Kapitel 85

Sie war ein schlechter Mensch

“Also… du und Anna...”, grinste Ravello schelmisch und brachte den noch etwas müden Hjaldrist damit dazu von seinem Frühstück aufzusehen. Sie beide waren just allein im geräumigen Esszimmer, das von schmucken Öllampen erhellt wurde, und es war noch früh. Selbst die sonst so fleißige Frau Guerlaine schlief noch.

“Wie läuft’s so zwischen euch beiden? Wie ist sie so? Du weißt schon.”, hakte der Blonde neugierig nach und der Skelliger am Tisch ließ das dick mit Käse belegte Brot sinken, in das er gerade hatte beißen wollen. Ein dicker Kloß wollte sich in seiner Kehle bilden.

“Äh, was?”, machte er lau und sein Freund fing damit an schief zu grinsen. Wäre Ravello Hjaldrist nun nicht gegenüber, sondern neben ihm, gesessen, hätte er ihm den Ellbogen wohl auffordernd in die Seite gedrängt. So, wie er es früher immer so gerne dreckig schmunzelnd getan hatte.

“Ach komm, stell dich nicht dumm.”, säuselte der Ritter “Ich hatte dir damals doch Tipps gegeben, wie du bei ihr landen kannst. Also...?”

Der Undviker legte sein Brot fort, das Ravello’s Mutter gestern noch frisch gebacken hatte, und wich dem Blick des anderen aus. Dessen Augenbrauen schossen in die Höhe.

“Oh, warte…”, atmete der Rittersmann einer plötzlichen Erkenntnis wegen und hielt sich an der breiten Tischkante fest, als müsse er sich gerade irgendwo abstützen “Im Ernst? Ihr seid noch immer nicht zusammen? Oder hat sie dir nen Korb gegeben?”

“Uhm…”, räusperte sich der konfrontierte Hjaldrist verlegen “Weder noch… denke ich.”

“Denkst du?”, entkam es dem Blondschopf verwirrt “Wie? Warum WEIßT du nicht?”

Der Inselbewohner, dem es kalt und heiß zugleich wurde, schwieg. Er klaubte nach seiner Teetasse, um geschäftig daraus zu trinken. Er tat das so, als rette ihn dies aus seiner misslichen Lage von Ravello wegen Frauendingen bedrängt zu werden. Oh, wie er dieses Thema hasste! Wurde er etwa rot? Sein Herz schlug ihm bis zum Hals.

“Rist!”, keuchte der Beauclairer und schlug sich die Hände empört an die Wangen “Sag mir nicht, dass du es gar nicht erst versucht hast! Beim Arsch meiner Großmutter! Wie lange läufst du ihr nun schon hinterher?”

“...Ich laufe ihr nicht hinterher. Und schrei nicht so.”, murrte der arme Skelliger in seinen gezuckerten Tee. Aus schmalen Augen linste er über den Becherrand zu Ravello, der ihn entgeistert ansah.

“Aber du warst-... bist doch in sie verschossen.”, erinnerte sich der Frauenheld im Bunde und zwang sich dazu leiser zu sprechen, damit man ihn nicht bis in das Obergeschoss hören könnte. Hjaldrist senkte den Blick.

“Oder nicht?”, endete der Blonde.

“...Ja. Ja, schon.”, gab der Skelliger zu. Er räusperte sich leise und drehte den Tonbecher mit dem würzig duftenden Schwarztee darin abwesend zwischen seinen Fingern. Er sah bedrückt vor sich hin und seine Schultern fühlten sich auf einmal so schwer an.

“Aber?”, wollte Ravello wissen und wollte leider keine Ausflüchte hören “Warum sagst du es ihr nicht einfach?”

“Spinnst du?”, gab Hjaldrist murmelnd zurück “Das kann ich nicht machen.”

“Warum nicht?”

“Weil…”, der Dunkelhaarige wich in Gedanken zurück zum Wanderzirkus; zu dem bunten Zeltlager vor Vizima und den Dingen, die Anna dort zu ihm gesagt hatte. Er öffnete den Mund, um den zu interessierten Ravello aufzuklären, doch hielt inne.

“Ja? Weil?”, drängte der Ritter aufgebracht. Er mutete erschreckend ernst an und offensichtlich war es ihm sehr wichtig, wie es Hjaldrist erging. Das war nett. Und dennoch fühlte sich der Jarlssohn just sehr bedrängt. Es gab wenige Themen, die ihn sprachlos machten, doch seine Gefühle für Anna waren eines davon. Wo er sonst um keine Antwort und um keinen blöden Scherz verlegen war, wusste er bezüglich ihr selten weiter. Sie brachte ihn regelmäßig durcheinander und er hasste dieses Gefühl.

“Weil sie sagte, dass sie abhauen würde, würde ich… naja…”, stammelte der Skelliger leise vor sich hin und fühlte, wie seine zuvor noch gute Laune rapide in eine üble Richtung kippte. Unbewusst hielt er seinen Teebecher fester.

“Was? Sie hat dich also doch abgewiesen? Warum?”, hakte Ravello zweiflerisch nach und Hjaldrist schüttelte den Kopf langsam.

“Nein, so war das nicht.”, korrigierte er unangenehm berührt und schaffte es noch immer nicht wieder Blickkontakt aufzubauen “Sie war betrunken. Und… und sie meinte, dass ich für sie sei, wie ein Bruder. Und dass sie sich aus dem Staub machen würde, würde ich mehr von ihr wollen, als eine Freundschaft.”

“Sie war betrunken.”, wiederholte der Mann aus Toussaint und starrte sein Gegenüber streng an “Leute sagen oft viel Blödsinn, wenn sie zu viel gesoffen haben.”

“Bei… bei Anna bin ich mir da nicht sicher. Die wird manchmal ziemlich ehrlich, wenn sie betrunken ist.”, brummte Hjaldrist.

“Oh Mann…”, seufzte Ravello und kam nicht umhin leise lachen zu müssen “Du solltest dich selbst hören. Du klingst wie jemand, der viel zu viel Schiss hat und das mit billigen Ausreden rechtfertigen möchte. Das passt nicht zu dir.”

“Ausreden? Sagt der Richtige…”, konterte der Westländer und sah vorsichtig zu dem Ritter hin, den man nicht nur seines Wappentiers wegen ‘Hase’ nannte.

“Was?” Warum?”, beschwerte sich der Ältere aus Beauclair, als wüsste er nicht, was der Skelliger meinte.

“Vergiss es…”, stöhnte Hjaldrist nur noch. Es brächte ja nichts dem Angsthasen zu erklären, dass ER andere Leute nicht über Feigheit belehren sollte.

“Hmpf. Wie auch immer. Weißt du was, Rist? Ich würde euch zwei echt gern mal zusammen in einem kleinen Zimmer einsperren und euch erst wieder rauslassen, wenn ihr die Sache geklärt habt.”, sagte Ravello ganz frei heraus. Er musste bei dem Gedanken leise kichern und setzte sein verwegenes Gegrinse auf.

“Und wenn du sie ENDLICH mal flachgelegt hast.”, ergänzte der Blonde “Das würde euch beiden echt gut tun.”

Daraufhin schwieg Hjaldrist nurmehr. Er erklärte seinem drängenden Kumpel nicht, dass er früher eigentlich des Öfteren mit Anna geschlafen hatte, es aber seiner Gefühle wegen nicht mehr tat. Es hätte ihn nur zu sehr verletzt zu wissen, dass seine beste Freundin nur aus unbedeutendem Spaß mit ihm in die Kiste stieg. Leise seufzte der hoffnungslose Romantiker also und sah dem Käsebrot entgegen, das er am Teller liegen hatte. Der Hunger war ihm vergangen. Ja, bei Hemdall… er hatte sich nach Vizima doch vorgenommen seine innigen Gefühle zu vergessen und sich von Anna zu distanzieren. Und nun? Jetzt saß er hier und musste sich von Ravello neunmalkluge Lektionen über das Anbandeln anhören.

“Du solltest es ihr sagen. So oder so.”, durchbrach die Stimme des besagten Ritters die Stille, die sich eine kurze Weile lange im Speisezimmer aufgetan hatte, erneut. Er hatte wieder damit angefangen zu lächeln und sein Ausdruck war ermunternd geworden.

“Betrinke dich davor doch, dann fällt es dir leichter. Aber nicht zu sehr. Nur ein Gläschen Wein, hörst du?”, schlug der angeblich erfahrene Charmeur aus der schillernden Stadt vor “Und von mir aus warte dafür eine gute Gelegenheit ab. Aber TU es endlich. Du stehst Anna so nah, wie sonst keiner. Man muss euch doch nur mal ansehen, wie ihr andauernd aneinanderhängt und wie sie mit dir umgeht. Diese Frau mag es sonst nicht, wenn man sie anfässt. Sie ist sehr eigen. Aber dir kommt sie von sich aus sehr nah. Was denkst du denn, was das bedeutet, hm? Sicherlich mag sie dich auch mehr, als sie es zugibt. Und so ‘gesprächig’, wie die ist, traut sie es sich einfach nur nicht zu es dir zu sagen.”

Skeptisch sah Hjaldrist auf. Und tatsächlich machte es Sinn, was Ravello da sagte. Nicht wahr? Ja, Anna tat sich immer schwer damit Gefühle auszusprechen. Generell war Reden nicht so ihr Ding. Und es stimmte schon, dass sie für ihre Verhältnisse zutraulich war, wenn es um Hjaldrist ging. Ab und an, wenn sie zwei nach einem langen Marsch am Lagerfeuer saßen, schlief sie an seine Schulter gelehnt ein. Einfach so. Gedankenvoll kräuselte der stumme Undviker die Brauen. Und dennoch… die Novigraderin, um die es ging, scheute davor zurück in irgendeiner Form gebunden zu werden. Hatte sie Hjaldrist vor kurzem, in Dudno, nicht angeschrien und ihm gesagt, dass er damit aufhören solle sie zu behandeln, als sei er ‘ihr Mann’? Dabei hatte er sie doch nur davor bewahren wollen von zwei widerlichen Kerlen vergewaltigt zu werden.

“Na?”, grinste Ravello zuversichtlich “Ich sage: Ihr zwei betrinkt euch ein klein wenig und dann nimmst du Anna irgendwo hin mit, wo es hübsch ist, und sagst es ihr. Denn weißt du, was ich glaube? Dass sie, tief in sich drin, ein ziemliches Mädchen ist. Und Mädchen mögen es romantisch.”

Wie vor den Kopf gestoßen stierte Hjaldrist seinen Kollegen mit der großen Klappe an.

“Ja, denke doch mal drüber nach.”, fantasierte Ravello und gestikulierte dabei so ausschweifend, als sähe er den beschriebenen Moment in diesem Augenblick genau vor sich “Du. Sie. Ein lauer Sommerabend. Ein Hügel über einer schönen, nächtlich erleuchteten Stadt. Sowas hat noch nie wer mit Anna gemacht, daher wird sie baff sein. Oder, nein, ein wunderbarer Sonnenuntergang! Und dann nimmst du ihre Hände und-”

“Ravello.”, wand der peinlich berührte Undviker ein.

“Oh, nein, noch besser!”, setzte der fort und ignorierte seinen gequälten Freund einfach “Ihr beide unter einem Feuerwerk. Du legst einen Arm um sie, drückst sie an dich und schenkst ihr ein sanftes Lächeln. Ganz tief in die Augen siehst du ihr...”

Hjaldrist stützte die Ellbogen auf den Tisch und vergrub das entgeisterte Gesicht dann stöhnend in den kalten Handflächen.

“Ihr Herz wird höherschlagen, wenn sie dich so sieht. Sie wird daran denken, dass du nicht nur hübsch, sondern auch blaublütig bist. ‘Welch eine Gelegenheit!’, wird sie sich denken ‘Ich könnte die Frau eines zukünftigen Jarls sein!’. Mädels stehen auf solche Hirngespinste.”, schätzte Ravello weiter und sah strahlend in die Ferne. Oder jedenfalls stellte er sich jene wohl vor, denn so weit konnte man im hiesigen Essraum nicht spähen.

“Ich… bin kein zukünftiger Jarl…”, murrte der Skelliger wehleidig in seine Handflächen und wurde abermals übergangen.

“Komm ihr nah, wenn sie dich ganz gebannt ansieht. So nah, bis du ihren Atem im Gesicht spürst. Und dann… dann sag ihr dass-”

“Morgen!”, tönte Anna’s Stimme und der heftig zusammenfahrende Hjaldrist glaubte, er falle gleich von seinem Stuhl. Sofort nahm er sich die Hände vom Gesicht und weitete die Augen, als er glaubte, ihm rutsche die Zunge in den Rachen. Ravello sah auf und hörte, Freya sei Dank, sofort mit seinen Ausführungen über das Bezirzen von einer ganz bestimmten Frau auf. Jene spazierte nämlich gerade frohen Mutes daher, hielt bei Hjaldrist an, zog den freien Stuhl neben ihm an sich und setzte sich.

“Ha-hallo, Anna! Du bist, ähm, aber schon früh wach...”, lachte Ravello ertappt und linste aus dem Augenwinkel zu Hjaldrist hin, der ihn groß anstarrte und aussah, als sterbe er soeben innerlich.

“Wir haben ja auch viel vor. Außerdem konnte ich nicht länger schlafen.”, meinte die Kurzhaarige, die den Blick unbedarft über den Esstisch schweifen ließ. Man hatte für sie und Joris mit gedeckt und darüber schien sie sehr froh zu sein.

“Außerdem wollte ich mit dir über Dringendes reden, Rist.”, gab die Novigraderin zu und rutschte mitsamt Stuhl näher, um ihren besten Freund von der Seite zu beäugen. Ihr Blick stach richtig, doch sie lächelte breit. Dem Undviker lief es eiskalt den Rücken runter.

“Was…?”, fragte er leise “Worüber…?”

Ravello sah nervös über den Tisch herüber und wurde auf einmal ganz zappelig.

“Soll ich euch alleine lassen?”, fragte der Ritter sofort und versuchte Hjaldrist ein bedeutsames Zwinkern zuzuwerfen, das Anna nicht sehen sollte. Er scheiterte kläglich und die anwesende Frau bemerkte es. Sie hob eine Braue.

“Hm?”, machte sie “Was?”

Verunsichert lugte der neben ihr sitzende Jarlssohn zu ihr und verwirrt legte Anna den Kopf schräg.

“Was habt ihr schon wieder vor?”, fragte sie argwöhnisch.

“Nichts!”, wehrte sich Ravello sofort und lächelte äußerst beunruhigt.

“Ha…”, brummte die Burschikose und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie starrte den Mann aus Toussaint daraufhin abwartend an, doch von dessen Seite kam nichts mehr. Also gab sie bald auf, denn ihr Magen knurrte hörbar und das war ihr frühmorgens wichtiger, als alles andere. Ihre Augen fielen wieder auf den gedeckten Tisch. Schulterzuckend fasste sie nach der Kanne schwarzen Tees, von dem sie sich etwas einschenkte. Dann lugte sie zu Hjaldrist’s unangerührtem Käsebrot.

“Magst du das nicht mehr?”, wollte sie nett wissen und der gefragte Mann schüttelte den Kopf hastig. Also fasste Anna mit spitzen Fingern nach seinem Teller und zog es hungrig an sich heran. Ravello grinste schon wieder vielsagend und als er dieses Mal mit dem Kinn gen Monsterjägerin deutete, bemerkte sie es nicht. Hjaldrist atmete langgezogen aus und strafte seinen blonden Kumpel bösen Blickes. Im Geiste ermahnte er sich zur Gelassenheit und lehnte sich zurück. Scheu sah er von der Seite aus zu Anna, die gerade in das Käsebrot biss. Tat sie gerade nur so unwissend oder hatte sie ihre beiden Kollegen gerade eben wirklich nicht reden gehört?

“...Was wolltest du mich denn fragen, Anna?”, hakte der Westländer verunsichert nach und seine Kumpanin sah mit Krümeln vorm Mund auf.

“Mh.”, machte sie und kaute schneller, um eher runterschlucken und reden zu können. Hjaldrist wartete ab und schluckte trocken. Ravello grinste noch immer so dämlich. Am liebsten hätte er ihm dafür auf die Nase gehauen.

“Also”, fing Anna gleich an “Du kennst dich doch mit den Inseln und allem drumherum aus.”

Der Skelliger, der allmählich verstand, dass die Alchemistin ihn und den Hasen tatsächlich nicht belauscht hatte, machte den Blick prüfend schmal. Skepsis lag darin.

“Ja…”, sagte er zögerlich “Wenn du damit Skellige und das Meer meinst, dann ja.”

“Hast du schon einmal von einer Insel namens Siofra gehört? Oder in deinen Büchern davon gelesen?”, wollte die Braunhaarige interessiert wissen und wandte sich dem Älteren beim Reden zu. Ravello wirkte enttäuscht, doch Hjaldrist wurde hellhörig.

“Ja, habe ich.”, sagte er “Warum?”

Anna begann auf diese Antwort hin zu strahlen. Ein ganz gewisses Glitzern legte sich in ihre braunen Augen und sie gab einen Laut von sich, der sich nach Freude anhörte, die sie nicht mehr in sich behalten konnte. Es war süß. Vor allem fragte sich Hjaldrist aber, was es mit dem verschrienen Siofra auf sich hatte, dass sich Anna dafür interessierte.

“Ich will dorthin.”, verkündete die Kurzhaarige “Unbedingt!”

Ihr Seelenverwandter stutzte.

“Hmm? Wieso?”, fragte er nach “Bis dorthin ist es verdammt weit. Und man muss dafür übers Meer.”

Letzteres erwähnte der Undviker, um es noch einmal hervorzuheben, dass man, um nach Siofra zu gelangen, WOCHEN auf einem Schiff verbringen müsste. Das Übersetzen von Ard Skellig nach Cintra war ein Dreck dagegen. Und Anna war bekanntlich jemand, der sehr schnell unsagbar seekrank wurde und das Meer fürchtete, weil sie nicht schwimmen konnte. Was war also dermaßen wichtig, dass sie solch ein Martyrium über sich ergehen lassen wollte?

“Dort gibt es Pflanzen, die ich für die Kräuterprobe brauche.”, eröffnete die Schwertkämpferin nun und abrupt wurde Hjaldrist alles klar. Und als er in Verbindung damit an den fürchterlichen Gift-Vorfall in Sturmfels dachte, wurde seine Miene wieder härter.

“Joris verriet mir das.”, lächelte Anna “DAFÜR würde ich auch über die See reisen.”

“Oh…”, entkam es dem Undviker leise. Er taxierte seine Freundin, die ihn so verdammt hoffnungsfreudig ansah. Sie war, wenn sie Hjaldrist so anblickte, verdammt hübsch. Das, obwohl ihr die Haare vom Schlafen noch etwas wirr waren und sie darauf vergessen hatte ihr frisches Hemd auf rechts zu drehen, bevor sie es angezogen hatte. Und umso länger der Skelliger sie musterte, desto weniger glaubte er ihr noch irgendetwas ausschlagen zu können. Denn eigentlich hatte er es Anna ausreden wollen weiterhin Gifte zu nehmen. Er hätte es versuchen sollen der Jüngeren die Probe der Gräser auszureden und sie damit vor sich selbst zu retten. Irgendwie. Doch er schaffte es einfach nicht. Er WOLLTE in diesem Moment nicht, weil er wusste, dass er die soeben so befreit grinsende Anna damit traurig gemacht hätte. Sie beide hätten nur wieder gestritten und sich gemeine Dinge an die Köpfe geworfen. Und womöglich… wäre seine Kumpanin, so stur sie war, einfach gegangen. Schlussendlich war ihr Lebensziel doch alles für sie. Sie strebte ihm schon so lange nach und Hjaldrist hatte ihr hoch und heilig versprochen sie immer zu unterstützen. Er war ein Narr.

“Na dann.”, sagte Hjaldrist demnach knapp “Wir… könnten ja sehen, ob von Skellige aus irgendwelche Schiffe nach Siofra gehen. Das passiert nicht oft, denn naja, die Insel gilt als nicht sehr sicher. Und dennoch leben dort noch immer einige Leute, die Handel betreiben.”

“Siofra ist nicht sicher? Warum?”, wollte Anna wissen, bevor sie abermals beherzt von ihrem Brot abbiss.

“Es soll ähnlich gefährlich sein, wie Undvik. Nur dass es dort keine Eisriesen gibt, sondern unzählige Spriggan. Die Menschen vor Ort brachten diese Plage nie so recht unter Kontrolle, sagt man. Und man munkelt, dort gäbe es ein Portal gen Mörhogg.”, erklärte Hjaldrist geduldig “Mein Vater war früher einmal im Austausch mit einem Clan, der auf Siofra hauste. Soweit ich weiß, wurden all dessen Leute und auch der Jarl von den finsteren Waldwesen dahingerafft.”

Die Ungeheuerjägerin blinzelte irritiert.

“Was ist ein Spriggan?”, hakte sie mit halbvollem Mund nuschelnd nach, denn tatsächlich schien sie das nicht zu wissen. Das kam selten vor.

“Äh… ich habe noch nie einen gesehen. Aber ich glaube, sie sind Waldschraten oder Ents nicht unähnlich.”, gab Hjaldrist von sich “Sie haben angeblich menschliche Gesichter und Arme aus Ästen. Auf Skellige erzählt man kleinen Kindern von denen, wenn sie schlimm sind oder abends nicht ins Bett wollen.”

“Vielleicht… sind es aus deinem Dialekt übersetzt ja Borowy. Waldteufel.”, mutmaßte Anna doch noch “Jedenfalls gibt es in meinem Bestiarium Waldwesen, Relikte, die auf die Beschreibung passen würden. Und sie sind scheiße gefährlich.”

“Mhm. Wenn diese Biester dazu in der Lage sind einen ganzen Clan auszulöschen, dann trifft das zu.”, nickte der Skelliger kritisch, doch seine Kollegin sah ungebrochen optimistisch aus.

“Dann werden wir vorsichtig sein und viele Kartätschen bauen müssen, was?”, fand sie vorfreudig.

“Du willst noch immer nach Siofra?”

“Klar.”

“Hm.”

“Ihr seid doch verrückt.”, warf Ravello ungläubig ein, der die ganze Zeit über nur verdutzt gegafft hatte “Ihr reist also tatsächlich dorthin? Wo es dort doch Teufel im Wald und ein Portal gibt, das so düster klingt?”

“Ich finde ‘Mörhogg’ jetzt nicht so bedrohlich.”, kommentierte Anna.

“Willst du mit, Hasi?”, schmunzelte Hjaldrist zur Antwort und sah hämisch zu dem Toussainter.

“Nein!”, bestand der sofort schnaufend und straffte die Schultern “Ich… ich habe hier viel zu viel zu tun!”

“Ah ja.”, grinste der Undviker wissend und Anna lachte laut.

 

Am Nachmittag stellten sich die Monsterjäger Ravello’s Onkel vor. Er war ein recht bodenständiger Mann, obwohl der gute Ruf seines Bruders auf ihn abgefärbt hatte. Er besaß ein kleines Haus inmitten der Stadt Beauclair, das neben schönen, verzierten Fensterläden in Blau einen kleinen Garten besaß. Der etwas untersetzte Mann mit dem straßenköterblonden Haar war freundlich, als er Anna und Hjaldrist zu sich in die Küche einlud, in der zugleich ein Esstisch und vier Stühle standen. Joris war nicht da. Der Kater war seit dem Morgen auf eigenem Fuß unterwegs und hatte gemeint, er ließe sich abends von der Sache rund um die verschollene Clara erzählen. Der Kerl hatte es nicht so mit großen Orten und Menschenmengen überforderten ihn. Daher hielt er sich just fern. Hjaldrist konnte das verstehen. Zwar litt er eigentlich nicht vor der Angst von zu vielen Leuten auf einem Fleck, doch die Stimmen in seinem Kopf wurden in Großstädten drängender. Er schaffte es zwar seit einiger Zeit sie am Rande auszublenden und nicht auf sie zu achten, wenn sie nicht zu laut schrien, aber dennoch. Es nervte ihn permanent die wirren Gedanken von einem halben Dutzend zu hören, das sich in seiner Nähe aufhielt. Dennoch lächelte er Ravello’s Onkel Mickael nun freundlich zu und bedankte sich für den Becher Saft, den jener ihm anbot.

“Vielen Dank, dass ihr uns helfen wollt… bitte esst mit uns, wenn ihr möchtet.”, sagte Mickael aufrichtig und wies zum Esstisch. Hjaldrist nickte knapp und ließ sich nieder. Anna tat es ihm gleich und ließ den Blick interessiert durch die kleine Küche schweifen, in der Knoblauch von der Decke hing und ein laut blubbernder Eisentopf auf der Kochstelle stand. Es roch verführerisch nach Kartoffeleintopf, zu dem der Onkel die beiden Ausländer einladen wollte. Seine schwarzhaarige Frau Olivia stand dort, nahe dem Kessel, an eine Anrichte gelehnt da und seufzte nun schon die ganze Zeit vor sich hin. Es wirkte überzogen. Oder vielleicht war die Dame einfach nur… naja, ‘beauclairisch’. Die Frauen dieses Landstrichs waren doch allesamt sehr, ähm, emotional.

“Clara verschwand letzte Woche. Dienstags.”, erklärte Mickael besorgt und brachte Schüsseln aus einem hölzernen Wandschrank “Sie saß im Garten und las, als ich kurz zu meinem Nachbarn ging. Dann kam ich zurück und sie war verschwunden…”

“Hm.”, machte Hjaldrist und runzelte die Stirn “Eigenartig…”

“Hat sie denn niemand gesehen?”, fragte Anna dazwischen “Wenn sie gegangen ist oder… äh… ‘gegangen wurde’, dann muss sie doch irgendwer auf der Straße erkannt haben.”

“Nein.”, warf Olivia ein “Niemand sah sie. Es ist mysteriös. Oh, vielleicht steckt irgendein grausiger Verbrecher dahinter!”

“Ich glaube nicht…”, schätzte der Skelliger, dem man gerade dampfenden Eintopf mit Kartoffeln und Wurststücken vor die Nase stellte “Wäre es ein Verbrechen, dann hätte man sie doch nicht am helllichten Tag entführt. Oder jedenfalls würde das kein halbwegs vernünftig Denkender so machen.”

“Das ist wahr.”, pflichtete die Giftmischerin am Tisch bei “Jemanden hier, in der Stadt und unter so vielen Leuten zu entführen, stelle ich mir schwer vor. Zumal eure Familie doch bekannt ist. Man kennt Clara, nicht? Also hat Rist schon Recht.”

‘Wie überheblich sie sind… Sie werden sie nicht finden, niemand wird das.’, mischte sich eine leise Frauenstimme ein und Hjaldrist sah fragend auf. Doch er war damit der einzige.

‘Sie sind nicht älter, als Clara und denken, sie seien so klug...’

Der aufgerüttelte Undviker warf einen prüfenden Blick zu Anna, die grüblerisch in ihrem mit Petersilie garnierten Eintopf herumstocherte. Mickael stützte sich unglücklich auf die Lehne eines freien Stuhles und die schniefende Olivia hatte das Gesicht zwischen ihren Händen vergraben. Sofort wurde der Axtkämpfer unruhiger und seine dunklen Augen wanderten. Er horchte aufmerksam, obwohl er ahnte, dass er seine Ohren nicht bräuchte, um die Stimme von gerade eben noch einmal wahrzunehmen. Denn sie saß direkt zwischen seinen Schläfen.

‘So überheblich.’, flüsterte die Frau im Kopf des Träumers und er starrte. Diese Stimme…

“Ähm… Olivia?”, fragte der Jarlssohn und sah aus dem Augenwinkel zu der Angesprochenen hin. Er wollte sie nicht direkt befragen, sondern nur, dass sie sprach.

“Ja?”, fragte sie weinerlich und sah zwischen ihren Fingern auf.

“Du warst auch hier, als Clara verschwand?”

“Ja… ich war hier. Darum hätte ich es doch bemerken sollen, wenn sie verschwindet.”, entgegnete die Stieftante Ravellos und Hjaldrist schluckte trocken. Jetzt war er sich sicher: Die kaum vernehmbare Stimme von vorhin, sie gehörte Olivia. Der Mann riss den Blick wieder von der Besagten fort, die weitererzählte, doch er hörte ihr kaum noch zu. Stattdessen starrte er Anna an, die dies sofort bemerkte und mit dem Essen innehielt. Sie erwiderte den festen Augenkontakt und blinzelte fragend. Kaum merklich nickte der Skelliger in die Richtung der jammernden Olivia und seine beste Freundin verstand sofort. Das schätzte er so an ihr: Sie beide konnten sich mit bloßen Blicken unterhalten. Anna ließ den Löffel sinken und schielte unauffällig zu Olivia hin.

“...Und dann war sie einfach weg.”, berichtete die seufzende Frau mit den langen, schwarzen Haaren und dem kitschigen Kleid in Rot. Sie trug viel Schminke und dicke Lippenfarbe, die zu ihrer teuren Kleidung passte. Im Vergleich zu ihrem simplen Mann sah sie stinkreich aus. Und während seine Fingernägel von der vielen Gartenarbeit dreckig waren, waren ihre lang und schön zurechtgemacht.

‘Einfach weg, war es, das schöne Kind....’, wisperte die Stimme ‘Ach, so hübsch war sie. Und nun bin ich die Schönste hier.’

“Hmm… wirklich seltsam.”, machte Anna, die sich sicherlich einen Reim auf das zu machen versuchte, was geschehen sein könnte. Olivia hatte etwas ausgeheckt und sicherlich stand sie mit dem Verschwinden Claras in Verbindung. Nur inwiefern? Sie hatte die junge Frau doch nicht etwa umgebracht?

“Mickael?”, fragte Hjaldrist “Dürfen wir uns nach dem Essen hier umsehen?”

“Ja, natürlich.”, nickte der Ältere “Wenn es hilft, dann bitte ich darum. Krempelt von mir aus das ganze Haus um.”

Die Augen des Undvikers fielen derweil berechnend auf Olivia zurück. Er wollte sehen, ob sie nervöser wurde. Doch sie verzog keine Miene und gab sich weiterhin ganz am Boden zerstört.

“Danke…”, entkam es dem Skelliger langsam und auch Anna schien sich über das unveränderte Verhalten der Stiefmutter Claras zu wundern. Denn hätte jene etwas angestellt, dann hätte sie sich spätestens jetzt gefragt, ob es hier irgendwelche Indizien für ihr Verbrechen gäbe. Sie wäre aufgebracht geworden und hätte versucht die Monsterjäger daran zu hindern herumzuschnüffeln. Doch das tat sie nicht.

 

In der folgenden Stunde und nach dem Essen, durchsuchten die Abenteurer das schöne Häuschen von Ravello’s Verwandten. Doch sie hatten kein Glück. Weder Anna, noch Hjaldrist, fanden irgendetwas, was auf das Verschwinden von Clara hindeutete. Es war, als sei nie etwas geschehen - abgesehen davon, dass die besagte junge Frau fehlte. Also kehrten die Monsterjäger später unzufrieden zum Weingut Ravello zurück, wo ihr Kumpan aus Toussaint bereits aufgeregt auf sie wartete. Auch Sebastian und Philippe waren hier, die beiden Ritter vom Turnier, an dem Hjaldrist und Anna einst als Doppelgänger Ravellos und ‘Knappe Knut’ teilgenommen hatten. Die beiden Beauclairer begrüßten ihre alten Bekannten ganz beschwingt und obwohl das unwohle Thema ‘Clara’ im Raum hing, lachten sie froh.

“Ich dachte nicht, dass man euch nochmal sieht!”, strahlte der freundliche Philippe und er sah aus, als seien seit dem letzten Zusammentreffen keine drei Jahre vergangen: Er trug wieder seine kitschige Rüstung in Silber und Gold und ein roter, wenig funktioneller Mantel fiel ihm unter der Schulterpanzerung über den Rücken. Seine rotbraunen Haare waren nach wie vor kurz. Sein bester Freund Sebastian hatte sich die dunkle, leicht grau melierte Haarpracht jedoch wachsen lassen und trug sie offen. Auch er lächelte nett, doch war nicht ganz so aufgedreht, wie sein Begleiter.

“Wir kommen gerade aus dem nahen Wald.”, berichtete Ravello, der seine Rüstung ebenfalls trug und ganz abgekämpft aussah “Und wir hatten keinen Erfolg.”

“Wir auch nicht…”, gab Hjaldrist zurück, der gerade von Sebastian abließ, den er mit einer kameradschaftlichen Umarmung begrüßt hatte “Also nicht direkt.”

“Hm? Was meinst du damit?”, fragte Philippe sofort nach.

“Ich vermute… nein, ich bin mir sicher, dass Olivia hinter dem Verschwinden ihrer Stieftochter steckt.”

Ravello stutzte heftig, als er das hörte und auch die anderen beiden Ritter warfen einander irritierte Blicke zu.

“O-Olivia?”, stammelte der Weingutbesitzer der Runde wirr “Warum?”

“Ich…”, fing Hjaldrist auf dies hin an “Ich bin mir einfach ziemlich sicher, Ravello.”

Anna nickte und trat nun neben ihren Freund, um seinen Worten beizupflichten.

“Rist hat Recht.”, sagte sie bedeutungsschwanger und der Telepath in Erklärungsnot war ihr dafür sehr dankbar “Sie ist verdächtig.”

“Wie stand Olivia zu Clara? Deine Cousine ist nicht ihr wahres Kind, Ravello. Gab es da Eifersucht, Spannungen oder dergleichen…?”, hakte Hjaldrist gleich nach und sein blonder Gefährte wirkte noch immer dezent überfordert.

“Nicht, dass ich wüsste.”, entgegnete der und runzelte die Stirn. Daraufhin entstand ein ratloses Schweigen. Sebastian und Philippe sahen einander planlos mit den Schultern zuckend an und auch Anna und Hjaldrist wirkten wenig zufrieden.

“Ich bin dafür, dass wir uns gleich noch einmal in der Gegend umsehen, Rist.”, sagte die Alchemistin “Ich kann gerade jedenfalls noch nicht stillsitzen.”

“Mhm”, nickte der Skelliger sofort “Ich auch nicht.”

“Es wird aber bald dunkel.”, warf Ravello zweiflerisch ein.

“Wir nehmen ne Laterne mit.”, gab Hjaldrist auf dies hin gleichgültig zurück und auch seine beste Freundin fürchtete sich nicht. Sie stemmte sich die Hände in die Seiten und wartete ab. Es dauerte keine Minute, als auch Joris in den Raum kam. Er sah erst prüfend in die Runde und wirkte schnell so unbeeindruckt, wie immer. Die beiden Kumpels von Ravello sahen sich äußerst misstrauisch nach dem Hexer um, doch nachdem der anwesende Jarlssohn jenem grüßend zunickte, entspannten sie sich gleich wieder. Ohne sich den zwei Rittern überhaupt erst vorzustellen, holte der Kater Luft zum Sprechen.

“Banditen oder Raubritter haben das Mädchen entführt.”, machte er, als sei dies keine sonderlich große Entdeckung “Sie lagern zwei Stunden von hier.”

Ravello weitete die Augen perplex und auch der Rest der Anwesenden stutzte heftig.

“Was?”, keuchte der Besitzer des Weingutes und Anna warf ihrem Lieblingsskelliger einen verblüfften Blick zu. Doch warum wunderte sie sich eigentlich? Das Metier eines Hexers war es Monster und Ungeheuer aufzuspüren. Es musste für Joris doch einfach gewesen sein die vermisste Clara zu finden. Er hörte und roch besser, als alle hier Versammelten zusammen. Seine Sinne waren die eines Mutanten, eines unnatürlichen Jägers, und nicht die eines normalen Menschen. Dennoch war es nahezu tragikomisch, dass er die Cousine Ravellos auf Anhieb aufgespürt hatte. Die drei anwesenden Ritter hatten schlussendlich tagelang ergebnislos nach ihr gesucht.

“D-du musst uns zu ihr bringen!”, bat der blonde Angsthase jetzt und kam vor, um zu Joris zu treten. Er fasste nach den Oberarmen des Hexers, hielt jenen daran fest und sah ihn flehentlich an. Joris verzog das Gesicht pikiert. Er mochte es nicht, wenn man ihn anfasste, wie Ravello es gerade tat. Der Mann aus Toussaint realisierte das gerade noch rechtzeitig und ließ den berührungsscheuen Vatt’ghern wieder los. Doch unverändert bittend sah er den Hexer just an.

“Wir müssen sie retten, bei meiner Ehre!”, atmete Ravello und seine Ritterfreunde nickten motiviert.

“Ja, lasst uns losziehen und die Banditen vertreiben!”, warf Philippe mutig ein “Sie werden keine Chance gegen uns haben!”

“Wie viele sind es?”, wollte der etwas gesetztere Ritter, Sebastian, wissen und betrachtete Joris kritisch.

“Es sind sieben.”, offenbarte der Hexer.

“Haben sie dich bemerkt?”, hakte der langhaarige Rittersmann weiter nach.

“Nein. Natürlich nicht.”

“Sehr gut!”, entkam es Ravello befreit “Dann werden sie auf einen Angriff unsererseits nicht vorbereitet sein!”

 

Tatsächlich lagerten die angeblichen Raubritter, von den Joris berichtet hatte, keine drei Stunden vom großen Weingut Ravellos entfernt im Wald. In der Düsternis der frühen, klammen Nacht duckten sich der Katzenhexer und Anna soeben zwischen zwei Büschen hindurch, um so lautlos, wie möglich an den Platz heranzukommen, auf dem drei fleckige Zelte standen. Man hatte sie rund um ein kleines Lagerfeuer herum errichtet und unweit eines alten Karrens, auf dem eine Kiste und ein leckes Fass standen, kauerte eine Frau zwischen Farnen und feuchtem Moos. Man hatte ihr die Hände am Rücken gefesselt und das verknotete Seil an die dicken Speichen eines Rads des besagten Wagens gebunden. Die blonde Clara trug einen Knebel im Mund und ihr hübsches Kleid in Blau und Weiß war zerrissen und schmutzig. Leicht gebeugt lehnte sie da. Vermutlich schlief sie. Zerzaust hingen ihr die Locken ins Gesicht.

“Dort…”, wisperte Anna dem aufmerksamen Hexer neben sich zu, als sie zu der jungen Frau im Lagerfeuerschein deutete, und Joris nickte langsam. Auch die Räuber waren da. Alle sieben saßen am Feuer zusammen, tranken Wein und aßen über den Flammen Gebratenes. Der markante Geruch nach Lammfleisch stieg der anwesenden Novigraderin in die kalte Nase und das dümmliche Gerede der Ehrlosen verriet ihr, dass manche der Männer in den abgenutzten Rüstungen längst angeheitert waren. Diese haltlosen Narren. Wer betrank sich denn bitteschön, wenn er eine Vermisste bei sich hatte und nur zwei Stunden von deren Zuhause entfernt in einem Wald voller Nekker und Endriagen saß? Anna runzelte die Stirn tief und beugte sich leicht vor, um besser zu den Fremden hin spähen zu können. Sie erkannte zwischen einigen schartigen Waffen zwei Schilde mit brennenden Rosen darauf. Einer der vor dem Lagerfeuer Sitzenden trug einen roten Wappenrock und ein zweiter einen Plattentorso, auf dem ebenso das Zeichen der lodernden Rose prangte. Halb abgeschliffen, doch gerade noch erkennbar tat es das. Zornig verzog die burschikose Alchemistin das Gesicht, als sie zuletzt verstand, mit wem sie es hier zu tun haben musste: Mit Anhängern des Ordens der Flammenrose; mit diesen Bastarden, die sie einst auch eingefangen, gedemütigt und fortgesperrt hatten. Hätten der totgeglaubte Rist, Ravello und Märthe Anna damals nicht aus den Fängen dieser sadistischen Arschlöcher befreit, säße sie heute nicht hier im Gestrüpp. Ja, sie wäre längst hinüber. Nur... wieso lagerten diese Krieger an diesem Ort? Und weswegen taten sie das in nur so kleiner Zahl? Sie muteten eher an, wie ein Pack aus Wegelagerern und Betrügern. Kurios. Womöglich waren sie das ja auch und hatten ihre Ausrüstung einfach nur gestohlen.

Im Augenwinkel sah Anna flüchtig, wie Joris den Anderen ein Handzeichen gab: Hjaldrist, Sebastian, Ravello und Philippe warteten einige Meter weit entfernt lauernd in der schützenden Dunkelheit und hatten ihre Sturmlaternen längst gelöscht, um nicht von dem Feind entdeckt zu werden. Sie warteten, so, wie es abgesprochen war. Und Anna konnte die Visage ihres engsten Kumpels zwar nicht erkennen, doch vermutlich grinste der schon ganz vorfreudig und kampfesmutig. Ganz anders als Ravello, der sich bestimmt gleich wieder verstecken und darauf warten würde, bis seine kühneren Freunde die dreckigen Raubritter auf der Lichtung besiegt hätten.

Dann stob der dunkel gekleidete Vatt’ghern im Bunde auch schon los. Anna, die dadurch aus ihren Gedanken gerissen wurde, erhob sich ebenso und preschte ihm mit gezogenem Stahlschwert nach. Zusammen platzten sie auf die Forstlichtung. Und während sich drei der vermeintlichen Krieger der Flammenrose Fisstech ins Zahnfleisch reiben wollten und der Rest von ihnen noch mit dem Essen beschäftigt war, fegte Joris das halbe Lager mit einem tosenden Aard durcheinander. Anna hetzte solange, dem Hexerzeichen ihres Kollegen ausweichend, gen Clara, die aus dem seichten Schlaf hochschreckte und empört aufschrie. Das zweite Aard in Form eines kampfschreienden Skelligers mit teurer Familienaxt folgte; genauso die beiden Ritterfreunde Ravellos. Nur letzterer hielt sich, wie befürchtet, zurück. Ein lautes Tamtam brach los, in dem die ungleiche Runde aus Hexer, Vagabunden und Rittersleuten per se die Oberhand besaß. Sehr schnell hatten sie die betrunkenen und unter Drogen stehenden Entführer Claras niedergerungen. Drei von ihnen waren nach wenigen Momenten gar tot, denn sie hatten Joris an die Gurgel wollen. Der Kater hatte die Kerle also abgestochen ohne mit der Wimper zu zucken. Und nun, wenige Minuten später schon, half Anna der wankenden Clara auf die Beine, während die zwei tapferen Ritter Beauclairs die verbliebenen vier mitgenommenen Räuber im Schach hielten. Rist kam zu seiner Kumpanin aus Novigrad und der Blondine, die die Szenerie mit großen, feuchten Augen betrachtete. Und auch Ravello trat jetzt endlich aufgescheucht auf den Plan, um zu seiner eingeschüchterten Cousine zu eilen. Die vorherrschende Misere rund um das Adelsmädchen hatte sich unglaublich schnell erledigt. Beinahe schon zu plötzlich und kinderleicht. Anna wollte den Mund aufmachen, um dahingehend einen dummen Witz loszuwerden. So, als wüsste sie es nicht längst besser und glaube, die heutige Nacht sei mit der lockeren Befreiung Claras vorüber. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Die amüsiert schnaufende Novigraderin kam kaum dazu Luft für einen Scherz zu holen, da brachen fünf Fremde aus dem Unterholz. Und diese waren keine Banditen. Die braunhaarige Frau fuhr herum und trat dabei reflexartig schützend vor Ravello und Clara. Hjaldrist kam mit fest gepackter Axt neben sie. Und Anna glaubte für einen Moment, sie stehe Ungeheuern mit grotesken Gesichtern gegenüber. Doch das tat sie nicht. Die Krieger, die nahten, trugen bleiche Masken. Jene sahen aus, als seien sie skelettierte Schädel und Gesichter von Tieren: Da war ein Kerl mit einem modellierten Fuchsschädel, der ein dickes Fangnetz bei sich trug. Ein anderer sah aus, als habe er einen beinernen Bärenkopf; er schickte einen bulligen Kampfhund mit gefletschten Zähnen voran, der sogleich einen der niedergeprügelten Raubritter angriff. Ein weiterer Kämpfer trug ein knöchernes Schlangengesicht und erhob sein ölig schimmerndes Langschwert kampfbereit. Und dann war da noch ein hässlicher Pferdeschädel, dessen Trägerin soeben magisches Feuer über ihrer Handfläche auflodern ließ. Eine Zauberin? Oh nein. Der überrumpelten Anna stockte der Atem und ehe sie verstand, was geschah, wurden sie und Rist vom schweren Netz des Fuchses erwischt. Ravello rannte um sein Leben und wollte Clara mit sich nehmen, doch die junge Frau stolperte mit einem ängstlichen Ton auf den Lippen. Und die verbliebenen Ritter, Sebastian und Philippe, wollten sich den Feinden wacker entgegenstellen.

“Haltet ein!”, donnerte Sebastian laut, doch die Fremden lachten bloß abfällig. Die Magierin dieser obskuren Runde schickte den zwei Gerüsteten Flammen entgegen und drängte sie damit weit zurück. Sengend heiß leckte die Magie an Zelten, Baumstämmen, Umhängen und Gras. Anna zog derweil den Silberdolch und wollte damit das verstärkte Netz zerschneiden, das sie gefangen hielt. Da sah sie, wie das wahnsinnig lachende Schlangengesicht irgendetwas warf. Die Kräuterkundige zuckte ob dem heftig zusammen und zeichnete mit geweitetem Blick instinktiv Quen in die Luft. Eine Sekunde später knallte es laut, spitze Metallsplitter stoben zu allen Seiten davon und prallten klirrend an Anna’s magischem Schutzwall ab. Hjaldrist, der sich geistesgegenwärtig hinter seine Engste duckte wurde durch Quen genauso verschont, wie Ravello’s Cousine, die mit aufgeschlagenen Knien und Händen am Boden lag. Doch einer der Entführer von vorhin starb an einem Schrapnell. Und mit ihm zwei seiner Freunde, die den Dunst der Bombe einatmeten, der soeben dreckig grün aufwirbelte und sich schlagartig zwischen den Bäumen auf der Lichtung ausbreitete.

“Luft anhalten!”, keuchte Anna sofort herrisch und hoffte darauf, dass Rist dieser Aufforderung gleich folgte. Was mit Clara war, war ihr an dem Punkt, an dem sie nach nur einem Atemzug bitteren Teufelsbovist schmeckte, einerlei. Auch das Fangnetz war der Frau egal, als sie sich abrupt zu ihrem besten Freund umwandte, der sich gerade das Halstuch vor Mund und Nase presste. Sie packte ihn am Oberarm und zwang ihn nieder, ging mit ihm in die Knie und drückte den wirren Skelliger dann schon dem Erdboden entgegen: Barscher, als sie es eigentlich wollte, packte sie ihn im Genick und presste seinen Kopf zum Grund. Denn das hier wallende Giftgas aus Ignatia, Grünschimmel und Salpeter war nicht so schwer, dass es gänzlich zu Boden sacken würde. Es war leicht, stieg auf und hielt sich somit gut in der Luft und schlecht auf der Erde. Zwischen Taillen- und Augenhöhe war es erst am konzentriertesten und bis zu den Waden war es noch immer reizend für die Atemwege und verheerend für das Blut. Rist war nicht dumm und schien das zu verstehen. Denn er ließ den Kopf brav unten und hielt den Atem hinter Schal und Kragen gewaltsam an. Anna, die neben ihm kauerte und die Luft trotz ihrer Immunität gegen gewisse Toxine anhielt, ließ den Mann wieder los und kniff die Augen zu. Denn Teufelsbovist brannte höllisch in ihnen und brachte sie zum Tränen. Rüstungsgeklapper, Gestöhne, viel Bewegung ringsum. Der Köter des einen Fremden bellte laut, der letzte Räuber schrie gellend und magisches Feuer flammte abermals auf.

“Jetzt haben wir dich!”, konnte man einen überheblichen Mann belustigt blaffen hören “Lauf um dein Leben, Katerchen!”

“Oh, ich mag es, wenn sie rennen. Lass ihn bitte etwas laufen!”, kommentierte ein zweiter und die Zauberin kicherte. Sie standen bestimmt abseits des Gases der verheerenden Giftkartätsche, sonst hätten sie nicht solch große Töne gespuckt.

“Miez, miez!”, machte die Flammenmagierin. Joris lachte aber bloß abfällig und Sebastian schrie weiter entfernt etwas über Ehre. Dann das Klirren von Stahl auf Stahl. Leute flohen. Kleidung und Haut rissen. Irgendetwas oder -jemand fiel rüstungsscheppernd zu Boden. Menschen husteten, jemand lachte erneut wie eine Hyäne. Die Meute lief los, entfernte sich. Und dann wurde es auf einmal still. Nurmehr das Knistern und Knacken des nahen Lagerfeuers war noch zu vernehmen und Anna hob den Kopf prüfend an. Noch immer waren ihre Augen vom grünlichen Nebel der Giftkartätsche ganz nass und sie blinzelte angestrengt, um den flackernden Blick zu fokussieren. Sie hob eine behandschuhte Hand, um sich das Wasser aus den Augen zu reiben. Probeweise atmete sie durch den Mund ein und sofort kratzte sie die restverpestete Luft unangenehm in den Lungen. Verhalten hustete die am Boden sitzende Frau und hielt sich die Hand vor Lippen und Nase. Sie bemerkte, wie auch Hjaldrist sich wieder aufrappeln wollte, doch berührte ihn sogleich an der Schulter und deutete ihn mit einer kurzen, bestimmenden Geste an, noch etwas unten zu bleiben. Ihr verschwommener Blick schweifte und sie sah Clara in der Nähe liegen. Die junge Dame im kaputten Kleid rührte sich nicht. Im Schein des Lagerfeuers und dem noch immer glimmenden, von Magie angekohlten Zelt linkerhand, erkannte die Kurzhaarige Philippe am Boden sitzen. Der Mann fasste sich fahrig ans fahle Gesicht und wirkte ganz desorientiert. Die ‘Räuber der Flammenrose’ waren allesamt tot; vergiftet oder von Hundezähnen malträtiert. Und Joris, Sebastian und Ravello waren nirgendwo mehr zu sehen.

“Scheiße…”, flüsterte die unter dem Fangnetz des Knochenfuchses sitzende Trankmischerin in sich hinein und eine leichte Brise, die Erleichterung inmitten des stickigen Dunstes versprach, wehte ihr um die Nase. Sie räusperte sich, um den vom Gift beschlagenen Rachen freizubekommen und fasste an das Netz, das sie hielt, um es sich mühsam vom Kopf zu zerren. Sie zog es ächzend von sich und Hjaldrist, fluchte dabei leise. Und dann, dank des schwachen Waldwindes, war auch der beißende Nebel der Giftbombe bald endgültig fort. Ein wenig benommen hob Rist den Kopf und sah sich nach Anna um. Er war etwas blass um die Nase und vielleicht würde er sich später noch eines kleinen Schwindels wegen übergeben müssen. Doch ansonsten schien es ihm gut zu gehen; Anders als der schlaffen Clara, die das Toxin des Unbekannten bewusstlos gemacht hatte und dem im Dreck sitzenden Philippe, der soeben rücklings umfiel. Sie beide würden sehr krank werden oder sterben, würde man ihnen nicht gleich helfen.

“Gegengift.”, stöhnte Hjaldrist, als er das realisierte und musste leise husten. Er kam taumelig auf die Beine. Anna nickte und fasste sich an die Tranktasche, die sie stets am ledernen Gürtel trug. Seit sie sich auf die Kräuterprobe vorbereitete und tagtäglich Gifte schluckte, hatte sie für den Fall der Fälle immer Gegenmittelchen bei sich. Und jene würden Clara und Philippe heute hoffentlich retten. Auch sie erhob sich jetzt schwerfällig, überlegte kurz und eilte dann zuerst zu Clara, um ihr die Hälfte des Absudes, den sie jetzt in den Händen hielt, in den Rachen zu zwängen: Vor der blonden Jüngeren kniend, hob die Giftmischerin den Kopf eben jener dann an, als auch Rist zu ihnen kam. Ohne selbst zu jammern, half er sofort und öffnete den Mund der Bewusstlosen, damit Anna der Adeligen das zähflüssige Gegengift verabreichen konnte.

“Wer waren diese Leute nur…”, murmelte er währenddessen vor sich hin. Er verzog die Miene unzufrieden und sah auf. Sein Ausdruck war zwar erschöpft, doch gleichzeitig ähnlich finster wie der seiner besten Freundin, die Blickkontakt suchte.

“Die Kopfgeldjäger, von denen Joris gesprochen hat?”, schätzte sie “Bei Melitele, was für wahnsinnige Bastarde… was sollten diese Masken? Wollen sie nicht erkannt werden?”

“Ich hoffe, sie erwischen Joris nicht.”, sprach der Undviker seine Bedenken aus und Anna nickte langsam. 

“Das hoffe ich auch.”, meinte sie und biss sich auf die Innenseiten der Wangen. Die Nordländerin fühlte sich plötzlich richtig schlecht, denn anstatt sich in erster Linie um ihren ehemaligen Mentor zu sorgen, kam ihr dessen Versprechen in den Sinn: Die Worte über die Kräuterprobe, die der Kater losgeworden war. Und dass er schulterzuckend gemeint hatte Anna die Formeln Schrödingers besorgen zu wollen, mit denen man früher einmal an Frauen herumexperimentiert hatte, in der Hoffnung sie zu Hexerinnen zu machen. Ja, es war unglaublich verwerflich, aber gerade fürchtete die Novigraderin es mehr diese heiligen Rezepturen nicht zwischen die Finger zu bekommen, als den fürchterlichen Tod ihres Freundes aus der Katzenschule. Und dies schockierte sie. Sehr. Ja, sie erwischte sich dabei sprachlos über ihren verschlagenen Gedankenzug zu sein, durch den sie verstand, dass ihr ihr Lebensziel viel, viel wichtiger war, als ein loyaler Gefährte. Jedenfalls für einen kurzen Moment. Anna… Anna hätte Joris den Kopfgeldjägern überlassen, wenn sie dafür nur eine für sich passende Kräuterprobenformel bekommen hätte. Ja, das hätte sie in dieser Sekunde. Und es erschrak sie unheimlich überhaupt daran zu denken. Überwältigt sah sie auf und Hjaldrist entgegen, der sich soeben wieder aufrichtete. Aufgerüttelt betrachtete sie ihn und eine tiefschwarze Frage kam ihr in den Sinn: Wäre es ihr im Austausch für die ‘weibliche’ Kräuterprobe auch einerlei, würde Rist sterben? Hätte sie vor allem an sich und ihren Lebenstraum gedacht, bevor sie Anstalten gemacht hätte ihn vor maskierten Mördern oder zu starken Monstern zu beschützen? N-nein. Nein. Hjaldrist war ihr NICHT egal. Niemals im Leben hätte sie ihn verraten. Und hätte sie entweder ihn oder die Formel der Probe der Gräser in einen Abgrund werfen müssen, dann hätte sie ohne zu grübeln den Undviker gerettet… oder?

Anna bemerkte erst, dass sie den Atem angehalten hatte und starrte, als ihr Freund sie ansprach.

“Gib her.”, forderte der mit einem kurzen Handwink auf und die am Boden kniende Alchemistin wusste erst nicht, was er wollte. Sie war gerade noch zu sehr durch den Wind von ihrem eigenen, düsteren Kopftheater.

“Das Fläschchen. Für Phil.”, mahnte der Skelliger drängend und trat näher.

“Äh. Ja...”, entkam es Anna lau, dann warf sie ihm die Reste des Gegengifts auch schon zu. Dankend fing der Krieger die gläserne Phiole auf und eilte damit zum unweit liegenden Philippe, um auch jenem beizustehen. Beachtlich zerfahren sah die Novigraderin Hjaldrist dabei nach und ihre schmalen Schultern sanken. Oh, was hatte sie sich gerade eben noch bloß gedacht? Sie war ein schlechter Mensch. Und sie und Hjaldrist täten gut daran Joris zeitnah zu suchen, um ihm irgendwie beizustehen.

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