würde ich tun.”, lächelte der Ritter so freundlich, wie eh und je. Die Männer in seinem Rücken äugten neugierig, wenngleich auch etwas argwöhnisch, herüber. Wahrscheinlich waren nomadische Monsterjäger auch an diesem Ort verschrien. Man traute Hexern außerhalb Skelliges selten über den Weg und bestimmt war schon dem einen oder anderen das silberne Medaillon an Anna’s Gürtel aufgefallen. Vatt’ghern, so sagte man sich, verbreiteten Krankheiten, verderbten Jungfrauen und schändeten Tiere. Oder so ähnlich. Unfug. Also… wenn man von Balthar absah, jedenfalls. Denn auf den traf bestimmt jeder der drei Punkte zu.

“Also”, fing Rist nun an und wiegte den Kopf abschätzend “Ich denke, wir könnten auch einfach so mitgehen, Anna. Oder nicht?”

Die angesprochene Frau horchte auf und hätte ihrem vermeintlich unbedachten Freund für diese Worte gerade am liebsten einen Klaps gegen den Hinterkopf verpasst. Doch dann fiel ihr ein, wie gastfreundlich William ihnen beiden heute Mittag begegnet war. Und dass er sie, obwohl sie ihm bis dato fremd gewesen waren, ohne Vorbehalt zum Essen und Trinken eingeladen hatte. Einfach so. Daher entspannte sie sich schnell und lächelte nachgiebig. Erst jetzt verstand sie die Beweggründe ihres Kumpans aus Undvik.

“Hm. Ja.”, machte die Kriegerin also und lächelte schief “Eigentlich schon.”

“Prima!”, freute sich William gleich und das aufrichtig. Doch einer der anderen Ritter wirkte nicht sehr davon überzeugt die beiden Ausländer mitzunehmen. Ja, er äußerte gar Bedenken und das ganz offen:

“Sire William, seid ihr Euch sicher?”, brummte er vor sich hin und verschränkte die Arme eng vor der Brust “Diese Leute sind so, wie dieser Balthasar. Und Ihr wisst, was dieser Hurenbock angerichtet hat.”

William runzelte auf den Einwand hin die Stirn und die beiden Abenteurer vor ihm lenkten die Blicke zu dem Sprechenden mit dem glattrasierten Gesicht und dem weinroten Schal.

“Er ist ein Gotteslästerer und hat sich damit schändlich über uns und unseren Glauben lustig gemacht.”, kritisierte der Ritter und rümpfte die Nase pikiert “Genauso, wie sein halbnacktes Weib. Unholdjäger und Herumtreiber, wie er, scheren sich nicht um Respekt. Und mit solchen Leuten will ich nichts zu tun haben. Bei meiner Ehre!”

“Hey!”, wand Anna gleich schnippisch ein und deutete mit dem Zeigefinger auf das pikierte Babygesicht “Wir sind nicht so, wie Balthar, ja?”

“Was hat der Kerl denn gemacht?”, plapperte Hjaldrist dazwischen und sah neugierig zu William zurück, der entnervt seufzte und sich die Schläfe rieb. Das Thema ‘Balthar’ war hier, bei Sturmfels, offenbar ein brisantes.

“Oh, DAS wollt ihr nicht wissen…”, meinte der Rittersmann wehleidig, doch der Jarlssohn beharrte darauf herauszufinden, was Balthar angestellt hatte.

“Doch, will ich. Und Anna sicher auch.”, gab Rist also zurück und seine Freundin, der er den Ellbogen auffordernd in die Seite drängte, gab einen zweiflerischen Ton von sich. Sie war sich ja nicht sicher, ob sie NOCH mehr von ihrem Ziehvater erfahren wollte, als sie es seit gestern getan hatte. Das, was sie seit ihrer Ankunft in Sturmfels gesehen hatte, reichte eigentlich vollends aus, um ihr altes, so anmutiges Bild ihres ‘Vaters’ zu zerschmettern.

“Er hat auf einem heiligen Altar des Ordon Beischlaf vollzogen.”, tönte es nun von einem Kerl des Gefolges von William “Mit dieser Tänzerin. Pah, widerlich! Man musste sie regelrecht fortscheuchen, damit sie damit aufhörten. Ja, ich habe gehört, wie Bruder Gunther sagte, dass man den Unholdjäger mit einem Knüppel schlagen musste, damit er von seinem Weib heruntersteigt! Und dabei wurde auch noch ein schönes Ikonenbild unseres Heiligen zerstört!”

Anna stutzte heftig.

“Er wird dafür vor Gericht geführt werden.”, ergänzte William dies bedauernd, um die Lage zu entschärfen “Und eine gerechte Strafe erfahren. Er wird Buße tun und daraus lernen.”

“Oh, das will ich hoffen!”, sagte der rasierte Ritter hinter dem gutmütigen Blondschopf und Anna brachte just nicht viel mehr zustande, als angeekelt zu starren. Und das nicht, weil Balthar Saira auf irgendeinem Altar irgendeines Hirngespinstes des Volkes gebumst hatte, sondern weil sie sich diesen Akt unweigerlich bildlich vorstellen musste. Ihr blühendes Kopftheater war, im Vergleich zu ihrer Klappe, schon immer ausgesprochen gut gewesen. Leider. Hjaldrist, der neben seiner entrückten Freundin stand, lachte glucksend auf und kam nicht umhin den Kopf zu schütteln und sich eine Hand ungläubig vor das Gesicht zu schlagen.

“Balthasar hat hier nicht den besten Ruf, das ist wahr.”, fing William jetzt wieder völlig diplomatisch an “Doch wir sollten nicht verallgemeinern. Anna und Hjaldrist wirken auf mich wie sehr nette Leute. Also hätte ich gerne, dass sie mit uns kommen.”

Mit diesen Worten sah sich der besonnene Mann im orangen Gambeson unter seiner teuren Rüstung nach all den anderen um. Manche von ihnen zuckten jetzt mit den Schultern, andere nickten halb einsichtig; auch der Bartlose. William lächelte erleichtert. Und als er sich wieder an seine beiden neuen Bekannten wendete, mutete er sehr zuversichtlich und zielstrebig an.

“Wohlan!”, entkam es dem Blonden “Gehen wir also? Wir können uns auf unserem Weg gerne etwas unterhalten, Anna und Hjaldrist. Ich würde nämlich gern etwas mehr über euch erfahren, wenn das in Ordnung ist.”

Nun war es Rist, der die Achseln gleichgültig zuckte und Anna, die ganz langsam nickte. Und es dauerte nur wenige Sekunden, bis sich die Truppe mitsamt den Monsterjägern in Bewegung setzte. Das Abendessen - dieses Mal hoffentlich ohne stinkende Kartoffeln - würde warten müssen.

 

“Balthasar hat Euch also entführt, als ihr noch klein wart?”, fragte William bald vorsichtig nach, als Anna neben ihm durch den düsterer werdenden Wald ging. Rist folgte ihnen auf wenige Meter, zusammen mit dem Knappen des besagten Ritters, den man Dankward nannte, und einem weiteren Gerüsteten. Auch sie unterhielten sich gut über dies und das; über das Wetter, Skellige oder den Bogensport.

“Entführt? Ja, hat er.”, erklärte Anna “Ich war sechs, als er mich mitgenommen hat. Ich war seine Bezahlung dafür, dass er meinen Vater rettete.”

“Das klingt sehr hart.”

“Naja, Hexer tun so etwas ab und an. Das nennt sich ‘Gesetz der Überraschung’.”

“Habt Ihr denn Kontakt zu Eurer wahren Familie?”, hakte der schwer Gerüstete, dessen Ausrüstung bei jedem Schritt klapperte, weiter nach und seine kleinere Gesprächspartnerin nickte. Sie lächelte schwach, als sie an den regelmäßigen Briefverkehr mit ihrem älteren Bruder Niklas, der als einziger ihrer ‘echten’ Verwandtschaft lesen und schreiben konnte, dachte.

“Habe ich.”, bestätigte die Frau stolz, ohne dies weiter zu erklären. Sie war nie jemand großer Worte gewesen.

“Das ist schön.”, meinte William, doch man sah ihm an, dass der besondere Gedanke an Kinder-stehlende Mutanten auf ihn nach wie vor sehr befremdlich wirkte. Er holte gerade Luft, um weiterzureden, als ihn ein plötzliches Rascheln im nahen Gestrüpp innehalten ließ. Die halbe Gruppe, die dies ebenso vernahm, tat es ihm gleich und linste in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war. Anna verengte die Augen abwartend, als jemand zwischen Himbeersträuchern und Bäumen hervortrat. Und sie seufzte beachtlich genervt auf, als sie denjenigen erkannte. 

“Ah! Da seid ihr ja!”, entkam es Balthar höchst erfreut, als er mit in die Hüfte gestemmten Händen daher stolzierte. Oh, wenn man vom Teufel sprach…

“Hallo Balthasar.”, begrüßte William den Neuankömmling respektvoll und das ehemalige Mündel des Hexers sah derweil fort, um dem Blick des Vatt’ghern auszuweichen. MUSSTE der gerade jetzt hier sein? Er wirkte sogar so, als habe er einmal wieder nach Anna gesucht. Wieso? Konnte er sie nicht einfach in Frieden lassen? Sie war doch kein kleines Kind mehr!

“Was macht Ihr hier? Sucht ihr Unholde?”, wollte William wissen und entlockte dem auf den Plan tretenden Mistkerl damit ein knappes Lachen. Der Mutant schob sich die schwarze Kapuze aus dem Gesicht und seine Augen wanderten von William fort, zu Anna.

“Ja, das auch.”, meinte er locker “Und meine Tochter. Ich befürchtete schon Schlimmes.”

“Hm?”, machte der gute Ritter irritiert und legte den Kopf fragend schräg, doch musste nicht weiter nachhaken, denn Balthar palaverte schon weiter. Natürlich tat er das.

“Man kann nie wissen, was geschieht, wenn eine junge Frau mit einem Mann in den Wald geht und das alleine.”, sagte der Hexer großkotzig und näherte sich weiter. Anna’s Blick wurde finster und ihre Lippen schmal.

“Anna ist doch nur mit ihrem Begleiter in den Forst, um nach Unholden zu sehen.”, glaubte William unbedarft und hatte damit auch Recht. Nur der voreingenommene Balthar sah das ganz und gar nicht so. Er schnaufte abschätzig und ließ den Blick strafend auf Hjaldrist fallen.

“Möchte man meinen, ja.”, gab Balthar währenddessen von sich und man hörte, wie auch der betroffene Rist unglaublich genervt stöhnte. Doch so, wie seine Freundin, äußerte er sich nicht weiter. Es hätte nichts gebracht. Stattdessen strich sich der Undviker ein paar seiner verirrten, halblangen Haarsträhnen zurück und wand sich ab.

“Ähm… ja...”, gab der blonde Ritter mit der blauen Gugel unbeholfen zurück “Wie auch immer. Wir suchen ein Drachenei. Anna und Hjaldrist begleiten uns, um uns gegen etwaig auftauchende Monstren beizustehen.”

“Ein Drachenei? Seid ihr Euch sicher?”, fragte der flatterhafte Balthar sofort höchst interessiert und seine wackeligen Sorgen bezüglich seiner Ziehtochter verpufften mit einem Mal.

“Ja.”, lächelte William hell, obgleich all seine Begleiter wenig erfreut über den anwesenden Hexer waren. Auch Anna’s Miene sprach davon, dass sie gerade ganz gerne mehr Abstand zu ihrem ehemaligen Mentor gehabt hätte. Und sie hoffte darauf, dass das Katzenauge die Gruppe nicht auch noch begleiten wollte.

“Ich komme mit!”, entschloss Balthar und zerschlug damit alle großen Hoffnungen der anwesenden Novigraderin, die langgezogen ausatmete und einen beachtlich finsteren Blick seitens Rists einfing. Na klasse. Auch im Rücken der Abenteurer war ein entnervtes Raunen der anderen zu vernehmen, doch keiner muckte mehr groß auf. So sehr man die Vatt’ghern - oder in diesem Fall eben Balthar - verabscheute, hatte man wohl Angst vor ihm. Bestimmt war es bekannt, dass der Hexer unheimlich flink war und Magie wirken konnte. In den Augen der Unwissenden musste er wirken, wie ein mächtiger Zauberer oder dergleichen. Also blieben die versammelten Ritter und Gefolgsleute diesmal stumm und duldeten die Anwesenheit des Langhaarigen, um sich nicht mit ihm anlegen zu müssen.

“Oh. Uhm...”, machte William, der leider viel zu gut für diese Welt zu sein schien “Na gut. Begleitet uns, Balthasar.”

“Toll.”, murmelte Anna auf dies hin und wartete, bis Hjaldrist zu ihr aufgeschlossen hatte, um ihr die Schulter im stillen Beistand zu tätscheln.

“Vielleicht taucht ja ein Rattninchen auf und frisst ihn...”, grinste der Undviker genervt und brachte damit auch seine Freundin zum Schmunzeln.

“Hoffentlich.”, meinte sie, ehe sie sich zusammen mit dem Krieger aus dem Westen in Bewegung setzte, um zusammen mit den anderen weiterzugehen. Dabei bemühte sie sich darum sich nicht zu nah bei Balthar zu halten. Der käme nur wieder auf dumme Gesprächsthemen und auf jene hatte die leicht nervöse Alchemistin generell wenig Lust.

 

Erst einige Zeit später und als es längst dämmerte, erreichten die Ritter, Knappen, Kämpfer, Abenteurer und der Hexer eine große Lichtung inmitten des großen Waldes hinter der Burg Sturmfels. Der Grund war hier und da feucht vom starken Regen der letzten Tage und es roch angenehm nach Moos und nasser Erde. Anna, die sich den ganzen Marsch über vehement neben Rist gehalten hatte, sah auf, als William, der mit Balthar an der Spitze der Truppe ging, plötzlich die Hand erhob. Er wollte, dass seine Begleiter innehielten, so viel stand fest. Doch wieso? Interessiert äugte Anna nach vorn und spitzte die Ohren. Sie schob sich zwischen zwei Männern durch, um besser sehen zu können, als sich William aberplötzlich auf den Bauch warf. Es schepperte nur so und bevor die verdatterte Giftmischerin überhaupt verstand, was geschah, reichte Knappe Dankward dem bäuchlings im Laub liegenden Ritter vorbildlich einen Zweig mit viel Blätterwerk daran. Der Blondschopf am Grund, wiederum, hielt sich jenen vor das Gesicht und begann damit voran, über den Waldboden, zu robben. Anna runzelte die Stirn tief. Rist verkniff sich ein Lachen und verschluckte sich dabei beinahe. Und der Rest, der starrte einfach nur verwirrt und beobachtete William, wie er sich hier offenbar allen Ernstes SO an irgendetwas anschleichen wollte. Ja, es war kein Witz.

“Wartet hier.”, presste der Liegende leise hervor und robbte weiter “Da vorne war ein Schatten. Ich sehe mir das an.”

Anna’s Augen suchten solange ihren Lieblingsundviker.

“Ist der besoffen…?”, flüsterte sie jenem verblüfft zu und der Schönling konnte nicht damit aufhören zu grinsen.

“Ich glaube nicht.”, meinte Rist “Die Ritter in Beauclair waren doch auch allesamt… ähm…”

“Durchgeknallt?”

“Ja… so könnte man das nennen.”

Anna holte gleich Luft, um weiterzusprechen. Sie wollte sich über William, der im Dreck lag, lustig machen, doch wurde jäh von einem leisen Sirren an ihrem ledernen Gürtel unterbrochen. Ihr magisch durchwirktes Medaillon schlug abrupt an, vibrierte gegen die metallenen Nieten an ihrem Gürtel und brachte die Frau damit dazu alarmiert aufzusehen. Sie schaffte es gerade noch den Namen ihres besten Freundes warnend auszusprechen, bevor schwarze Wesen von allen Seiten über der Gruppe hereinbrachen und dies ohne jegliche Vorwarnung. Wie wabernde, dunkle Schwaden stürzten sie auf die überraschten Menschen los; schlugen als schwarzer Dunst zwischen ihnen ein und packten laut zischend und fauchend nach ihnen. Alles ging so verdammt schnell. Anna taumelte rückwärts und entkam damit den langen, finsteren Pranken eines der Wesen. Aus geweiteten Augen blickte sie auf und sah, wie sich in der einen Monsterhand ein Schwert aus düsterem Nebel formte. Die erschrockene Kriegerin konnte das Ding vor sich kaum identifizieren, denn wenn sie glaubte den Schemen eines Kopfes zu sehen, verschwamm jener sofort und wirbelte als schwarze Luft umher. Anna entkam ein überwältigter Laut und augenblicklich rasten ihre Gedanken und versuchten in ihren Erinnerungen an ihr Bestiarium zu finden, womit sie es hier zu tun hatte. Doch niemals hatte sie unförmige Schattenkreaturen, wie diese hier, gesehen. Waren sie Spektren? Oder etwas ganz anderes? Anna wusste es nicht. 

Das Biest mit dem Schwert sprang blitzschnell auf sie zu und holte aus, wuchtete die breite Nebelklinge auf die schmalere Frau hernieder. Die Kurzhaarige wich gerade noch so zur Seite ab, kam geistesgegenwärtig vor und stach mit ihrem Silberdolch zu. Tatsächlich fuhr sie damit nicht einfach in die Leere. Ja, Anna traf etwas, das sich anfühlte, wie weiches Fleisch. Sie atmete erleichtert durch, als sie die Schneide wieder an sich zog, und wollte schon grinsen, als sie bemerkte, dass der Stich dem Wesen vor ihr nichts auszumachen schien. Oder jedenfalls gab es keinerlei Anzeichen dafür. Der nur ganz kurz irritierte Schatten wich einen kleinen Schritt weit zurück, ehe er wieder wütend zischte und knurrte und aggressiv zu einem neuerlichen Angriff ansetzte. Da waren kein ‘Geisterblut’, Schmerzgebrüll oder dergleichen. Anna’s teure Silberwaffe verursachte hier nicht mehr Schaden, als ein langes Übungsmesser aus Holz. Das war schlecht.

“Scheiße.”, atmete die Novigraderin und im Augenwinkel erkannte sie, wie an die zehn der finsteren Biester auf die hier versammelten, aufschreienden Leute losgingen. Die Umgebungsluft ringsum wurde eiskalt, klamm. Und es war, als würde es schlagartig viel, viel dunkler werden. Es wurde schwer zu atmen und jegliche Frühlingsbrise, die die Blätter ringsum zum Wehen brachte, verebbte. Und die Atmosphäre, sie wurde so, so bedrückend. Anna biss die Zähne zusammen, als ihr das Herz schwer wurde und sie nicht wusste, warum. Ein kalter Schauer kroch ihr, wie ein glatter Aal, am Kreuz hinab und gehetzt sah sie sich nach Rist um, der gerade aufgescheucht angelaufen kam und dabei einen der Schatten abschüttelte.

“Anna!”, rief er und ihm war anzusehen, dass er genauso ratlos war, wie die Angesprochene selbst.

“Ich kann nichts machen! Silber ist nutzlos!”, keuchte die Alchemistin und wich weit vor dem Schattenwesen vor sich zurück. Man hörte Hjaldrist überfordert stöhnen, dann kam er seiner Freundin sofort zur Hilfe. Er rannte, hackte mit Erlklamm zu und trieb die Waffe in das Kreuz des Angreifers mit dem Schwert, der Anna bedrängte. Das Nebelmonster löste sich einen Atemzug später auf. Beinahe hätten sich die perplexen Abenteurer ob dem gefreut, hätten sie nicht erkannt, dass sich der Schatten wenige Meter weiter wieder materialisierte. Laut fluchte Rist in seinem Dialekt und fuhr herum, stand nun zwischen seiner Kameradin aus dem Norden und zwei der Monstren, die grollend auf sie zuschossen. Wie wütende Schlangen bäumten sie sich auf und waren genauso schrecklich, wie gespenstisch.

“Wir müssen hier weg!”, rief Anna laut und sprach damit nicht nur Hjaldrist an. Denn die Lage war aussichtslos. Hier so spontan und ohne jeglichen Plan oder Vorbereitung gegen die unverwundbar erscheinenden Schattenmonster zu streiten, war Wahnsinn, Dummheit. Der Atem der Kriegerin ging schwer, denn es erforderte eine ungeheure Anstrengung innerhalb der dicken Magie, die sich hier aufgebaut hatte, Luft zu holen. Die Novigraderin fröstelte leicht, haschte mit der Hand nach Rist’s Oberarm und zerrte ihn vor den beiden Biestern vor sich fort.

“Wir müssen weg!”, wiederholte sich die burschikose Trankmischerin bestimmend. Da kam Balthar von rechts. Er hatte ein Fangnetz in der Hand und sein Gesicht war eine ernste, steinerne Maske. Hatte er etwa vor eines der Nebelwesen zu fangen? Das wäre unmöglich!

“Anna!”, sprach der Hexer sein Mündel an und seine Katzenaugen trafen ausnahmsweise auch auf Rist “Junge!”

Die beiden horchten auf und wussten nicht so recht, ob sie ihre Aufmerksamkeit auf die zwei schwarzen Nebelgestalten oder auf den Hexer heften sollten.

“Hier!”, machte Balthar und warf den Jüngeren sein Netz zu “Ich treibe einen von denen zu euch. Fangt ihn!”

“Tse! Ich bezweifle, dass-”, wand die vor den Feinden zurückweichende Anna ein, doch wurde von dem unerschrockenen Vatt’ghern unterbrochen.

“Los!”, schnauzte jener “Es ist ein Silbernetz! Wir müssen diese Wesen einfangen und untersuchen! Ich habe so etwas noch nie gesehen!”

Anna legte die Stirn in Falten. Und obwohl sie doch längst bemerkt hatte, dass ihre silberne Waffe den Schatten des Waldes nichts anhaben konnte, zögerte sie nachdenklich. Denn… ja, vielleicht half ein Fangnetz, in das Silber eingearbeitet war, im Gegenzug ja wirklich. Man könnte es zumindest versuchen. Sie warf also einen Blick zu Hjaldrist, der weniger skeptisch wirkte und bei ihr stand. Sie nickten sich knapp zu und der Undviker haschte nach einem der Enden des Netzes. Das andere hielt Anna fest. Und ihre Augen fielen auf Balthar, der soeben in die Rücken der beiden Biester vor ihnen fiel und versuchte sie zu scheuchen. Er gestikulierte. Aard. Tatsächlich wichen die Nebelmonster vor ihm zurück. Eines von ihnen sah sogar aus, als stürze es durch das Hexerzeichen rücklings. Hjaldrist und Anna näherten sich erneut und strafften das wertvolle Fangnetz. Balthar hob mit dem Silberschwert nach der schwarzen Gestalt, die er mit Aard völlig aus dem Konzept gebracht hatte. Jene zuckte zurück und ging damit direkt in die Fänge der Abenteurer. Anna und Rist warfen das Netz, das die Kreatur sofort unter sich begrub. Verärgert zischte der dunkle Nebelschemen und zappelte wild. Die drei Monsterjäger wollten sich schon freuen. Doch da zerfiel das eingefangene Wesen zu… nichts. Nurmehr das Silbernetz lag am moosbewachsenen Waldboden.

“Verdammt!”, konnte man Balthar unzufrieden brummen hören. 

Das Kampfgetümmel ringsum ließ nicht nach. Rüstungsgeschepper, Schreie, Flüche, Stoßgebete. Einer der Ritter und einige der Gefolgsleute lagen sich windend, Blut spuckend oder gar reglos am Grund. Dankward stand William gegen eines der Monstren bei, während ein anderer der Schemen gerade einen dritten, laut johlenden Mann mit sich riss. Aufgerüttelt betrachtete Anna das und wusste nicht, was tun. Sollte man den Leuten hier helfen oder weglaufen? Sie war nie jemand gewesen, der zu schnell vor einer bösen Konfrontation geflohen war. Und… und man konnte die Menschen Sturmfels’ auch nicht einfach im Stich lassen, fand sie. Dennoch steckte sie ihren langen Dolch fort. Auffordernd sah sie von der Seite aus zu Rist, der aussprach, was sie dachte und Erlklamm ebenfalls entschlossen holsterte.

“Wir ziehen die Verletzten raus und versuchen wegzukommen. Zu kämpfen bringt absolut nichts.”, machte der Mann hastig und die Kräutersammlerin nickte beipflichtend. Auch Balthar, der noch bei den Jüngeren stand, gab ein zustimmendes Murren von sich. Dann eilte er schon nach vorn, um den Entschluss zu verkünden.

“William!”, rief er dem noch stehenden Ritter zu, der sich soweit gut schlug “Nimm deine Leute und verschwinde! Sofort!”

Wieder tauchten derweil drei Schatten hinter Anna und Hjaldrist auf und griffen an, trieben die Freunde schnell auseinander. Dabei versuchten die Abenteurer abzuweichen, anstatt anzugreifen. Sie versuchten die Biester damit spontan von den anderen Menschen und den vielen Verwundeten fortzulocken, riefen ihnen Beleidigungen zu oder wichen den unglaublich flinken Attacken der Gegner geduckt aus. Dies teils nur um Haaresbreiten oder wirr, denn die mitreißende Präsenz der finsteren Gestalten war bedrückend und irritierend. Es war, als entzöge sie einem alle Freude und Motivation und schon bald bekam Anna Probleme damit sich zu konzentrieren. Sie wurde schlampig und unbedacht, blinzelte angestrengt und stolperte fast über eine kleine Wurzel. Einer der Schatten packte sie plötzlich von hinten und dessen Finger fühlten sich an, als vereisten sie Haut und Knochen. Klirrend kalt fuhr ihr die Kälte in die Glieder und die eingefangene Trankmischerin schrie auf; erst erschrocken, dann schmerzvoll. Sie wand sich, wollte sich dem eisernen Griff des Feindes entziehen, doch schaffte es nicht. Ihr Blickfeld wurde auf einmal so eng und sie verstand nicht mehr, wo sie war. Anna verlor den Halt und ihre Sinne. Da war nurmehr Eiseskälte. Dann lag sie plötzlich am Boden. Sie hatte überhaupt nicht bemerkt, dass sie gefallen war. Balthar war über ihr und zerrte sie ruckartig hoch. Verwirrt blinzelte die schlanke 24-Jährige, keuchte und sah sich um, bevor sie die grausigen Erinnerungen an die letzten Minuten wieder einholten. Und dann war da plötzlich ein heiserer Schrei, der durch den Forst brach. Er ging Anna durch Mark und Bein, denn sie kannte die Stimme nur zu gut. Bevor sie Hjaldrist überhaupt sah, rief sie in übler Vorahnung nach ihm und fuhr herum.

“Nein!”, schnappte sie, als sie erkannte, wie sich zwei der unheimlichen Schatten über den am Rücken liegenden Skelliger am Boden beugten, der sich zu wehren versuchte. Wie Raubtiere über ihrer Beute taten sie das und der Mann strampelte mit den Beinen und trat, doch vergeblich. Verdammt! Sofort lief Anna los, obwohl ihre Knie noch butterweich waren, und wollte ihrem besten Freund zur Hilfe eilen. Obgleich um sie herum der tosende Kampf tobte, Leute fielen und ihr Ziehvater mahnend nach ihr rief, hatte sie nur noch Augen für ihren Gefährten von den Inseln. Auf ihrem Weg zu ihm wich sie einem gierig grabschenden Nebelwesen aus, sprang über ein paar Steine und schob sich an einem dornigen Strauch vorbei. Und als sie bei Rist angekommen war, stürzte sich einfach blind auf eines der Monster, das den gequält schreienden Skelliger hart am Grund fixierte.

“Nimm sie weg!”, brüllte jener aus vollster Kehle und Anna riss wie von Sinnen an dem körperlich anmutenden Teil der Nebelgestalt, die sich an den hilflosen Krieger krallte. Es war, als fraß sie jenen, doch da waren keine Zähne und kein wundes Fleisch. Dennoch schrie Rist, als sterbe er. Und seine beste Freundin, die ihm beistehen wollte, schaffte es nicht die übermächtigen Biester von dem gefangenen Mann herunter zu bugsieren. Ohnmächtig rief sie nach Hilfe, nach Balthar, und das mit glasigen Augen. Denn just fühlte sie sich an Serrikanien erinnert. An den Tag, an dem Rist eines Basilisken wegen beinah gestorben wäre und sie nichts dagegen unternehmen hatte können. Oh, Anna glaubte immer, sie sei solch eine gute Monsterjägerin und verlässliche Kameradin. Sie war auf diesem Gebiet so selbstsicher, hinterfragte sich selten und dachte, sie sei im Vergleich zu anderen Frauen so stark. Nur jetzt, in grausamen Situationen, wie dieser hier, bemerkte sie, wie weit sie fehlte. Nun, als der Kontakt ihrer Hände mit dem Schattenwesen über Hjaldrist sich anfühlte, als erfrören Finger, Handflächen und Arme, hätte Anna am liebsten geheult. Doch nicht, wegen der stechenden Schmerzen, sondern ob ihrer Unbeholfenheit und dem erschreckenden Bild, das sich ihr bot: Ihr engster Vertrauter verdrehte die Augen nach hinten und fing an zu röcheln, rot zu spucken und ungleichmäßig zu atmen. Sein Schreien verebbte, als er zuckte und sich im Laub wand. Seine unkoordiniert tretenden Füße zerwühlten die weiche Erde unter ihm und orientierungslos fasste er zur Seite, doch packte bloß ins Leere. Anna rief ihm zu, wollte ihn geistig im Hier und Jetzt behalten und zerrte gewaltsam an dem Monster auf dem Mann. Mit aller Kraft tat sie das, doch das unmenschliche Ding warf sie mit einem Mal ab. Balthar kam zur Hilfe, schlug mit dem Langschwert nach dem Biest und jenes löste sich fauchend in Luft auf. Auch das übrige Wesen zog sich nach wenigen Sekunden zurück und das ganze, eigentlich so kurze, Szenario verstrich vor Anna’s Augen, als dauere es ewig. Stoßweise atmete sie und starrte entsetzt. Im feuchten Laub sitzend verstand sie nicht recht, was geschah. Oder vielleicht wollte sie nicht realisieren, dass ihr bester Freund vor ihr gerade bluthustend kollabierte. Sie war wie gelähmt und fand keinen Atem und keinerlei Worte. Die Frau wollte sich im Geiste dazu ermahnen sich zu fassen, doch es ging nicht. Sie war wie im Schock.

“Anna!”, die herrische Stimme Balthars riss die Jüngere wieder in die Gegenwart zurück. Der Hexer kniete sich soeben vor Rist und zog sich irgendetwas aus der Gürteltasche. Der Undviker im Dreck, indes, rührte sich kaum noch und seine Haut war aschfahl geworden.

“Komm her”, befahl der Mutant laut und sein Blick war todernst “Und halt ihn fest. Jetzt!”

Die Angesprochene dachte in diesem Moment nicht mehr nach, denn sie konnte so und so nicht. Sie handelte einfach und das mit dicken Tränen in den Augen: Sie kam zu ihrem Ziehvater und Rist, beugte sich über letzteren und erwischte ihn an den Schultern. Es war fürchterlich ihn anzusehen und Anna glaubte, ihr bliebe das Herz stehen, als sie all das Blut erblickte, das vom Gesicht ihres Freundes in dessen Kragen sickerte.

“Was…”, stammelte die Frau mit gebrochener Stimme “Was ist mit ihm? Was ist mit ihm?”

Balthar antwortete nicht, sondern kramte seinen ledernen Trinkschlauch hervor. Anna, so sehr sie sich gerade selbst dafür verabscheute, entkam ein leises Schluchzen. Sie wollte doch nicht weinen. Nicht in der Gegenwart von ihrem früheren Lehrer.

“Hilf ihm, Balthar!”, presste sie hervor “Hilf ihm doch!”

Noch immer sagte der Hexer nichts, sondern zog mit den Zähnen den Korken aus einer kleinen Phiole in seiner linken Hand. Er spuckte jenen achtlos fort und machte sich daran etwas von der rötlichen Flüssigkeit darin in seinen Trinkschlauch zu tröpfeln. Nur ein ganz klein Wenig. Und an diesem Punkt angelangt, verstand Anna, um was es sich bei dem Trank Balthars, den er gerade großzügig mit Wasser vermischte, handeln musste.

“Was?”, atmete Anna zerstreut “D-das… das kannst du nicht machen… normale Leute sterben an Hexerabsud-”

“Sei still, Mädchen!”, zischte Balthar “Und halte ihn fest, verdammt!”

“N-nein! Du bringst ihn um!”, blaffte die Frau und blinzelte sich eine Träne aus dem Augenwinkel “Du tötest ihn, wenn du ihm Schwalbe gibst!”

“Er stirbt sonst so und so!”, schnarrte der Hexer und deutete mit grimmiger Miene auf den bewegungslosen Skelliger im Matsch “Bist du dumm? Sieh ihn dir doch an!”

Gescheucht sah Anna auf Rist zurück und starrte ihn entrückt an. Ihre Gedanken sprangen im Kreis und kamen auf keinen Punkt. Und während sie mit leicht offenstehenden Lippen und völlig verzweifelt dasaß, beugte sich Balthar vor und zwängte den Mund des am Rücken Liegenden auf. Einmal schüttelte er seinen Trinkschlauch kurz, um die paar Tropfen Hexertrank darin gut mit dem Wasser zu vermischen. Und dann begann er damit Hjaldrist eben jenes einzuflößen. Anna schluckte trocken, doch versuchte ihren Ziehvater nicht daran zu hindern. Ihre heftig zitternden Hände fanden Rist’s Schultern wieder und sie war dazu bereit ihn festzuhalten, sollte gleich irgendetwas Unerwartetes geschehen. Und es tat ihr leid. Es tat ihr so unwahrscheinlich leid, dass sie ihren Freund nicht vor den Schattenwesen verteidigen hatte können. Dass sie zu spät gewesen war, um den Westländer vor jenen zu warnen. Sonst, da standen sie beide doch immer Rücken an Rücken, um einander beizustehen. Und heute…? Was zum Geier, war heute nur passiert? Wie hatte man sie nur so weit auseinandertreiben können?

Anna schniefte leise und schüttelte den Kopf ungläubig - über sich selbst und ihre momentane Lage, die ihr so bekannt vorkam. Ihre braunen Augen hingen auf dem blassen Hjaldrist und sie sah ihn an, als suche sie in seinem Gesicht nach irgendetwas, während ihr ehemaliger Mentor dem schlaffen Axtkämpfer sein ‘Schwalben-Wasser’ einflößte.

“Komm schon…”, wisperte die völlig fertige Frau mit brechender Stimme. Und tatsächlich zuckte Rist kaum einen Augenblick später schon arg zusammen. Er verschluckte sich, begann zu husten und um sich zu schlagen. Er stöhnte gequält und versuchte seine Sicht zu fokussieren, doch schaffte es offenbar nicht. Laut würgte der Mann, doch war weit davon entfernt wieder stabil zu sein. Daher kannte Balthar keine Gnade und zwängte dem Jarlssohn mehr von seinem gestreckten Hexertrank in den protestierenden Rachen. Die klare Flüssigkeit lief dem Undviker aus dem Mund und machte sein Gesicht und die Erde unter ihm ganz nass. Er versuchte zu Atem zu kommen, spuckte und röchelte laut. Und obwohl er wieder bei Bewusstsein war, sah er aus, als müsse er noch einmal darum kämpfen sein Leben zu behalten. Und Anna war sich nicht sicher, ob dies am vergangenen Angriff der Nebelgestalten lag oder an der Schwalbe, die ihr Ziehvater ihrem Kumpel eingeflößt hatte. Hjaldrist hustete heiser und wand sich, schrie auf. Wieder fasste er fahrig zur Seite und krallte sich diesmal auch fest - und zwar an der Jacke der aufgebrachten Alchemistin, die neben ihm kniete und die Götter, an die sie sonst nicht glaubte, darum anflehte ihr ihren geliebten Vertrauten nicht wegzunehmen. 

“Alles wird gut.”, sagte sie mit nach wie vor zittriger Stimme und immer wieder; so, als sei es eine Beschwörungsformel. Balthar wollte dem armen Skelliger noch mehr seiner Schwalbe in den Mund schütten, doch dieses Mal stieß Anna den übermütigen Hexer fort. Denn es war genug. Laut jammerte Rist und verzerrte das Gesicht vor Schmerz. Anna’s gestreifte Jacke ließ er nicht los und machte Anstalten sich übergeben zu wollen. Sofort drehte die Hexerstochter den dunkelhaarigen Mann in eine Seitenlage und hielt seinen Kopf fest. Dabei gab sie nach wie vor gezwungen beruhigende Worte von sich. Rist würgte etwas Wasser, vermischt mit Blut, hoch. Er atmete kehlig und gab unartikulierte Worte von sich. Er war noch lange wieder ganz bei sich, dennoch fiel Anna ein Stein vom Herzen, als ihr Kumpel tief ausatmete und ein aufgelöstes ‘Scheiße, Scheiße’ wisperte. Nur kurz sah sie zu Balthar auf, der stumm neben ihr verweilte. Der Vatt’ghern… er hatte Hjaldrist hier gerade das Leben gerettet, nicht wahr? Ohne dessen stark verdünnten Hexertrank wäre der Skelliger vielleicht vor Minuten schon gestorben. Und oh, allein der stechende Gedanke an letzteres brachte die Trankmischerin dazu schwer zu schlucken.

“Hör auf zu flennen.”, hörte Anna den Mutanten in alter Manier und streng sagen, doch ging nicht weiter darauf ein. Denn noch immer war sie über ihren besten Freund gebeugt, der just schmerzverzerrt aufstöhnte und ihren Namen verwirrt keuchte. Ihre Aufmerksamkeit fiel auf Hjaldrist zurück und sie schob den Arm unter dessen Rücken, um ihn zu stützen und ihm in eine sitzende Position zu helfen.

“Ich bin da…”, flüsterte sie “Komm hoch. Wir müssen weg.”

Denn noch immer kämpften all die anderen Anwesenden gegen die gefährlichen Biester des Waldes, die laut fauchten und drohende Zischgeräusche ausstießen. Diese trauerbringenden Schatten hatten die Abenteurer und Balthar in den letzten, prekären Sekunden nur deshalb nicht erreicht, weil William sie wacker vor seinen neuen Bekannten fernhielt. Völlig selbstlos stand der gerüstete Ritter mit der blauen Gugel vor dem mitgenommenen Undviker und dessen Gefährtin. Und Balthar würde sich gleich zu ihm gesellen.

“Geht!”, forderte der besagte Hexer die zwei Vagabunden barsch auf “Haut ab, aber schnell!”

Seine Vipernaugen durchbohrten Anna dabei, bevor er sich hastig erhob, um William, Dankward und den anderen zur Hilfe zu kommen. Seine ratlose Ziehtochter sah ihm betroffen nach, doch zögerte keinen Moment. Sie hievte Rist ächzend auf die Beine. Ganz wackelig hielt er sich auch auf jenen und stützte sich schwerfällig auf Anna, um stehenbleiben zu können. Noch immer hustete und krampfte er leicht. Er fasste sich keuchend an den rebellierenden Magen, krümmte sich etwas und die Novigraderin hatte große Mühe damit ihn festzuhalten. Er hatte das Lederband verloren, das ihm die Haare im Nacken zusammengehalten hatte und nun hingen ihm die leicht silbern melierten Strähnen unordentlich ins Gesicht. Manche von ihnen waren blutfeucht und klebten an der Wange des Mannes.

“Komm, Rist.”, machte Anna zerfahren und mit nach wie vor gläsernen Augen “Ziehen wir uns zurück.”

Vorsichtig machte sie ein paar Schritte vom Kampfgeschehen fort, den eigenen Arm um Hjaldrist’s Taille gelegt und dessen Arm über den Schultern. Noch immer gab der Versehrte dabei gequälte Laute von sich, doch darauf konnte Anna just nicht achten. Später, wenn sie beide in Sicherheit wären, könnte sie sich um Rist kümmern, doch nicht jetzt. Noch immer grollten die Schattenwesen nämlich hinter ihnen. William rief seinem Knappen irgendetwas zu, Balthar gab ein Kampfgebrüll von sich. Und in diesem Augenblick musste sich die sonst so verbissene Anna eingestehen: Man konnte nicht immer ein Sieger sein. Manchmal, da musste man auch weglaufen, um zu überleben, und Niederlagen einstecken. Auch, wenn es sich unheimlich mies anfühlte.

 

Rist sah schlecht aus, als er ein wenig später auf seiner harten Schlafstätte saß. Man hatte beide Abenteurer in der Burg zu Sturmfels einquartiert, wo sie auf spartanischen Betten in einem der großen Schlafsäle untergekommen waren. Und auf der Kante einer derer kauerte der Skelliger just und war noch immer ganz konfus. Er wirkte ausgezehrt und abgeschlagen, ungläubig und schockiert zugleich. Doch er lebte und das zählte. Anna kam soeben mit einem kleinen Becher Wasser zu ihm und ließ sich neben dem Mann nieder, reichte ihm das Trinkgefäß und beobachtete, wie er ein paar kleine Schlucke daraus nahm.

“Geht es?”, wollte sie leise wissen und der Undviker nickte schwach. Natürlich ‘ging’ es. Nur wie, das war die Frage. So geschlagen, wie der sonst so breit grinsende und ausgelassene Axtkämpfer gerade dasaß, tat er Anna unsäglich leid. Er zitterte wie Espenlaub, denn er fror augenscheinlich, und seine grüne Tunika war vom breiten Kragen abwärts vollgeblutet. Beiläufig zog die Alchemistin die Decke des Älteren heran und legte sie ihm um die Schultern. Er bedankte sich im Flüsterton dafür.

“Was haben sie mit dir gemacht…?”, fragte die Frau nach einer kurzen Pause und meinte damit die Schatten im Wald. Hjaldrist verstand sofort.

“Ich… weiß nicht...”, gab er zu und zog die Brauen weit zusammen. Angestrengt nachdenkend sah er vor sich hin und hielt dabei seinen Trinkbecher in beiden kalten Händen. Seine Stimme war vom vielen Schreien ganz heiser.

“Es… hat sich so angefühlt, als entzögen sie mir all meine Kraft mit einem Mal… und meine Freude. Als fräßen sie alles in mir, was sich... gut anfühlt.”, rekapitulierte der Inselbewohner zögerlich “Es tat weh. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr… und dann wurde alles schwarz.”

Anna starrte ihren abgekämpften Freund mitleidig an.

“Du… du hast Blut gehustet.”, erzählte sie und Rist sah stumm zu ihr auf “Und Balthar hat dir Schwalbe gegeben.”

“Schwalbe?”

“Ein Hexertrank. Oder eher… wenige Tropfen davon. In Wasser. Ich glaube, das hat dich gerettet.”, erklärte die Kurzhaarige leise und sah, wie ihr Kumpan sie ungläubig angaffte.

“Balthar hat mir geholfen?”, fragte er berechtigterweise recht perplex und Anna nickte.

“Ja. So eigenartig das scheint.”

“Mh…”, machte Hjaldrist und sah wieder fort. Noch immer fröstelte er und zog sich die kratzige Wolldecke enger um den Körper. Er mutete an, wie ein Häufchen Elend.

“Ich dachte, du stirbst.”, sprach Anna dann in die Stille hinein und fühlte sich noch immer ganz gebeutelt “Schon wieder. Ich… ich konnte nicht helfen. So, wie immer. Es ist fast schon tragikomisch, nicht?”

Nun, da die ganze Anspannung von der Frau abließ, sanken ihre Schultern und ihr wurde erst so richtig bewusst, in welcher Gefahr sie und Rist vorhin geschwebt hatten. Sie konnte die einnehmenden Bilder in ihrem Kopf kaum fassen und war fassungslos und aufgelöst, als sie den Blick ihres Kumpans von der Seite auf sich ruhen spürte. Seine Hand folgte irgendwann, nach einer Denkpause, und er tätschelte der Schwertkämpferin das Knie damit beschwichtigend.

“Ich bin nicht tot… alles ist gut.”, sagte er, doch schaffte es nicht sich zu einem Lächeln zu zwingen. Und Anna, die sich hier einmal wieder zu sehr in Frage stellte, wurde ganz kleinmütig. Vorsichtig blickte sie gen Hjaldrist, der auf einmal so aussah, als warte er auf irgendetwas. Sie zögerte kurz, doch dann drehte sie sich dem, in der Decke eingemummten, Krieger zu und umarmte ihn einfach. Eine Entschuldigung verkniff sie sich dabei. Rist hätte sie deswegen nur wieder getadelt oder dumme Witze darüber gemacht. Stattdessen erwiderte er die enge Umarmung, die sie beide wohl mehr als nötig hatten, und schwieg ebenso. Denn Worte waren just sehr überflüssig.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Monsterjäger wieder losließen. Besonders Rist ließ die zitternde Hand an Anna’s Rücken nur ungern wieder sinken, so schien es. Und er wirkte irgendwie betreten, als er danach fort sah, um seinen tönernen Becher langsam wegzustellen.

“Ich lasse dich ein wenig in Ruhe.”, entschloss die anwesende Giftmischerin gleich “Ich… würde dir ja Schmerz- oder etwas Schlafmittel geben, aber nach Schwalbe ist das keine so gute Idee, fürchte ich. Du würdest dich nur übergeben müssen.”

“Mhm.”, entgegnete der Skelliger “Schon gut...”

“Ruf mich, wenn du was brauchst. Ich bleibe in der Nähe.”, forderte Anna noch auf, als sie sich von der harten Bettkante erhob und sich noch einmal prüfend nach ihrem bleichen Freund umsah. Er nickte und lächelte schon wieder schwach. Es war ein Ausdruck, den die Schwertkämpferin erwiderte, und sie streckte die Hand nach der Schulter ihres Kumpels aus, um jene noch einmal zu drücken. 

“Essen wir später zusammen?”, fragte der etwas heisere Undviker noch ganz erwartungsvoll.

“Klar. Ich wecke dich dann.”, machte Anna gutmütig. Dann ging sie. Denn auch sie bräuchte gerade etwas Ruhe und Zeit für sich, um über das nachzudenken, was vor nicht einmal einer Stunde geschehen war. Und um zu entscheiden, was sie in den nächsten Tagen tun sollte. Sollten sie und Hjaldrist bleiben oder gehen? Wäre es wirklich klug sich die Misere mit den Nebelwesen näher anzusehen? War es ein zu großes Risiko? Anna wusste es nicht. Noch nicht. Und sie sah grüblerisch vor sich hin, als sie die steinerne Treppe in das Untergeschoss nahm, in dem man unter anderem die Taverne, die Außenterrasse, das Burgtor und einen kleinen Unterstand im Freien, nahe des Gartens, finden konnte. Letzteren peilte Anna an. Eine kleine Bank unter dem Vordächchen lud zum Sitzen ein und es würde gut tun einfach nur eine Weile allein und in frischer Luft herumzulungern. Und es waren viele Leute fort. Die Ritter und deren Leute zum Beispiel: Sie waren soeben im nächtlichen Wald und kämpften vielleicht noch immer gegen die fauchenden Unwesen dort. Die Trankmischerin aus Novigrad hätte also ihre Ruhe. Zum Glück. Ihr Weg führte sie über die letzten Stufen hinab und hinaus. Sie warf einen flüchtigen Blick nach oben, der ebenen Burgwand und dem offenstehenden Fenster zum großen Schlafsaal entgegen. Bräuchte Hjaldrist, der sich dort hinlegte, etwas, würde Anna ihn ohne Mühe gut hören können. Sie atmete leicht durch, dann sah sie sich nach dem Unterstand um, der sich unweit des Gebäudeeingangs, zu rechter Hand, befand. Die sich langsam wieder beruhigende Kriegerin wollte sich schon in Bewegung setzten, als hinter ihr jemand aus der Festung eilte, als sei er auf der Flucht. Der Mann, der schnellen Schrittes heraus marschierte, rempelte die Kurzhaarige dabei gar von hinten an und sofort maulte Anna ob dem herum.

“Ey!”, machte sie feindselig und verengte die Augen, als sie dem dummen Kerl nachsah. Er wankte leicht. War er betrunken? Er kratzte sich wie wild am linken Arm und stöhnte dabei schmerzverzerrt. Misstrauisch beobachtete die Hexerstochter, wie sich der Kerl im braunen Wollmantel entfernte, um im verblassenden Dämmerlicht des Abends in den Burggarten zu gehen. Und sie wusste: Irgendetwas war hier faul. Nur was? 

Anna straffte die Schultern und ging gleich los. Der Unterstand nahe dem Festungseingang war uninteressant geworden, denn sie wollte dem Verdächtigen folgen, der sie gerade geschubst hatte. Ihre Neugier und der Argwohn trieben die kurzhaarige Kämpferin voran und sie hastete beinahe, als sie durch den Torbogen zum blühenden Garten trat. Kurz hielt sie inne und sah sich nach dem Mann von gerade eben um. Er verschwand zwischen ein paar Apfelbäumen, um sich vermutlich in den hintersten Teil der gepflegten Gartenanlage zurückzuziehen. Anna zögerte, doch dann setzte sie die Verfolgung fort. Dieses Mal auf leiseren Sohlen und aufmerksam lauschend; mit der Hand am stählernen Schwertknauf und mit ernstem Blick. Denn irgendetwas stank hier, auf dieser verfluchten Burg, gewaltig zum Himmel. Und Anna würde herausfinden was.

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