Kapitel 89

Die große Wende

Hjaldrist fühlte sich plötzlich so schwach und schwer. Er wusste nicht wo er war, doch er stand aufrecht, als er die Augen aufschlug und sich um ihn herum fahle Farben und Formen zu einer nächtlichen Dorfszenerie zusammensetzten: Zu Häusern, einem Lagerfeuer, zu menschlichen Schemen. Der Mann strauchelte zur Seite und wurde sofort von jemandem aufgefangen. Er krallte sich nach Halt suchend an Stoff. Ein überfordertes Stöhnen entkam seiner Kehle und er sah vollends verwirrt auf. Anna, die bei ihm war, drückte ihn von sich und stellte ihn so wieder gerader hin.

“Was…”, atmete der konfuse Skelliger, der noch immer nicht ganz im Hier und Jetzt angekommen war. Es war dunkel und kühl. Da brannte ein riesiges Feuer nahe der Taverne. Etwa ein Dutzend Menschen war da und einige von ihnen gingen just entkräftet nieder oder sahen ängstlich um sich. Jemand lief panisch davon, andere lachten. Den Blick von diesem chaotischen Szenario fortreißend, sah der Jarlssohn wieder zu seiner Freundin auf, die ihn ganz groß angaffte. Sie sah nervös aus.

“Rist?”, wisperte sie unschlüssig, sah in der nächsten Sekunde wirr auf den kleinen Hauptplatz Bogenwalds und dann wieder zu ihrem ächzenden Gefährten zurück.

“Ja.”, antwortete der Undviker und fühlte sich, als sei er ein paar Mal ums Dorf gerannt. Er war erschöpft und wusste nicht, wovon. Gerade eben hatte er noch mit seiner Kollegin beisammengesessen und Wache geschoben. Und jetzt?

“Was ist hier los…?”, murmelte der Inselbewohner, obwohl er längst eine vage Befürchtung hatte. Er kniff die Augen angestrengt nachsinnend zusammen, doch erinnerte sich an nichts.

“Scheiße, Mann. Anna? Was oder wer war ich?”, keuchte er. Anstatt etwas zu entgegnen, starrte die Novigraderin ihren Freund aber nur an. Und sie sah dabei nicht besonders glücklich aus. Es machte ihn unruhig.

“Anna?”, fragte er gleich mit viel mehr Nachdruck und versuchte die unweiten Menschen zu ignorieren, die zum Großteil absolut aufgelöst erschienen. Sie standen da vor dem hoch flackernden Feuer und schienen die Welt nicht mehr zu verstehen. Sie waren nämlich beseelt gewesen, richtig? So, wie auch Hjaldrist. Verdammt. Es hatte also gestimmt, was die Einheimischen und die Nornen gesagt hatten!

“Rist…”, machte Anna betroffen und man sah sie schwer schlucken. Sie holte Luft, um weiterzusprechen, doch brach ab. Zweimal tat sie das, ehe sie sich räusperte, um die Kehle wieder frei zu bekommen. Riesiger Argwohn haschte ob dem nach dem Westländer. Er war verwirrt und wollte Antworten.

“Rede mit mir.”, forderte er drängend auf und fasste nach dem Arm Annas. Er sah sie ernst an.

“Was ist passiert?”, wollte er abermals wissen.

“Nicht hier…”, wich die Alchemistin in der gestreiften Jacke dem aus und das war ganz und gar nicht gut. Warum konnte sie Hjaldrist denn nicht einfach sagen, welchen Ahnen er heute Abend verkörpert hatte? War er überhaupt einer seiner Vorfahren gewesen?

“Komm. Suchen wir uns einen ruhigen Platz.”, bat Anna und sah so verdammt betreten aus. Das war selten. Und es machte keinen Sinn. Oder?

“Also gut.”, nickte der angespannte Undviker und beobachtete, wie sich seine Freundin suchend umsah. Dann deutete sie auf eine Holzbank, die etwas weiter entfernt an einer Hauswand stand. Jene war abgelegen und die Abenteurer hätten dort ihren Frieden. Kein verstörter Zivilist würde sie unterbrechen, zumal das Bänkchen gut im Dunkel der Nacht lag; fern vom Lagerfeuerschein und den Lichtern der Fackeln im Dorf. Hjaldrist folgte seiner Kameradin dorthin, schaffte es bei der Bank angekommen aber nicht, sich hinzusetzen. Er war gerade zu aufgeregt, als dass er das geschafft hätte. Anna indes, ließ sich nieder und sah drein, wie ein getretener Köter. Es war, als wolle sie nicht reden. Doch es war wichtig, verdammt. Unwohl fröstelnd schlang sie ihren roten Umhang enger um sich.

“Wer war ich?”, wollte der Axtkämpfer auf ein Neues wissen “Sag schon. Mach es nicht so spannend!”

“Hjaldrist… ich weiß nicht, wie ich das jetzt sagen soll.”, druckste die eingemummte Nordländerin herum und ließ den Blick weit sinken. Ratlos sah sie vor sich hin und runzelte die Stirn. Hjaldrist seufzte entnervt.

“Du könntest mir einfach einen Namen sagen. Das würde reichen.”, meinte er “Bitte.”

“...Halbjørn.”, kam es dann auf einmal und der Skelliger erstarrte abrupt “Dein Vater ist tot.”

Und auf dies hin schlug ein ungeheuer bedrückendes Schweigen über den Köpfen der zwei Vagabunden herein. Hjaldrist sah Anna mit offenstehendem Mund und verdutzt geweiteten Augen an, während sie es kaum vermochte aufzublicken. Und sein Kopf brauchte lange, SEHR lange, um zu verarbeiten, was die Frau eben gesagt hatte. Sie hatte schließlich angegeben, Halbjørn sei verstorben. Halbjørn. Sein Vater. Hjaldrist holte flach Luft und sein Blick begann damit unsagbar unruhig zu wandern, als er in die Leere starrte. Und obwohl ihn der Jarl der Winterinsel einst mit grausiger Gewalt entführen hatte wollen und seine beste Freundin im selben Zug fast auf dem Gewissen gehabt hätte, verspürte Hjaldrist plötzliche Trauer. Sie war zentnerschwer und legte sich auf seine Schultern, wie ein Felsbrocken. Seine Augen wurden glasig, als sich irgendetwas in ihm noch ungeschickt gegen die Vorstellung wehrte, dass der große Held seiner Kindheit und sein einstiges Vorbild tot sei. Tot. Einfach so.

“Das… das kann nicht sein…”, flüsterte der Mann heiser “Mein Vater ist nicht-”

“Doch, Rist.”, sagte Anna und er spürte ihren Blick an sich heften. Als er die Aufmerksamkeit auf die Kriegerin mit der Fuchssträhne zurück fallen ließ, lächelte sie traurig und deutete mit der offenen Hand locker auf den freien Platz neben sich. Der aufgewühlte Skelliger folgte dieser stummen Aufforderung jedoch nicht sofort. Er stammelte etwas Unverständliches und sein Magen krampfte sich zusammen. Es war, als habe er kiloweise Schnee verschluckt. Seine Brust tat weh.

“Ich habe mit ihm gesprochen. Lange.”, berichtete die anwesende Alchemistin weiter “Und er hat mir erzählt, dass er vor vier Jahren starb. Kurz nach deinem Verschwinden.”

“Wa-was…?”, keuchte der Mann entsetzt und es war, als zöge man ihm den Boden unter den Füßen fort.

“Orlan tötete ihn.”, klärte Anna jetzt auf und tat sich sichtlich schwer damit. Der Gemütszustand ihres engen Freundes schien sie mitzunehmen und man hörte, wie auch ihr die Kehle kratzig wurde.

“Sein Bruder erdolchte ihn. Und dieser Mistkerl schob dir den Mord wohl in die Schuhe.”, endete die Trankmischerin ihre peinigende Ansprache. Mehr musste sie auch nicht sagen, damit Hjaldrist das Ausmaß der Katastrophe verstand. In seinem Kopf bildeten sich längst Bilder. Bilder, die ihm die Knie ganz weich machten. Er musste sich setzen und ließ sich dafür auf den Platz auf der Bank neben Anna fallen.

“Das ist nicht wahr…”, wisperte er, als spräche er mit sich selbst “Das darf alles nicht wahr sein…”

Er stützte die Ellbogen auf die Knie und vergrub das Gesicht zwischen seinen kalten Fingern. Ihm war übel. Anna’s Hand fand seinen Rücken im stillen Beistand und Hjaldrist glaubte sie verhalten schniefen zu hören.

“Es tut mir leid.”, sagte sie leise und der Undviker schüttelte nurmehr den Kopf. Immer wieder tat er das leicht. Und er weinte, als das in ihm zusammenbrach, was sich gegen die Behauptung des Todes Halbjørns gestellt hatte. Denn warum hätte Anna lügen sollen? Sie sprach die Wahrheit und jene war vernichtend. Hjaldrist gab der schmerzlichen Tatsache einfach nach.

“Vater… Vater kann so nicht nach Walhall.”, sagte er mit brechender Stimme “Mordopfer… Mordopfer-”

“Ich weiß…”, sprach Anna gedämpft und nahm die Hand zwischen seinen Schulterblättern nicht fort. Hjaldrist schluchzte und versuchte gar nicht erst zu verbergen, wie es ihm just ging: Miserabel. Anders, als seine emotional verbohrte Kumpanin schämte er sich seiner Emotionen nur selten. Also heulte er wie ein Schlosshund und fühlte sich dabei so, so ohnmächtig. Sein Vater war tot. Oh, Hjaldrist hatte jenem in den letzten Jahren so viel Schlimmes nachgesagt, obwohl Halbjørn nie eine Schuld getroffen hatte. Orlan hatte zuletzt hinter allem gesteckt. Hinter dem Skrugga-Angriff und Anna’s beinahem Tod. Und sicherlich hatte ER Hjaldrist damals aufspüren lassen, um auch ihn zu beseitigen. Ach, hätte Hjaldrist das nur gewusst. Sein geliebter Vater war ermordet worden. Er war tot und er würde ihn niemals wiedersehen.

“Wir… wir haben gestritten…”, schluchzte der Undviker leise gegen seine Hände, die er vorm Gesicht liegen hatte “Wir haben so… so sehr gestritten, Anna…”

Die Kämpferin schwieg und ihre Hand streichelte Hjaldrist’s Rücken sachte. Man hörte Stoff rascheln, als sie sich flüchtig über ein Auge wischte.

“Das Letzte… das Letzte, was ich ihm gesagt habe war, dass er ein verfickter Narr ist…”, entkam es dem Verzweifelten “Ich habe ihn einen Bastard geschimpft. U-und ich werde mich niemals dafür… dafür entschuldigen können…”

Es war ein stechender Gedanke und Hjaldrist wusste nicht, wie er mit jenem umgehen sollte. 

“Rist…”, sprach Anna beruhigend dazwischen. Ihre Stimme war beschlagen, denn sie litt merklich mit ihrem Gefährten.

“Er ist dir nicht böse. Du musst dich nicht entschuldigen. Alles ist gut…”, meinte die jüngere Frau und der am Boden zerstörte Krieger sah schwach auf. Sie lächelte ihm mitleidig zu.

“Halbjørn hat gesagt, dass er dich liebt.”, versicherte sie “Und es tut ihm leid, dass er dich beleidigt hat. Er hat das, was er dir vor vier Jahren gesagt hat, nicht ernst gemeint.”

“Wa-was…?”, schniefte der Dunkelhaarige und seine nassen Augen hingen verunsichert auf seiner besten Freundin “Was… was soll das heißen?”

“Halbjørn wollte-... nein, er WILL, dass du sein Nachfolger wirst.”, sagte Anna nun und Hjaldrist stutzte heftig “Er bat mich darum dir das zu sagen. Und er flehte mich regelrecht darum an, dass wir ihn rächen und er damit endlich nach Walhall gehen kann.”

Der anwesende Axtkämpfer starrte seine Wegbegleiterin zerfahren an. Und er war so durcheinander, dass er kein Wort mehr herausbekam. Er blinzelte verwirrt und fühlte sich elend. Und gleichzeitig glaubte er, ihm bliebe das Herz noch stehen. Er? ER sollte Jarl sein?

“Wir bringen all das in Ordnung, Rist.”, versicherte Anna, doch sah dabei noch immer so bedrückt aus “Wir… wir gehen nach Undvik und sorgen dafür, dass alle sehen, was Orlan getan hat. Und dann… dann-”

Die Jüngere stockte und fing damit an nach Worten zu suchen. Das hier war irrsinnig hart für sie, das hätte ein Blinder bemerkt.

“Du… kommst mit?”, fragte Hjaldrist dünn “Aber was ist mit deiner Kräuterprobe?”

“Das-... ach, ist doch egal.”, kam es lau zurück “Du willst deine Familie bestimmt beschützen. Und ich werde dir helfen. Das hat nun die höchste Priorität.”

Überwältigt sah der Undviker Anna an, als sie das versprach und dabei versuchte einigermaßen entschlossen zu klingen. Doch sie haderte sichtlich mit sich. Hjaldrist kannte diese Frau gut genug, um das zu bemerken. Noch nie hatte sie ihr heiliges Ziel so weit hinten angestellt, um sich für Großes einzusetzen. Auch wusste Hjaldrist, dass Anna sich davor fürchtete ihn an einen Thron zu verlieren. Und trotzdem wollte er in seine Heimat zurück. Ja, er MUSSTE. Seine Familie litt bestimmt unter seinem geltungsgierigen Onkel, der gerade die Fäden der Winterinsel zog, und sein Vater Halbjørn stand vor dem verschlossenen Tor zur Halle der Ahnen. Es gab keine andere Option für Hjaldrist, außer nach Undvik zu segeln. Und, oh, bei Hemdall… hätte er dies alleine tun müssen, hätte er das getan. Er hätte der Liebe seines Lebens vorerst den Rücken zugekehrt, um Zuhause alles ins Reine zu bringen. Und dies tat ihm so leid.

“Anna…”, fing er leise an und glaubte ein schlechtes Gewissen zu haben “Danke.”

Dann umarmte er sie auch schon eng. Und die beiden Abenteurer blieben noch lange auf der Bank in Bogenwald sitzen.

 

“Wir brauchen einen richtig guten Plan.”, seufzte Anna, als sie wenige Stunden später in ihrem Zimmer beisammensaßen. Niemand war mehr wach gewesen, als die Vagabunden die Kälte verlassen hatten, um sich in Lado’s Gästezimmer aufzuwärmen und die Köpfe zusammenzustecken. Und nun saßen sie zusammen am Boden des Raumes und streckten die Füße dem Ofen entgegen. An Schlaf war nicht zu denken.

“Man kann nicht einfach so in eine Burg marschieren und den Anführer einer Insel töten…”, meinte die Frau und sah von der Seite aus kritisch zu ihrem Kumpel hin. Er nickte schwach.

“Es gibt Leute auf Undvik, denen ich vertraue.”, erzählte er “Einer davon gehört zur Leibgarde meiner Familie. Henrik. Er ist der älteste Huskarl und war ein sehr, sehr guter Freund meines Vaters. Er ist ein großartiger Kerl und sicherlich würde er verstehen, wenn wir ihm die Wahrheit über Orlan erzählen.”

“Mhm.”, machte Anna “Aber das allein wird nicht reichen, sollte es überhaupt funktionieren, vermute ich.”

“Das ist wahr…”, grübelte der Skelliger, dessen Augen noch leicht gerötet waren “Wir sollten auf jeden Fall nicht für großes Aufsehen sorgen und versuchen die Sache still zu lösen.”

“Still? Was schwebt dir genau vor, Rist?”, wollte Anna wissen “Wir sind keine Attentäter…”

“Hm… vielleicht könnten Henrik und dessen Vertraute gezielt Unruhe anzetteln. Alle werden davon abgelenkt sein. Und derweil laufe ich in die Burg und töte Orlan.”, sagte der Mann, doch fühlte sich bei dem Gedanken sehr unsicher. Als ahne Anna das, sprach sie gleich aus, was auch ihrem Freund in den Sinn gekommen war:

“Du bist kein Mörder, Rist.”, sagte sie ernst “Und schon gar nicht jemand, der Familienmitglieder umbringt. Du bist viel zu gut dafür.”

Hjaldrist schwieg. Anna hatte Recht, doch er wollte es sich nicht eingestehen. Orlan hatte seinen geliebten Vater umgebracht, dieser Hurensohn. Er hatte den Tod also verdient. Halbjørn sollte gerächt werden. Blut für Blut. Also MUSSTE Hjaldrist dieses Schwein töten. Auch, wenn er daraufhin sicherlich als der gefeiert werden würde, der seinen eigenen Onkel erstochen hätte. Kein schöner Gedanke.

“Überlass es mir.”, sagte Anna plötzlich und sah ihren Gefährten entschlossen an “Ich bringe ihn für dich um. Ich bin vielleicht auch keine Mörderin, doch zumindest kenne ich Orlan nicht. Und naja… in gewisser Weise ist er doch ein Monster, nicht wahr? Davon habe ich längst dutzende besiegt.”

Hjaldrist starrte die Kurzhaarige sprachlos an, als sie das sagte.

“Mach, was du willst, Rist. Zettle einen Aufstand an. Aber überlass Orlan mir. Ich kenne dich doch und ich weiß, dass du es dir ewig vorhalten würdest jemanden deiner Familie getötet zu haben.”, sprach Anna ganz offen “Du bist so gutmütig. Und ich will, dass du das bleibst. Verstehst du? Besudele dir deine Hände nicht unnötig.”

Der Undviker verengte die Augen nachdenklich und wich dem Blick seiner Kollegin aus.

“Du… musst das nicht tun.”, sagte er.

“Ich weiß.”, antwortete die Alchemistin sofort “Aber ich will. Egal wie, ob mit einer Klinge oder Gift, ich werde kein schlechtes Gewissen haben einen Verräter und Wahnsinnigen niedergestreckt zu haben.”

Hjaldrist atmete flach durch und sah aus den Augenwinkeln zu seiner Freundin zurück. Er öffnete den Mund gerade, um etwas zu sagen, da hörte er ein Fauchen, das von draußen kam. Sofort horchte er auf und auch Anna erhob sich gleich vorsichtig.

“Mach das Licht aus.”, flüsterte sie sofort und Hjaldrist kam dem nach, indem er die Öllampe neben sich zum Erlöschen brachte. Auch er kam etwas schwerfällig auf die Beine und hielt den Atem an, als er ein entferntes, unmenschliches Keuchen vernahm. Seine Augen brauchen eine Weile, bis sie sich an die Düsternis gewöhnt hatten. Doch als es so weit war, folgte er Anna auf Zehenspitzen bis an das Zimmerfenster, um verstohlen nach draußen zu lugen. Da war ein Mann, der vor dem Haus über dem Platz ging. Im Mondschein erkannte man zwar keine großen Details, doch Hjaldrist glaubte, dass es einer der unlängst von den Schatten Entführten war. Es war der mit dem markanten, zu Zöpfen geflochtenen Bart und dem etwas zu großen Gambeson. Er trottete gerade vor Lado’s Haus vorbei, als schlafwandle er. Er röchelte laut, blieb stehen, zuckte unkoordiniert. Dann fiel er plötzlich bäuchlings um und ehe er die Erde erreichte, umfing ihn schwarzer Nebel. Ein grollendes Schnarren erfüllte Bogenwald, als er sich einen Wimpernschlag später aufbäumte und ihm krallenbewehrte Pranken aus den Menschenhänden schossen.

“Schei-!”, zischte Anna und zuckte zusammen. Sie hielt sich eine Hand vor den Mund, um still zu sein. Und Hjaldrist war genauso verdattert, wie sie. Perplex beugte er sich vor, um besser nach draußen spähen zu können. Er hielt sich dabei leicht geduckt.

“Er verwandelt sich…”, flüsterte er seiner Kollegin ungläubig zu “Er… er wird zu einem dieser Wesen…”

Asche rieselte dem Biest von den Schultern und es schüttelte sich, fasste sich an das verzerrte Menschengesicht und warf sich herum. Ein weiterer Schatten nahte und kroch an dem frisch mutierten vorbei. Auf allen vieren krabbelte er spinnengleich über den Boden und sah um sich, als suche er etwas oder jemanden.

Anna zog den Kopf ein, als die neue Bestie den Blick hob, um in ihre Richtung zu sehen, und sie ließ sich direkt am Boden nieder. Die Wand im Rücken sah sie zu Hjaldrist auf, der sich ebenso geistesgegenwärtig vom Fenster entfernt hatte. Und anstatt etwas zu unternehmen, horchten die beiden Freunde nur. Denn im Dorf war es still. NOCH. Offensichtlich schliefen alle Bürger und Gäste. Und hoffentlich hatten sie ihre Türen versperrt. Einige Leute, die die letzteres nicht konnten, nächtigten in Zelten und eben jene taten Hjaldrist gerade Leid. Denn sie wären die ersten, die den lauernden Schattenwesen zum Opfer werden würden, sollten die Monstren zuschlagen.

“Was machen wir?”, flüsterte Anna ihrem Freund zu und er lehnte sich neben dem Fenster an die Holzwand, um ganz, ganz vorsichtig nach unten zu spähen.

“Es gab heute keine Wachen…”, erinnerte er sich “Alle waren entweder zu betrunken oder absolut entkräftet. Daher kamen die Waldwesen ungestört hierher, nehme ich an. Und ganz ehrlich? Ich fühle mich auch nicht unbedingt so, als sollte ich es jetzt im Dunkeln mit den Schatten aufnehmen.”

“Ja…”, murmelte die Frau am Boden “Es wäre Blödsinn, wenn wir nun rauslaufen. Ich meine… wir tragen nur Hemden und Hosen. Und wir sind zu zweit. Ich will nicht wissen, wie viele Biester gerade hier umherwandeln. Also ja: Nein danke.”

“Wenn es nur die sind, die entführt wurden, dann vier.”, seufzte der Skelliger leise.

“Das sind dennoch zu viele.”, murrte die Kriegerin mit der versehrten Schulter vor sich hin.

“Wir können auch einfach abwarten, Anna. Es ist nach wie vor still draußen. Hätten die Schatten angreifen wollen, hätten sie dies doch schon längst getan.”

“Das ist wahr…”, die wispernde Jüngere runzelte die Stirn “Glaubst du, diese Viecher suchen etwas oder jemanden?”

“Ich weiß nicht…”, gab Hjaldrist zurück und auch er setzte sich nun auf den harten Grund. Er rutschte dabei näher an Anna heran, um ihre Unterhaltung im Flüsterton damit zu erleichtern. Von vor dem Haus drang ein leises, bedrohliches Zischen an die Ohren der Abenteurer heran. Es war, als fuhr der Wind scharf durch das Dorf.

“Ob diese Schatten noch öfter hier auftauchen werden?”, fragte der Mann sich und sah, wie seine kurzhaarige Kumpanin kurz nachdachte. Dann schüttelte sie aber den Kopf.

“Ich glaube nicht.”, meinte sie recht selbstsicher “Sie kamen zwei Tage vor Saovine. Und wahrscheinlich werden sie nurmehr bis spätestens übermorgen bleiben. Oder bist die Magie der Allnacht langsam verblasst…”

 

Anna hatte Recht gehabt. Tatsächlich kamen die Schatten eine sehr kurze Zeit nach Saovine nicht wieder. Doch es lag nicht fern, dass sie zur nächsten Allnacht wieder erscheinen würden. Es war ein ungutes Thema das Lado auch jetzt, drei Wochen nach dem besagten Feiertag, Kopfzerbrechen bereitete. Aber immerhin wüsste er für das kommende Jahr Bescheid und könnte sich bestens auf den neuerlichen Einfall der Schattenwesen vorbereiten. Das war besser, als nichts.

“Also ich habe jedenfalls nicht vor zum nächsten Saovine wieder hier zu sein…”, grinste Anna müde, als sie unweit herumlungerte. Sie saß am Tisch des Hexers Bogenwalds und drehte einen halbleeren Teebecher zwischen den Fingern. Auch Hjaldrist zeigte sich ähnlich demotiviert. Die beiden Freunde waren gestern vom Hafen Siofras zurückgekehrt und das nun schon zum dritten Mal erfolglos, wenn man an ihre weiteren Pläne abzureisen dachte. Mittlerweile kannten sie den Wald ringsum gut und fürchteten sich kaum jenen tagsüber zu betreten. Sie hatten sogar schon einige Monster darin beobachten können, die sie kannten: Keine zehn Minuten vom Dorf entfernt gab es einen Nekker-Bau und unzählige Arachniden tummelten sich zwischen den Bäumen. Etwas entlegener gab es zudem einen Sumpf, der mit Populationen an Ertrunkenen, Neblingen und Kikimoren nicht geizte. Hjaldrist glaubte dort gar einen Zeugl erspäht zu haben. Er hatte das ekelhafte Vieh, das an einen riesigen Blutegel erinnerte, gerochen, bevor er es überhaupt gesehen hatte. Nahe Nordgaard standen nebenher einige Totems aus Tierknochen und Holz, die von einem Waldschrat erzählen. Am Schwarzen Brett des Hafens hing ein vielversprechender Auftragszettel für eben jenen, denn er sei den Menschensiedlungen zu nah. Selbst in Bogenwald hatte jemand ein Monsterjägergesuch ausgehangen: Es ging dabei um einen vermeintlichen Waldteufel, wie sie in dieser Gegend nicht selten waren. Hjaldrist kribbelte es bei dem Gedanken an all die Arbeit in den Fingern, zumal er und Anna nicht so bald von hier weg kämen. Denn dreimal im Abstand von je einer Woche waren sie zum Hafen gewandert, um dort nach Schiffen zu sehen, die vorhatten nach Skellige zu segeln. Doch sie hatten kein Glück gehabt und selbst der Wirt der Taverne an den Docks hatte ihnen wenig Auskunft geben können. Also mussten die ungeduldigen Abenteurer warten. Es war schrecklich. Hjaldrist drängte es so sehr in seine Heimat. Er wollte nach Undvik und Orlan stellen. Er wollte den guten Plan, den sich Anna und er längst zurechtgelegt hatten, endlich ausführen. Und vor allem… wollte er seine Familie wiedersehen. Niemals in den letzten vier Jahren hätte Hjaldrist geglaubt, dass er je solch ein Heimweh bekommen könnte, dass es nahezu wehtat. Doch er hatte es. Der Krieger hatte seine Mutter und die Geschwister davor schon ab und an vermisst, aber nun war dieses Gefühl beinahe unerträglich. Und er vermisste auch Halbjørn. Dass er seinen lieben Vater nie wiedersehen würde, schmerzte und Hjaldrist hatte in der späten Nacht zu Saovine nicht das einzige Mal um ihn geweint. Sein Halt war im Moment Anna. Sie war… da. Und so chaotisch und flatterhaft diese bindungsängstliche Frau auch war, so war sie gerade die eiserne Konstante ihres besten Freundes; jemand, der alles viel lockerer sah, als er selbst, ihn auf andere Gedanken brachte und damit angefangen hatte Hjaldrist feixend ‘Jarl in spe’ oder ‘Jarldrist’ zu nennen. Wie viel von all diesem Gehabe wohl gespielt war? Oder hatte sich Anna etwa mit dem Gedanken angefreundet zur Winterinsel zu reisen? Schwer zu sagen. Und Hjaldrist versuchte nicht in den Kopf seiner Gefährtin zu blicken. Denn sie verabscheute so etwas. Und er selbst… er wollte es vielleicht auch gar nicht wissen, wie sie wirklich über die anstehende Mission dachte. Leise atmete der Undviker aus und stützte das Kinn auf die Hand, als er aus dem Augenwinkel zur großen Fensterfront zu seiner Rechten sah. Es regnete schon seit gestern Abend und würde sicherlich nicht so bald aufhören. Geräuschvoll trommelten die Regentropfen an die Glasscheiben.

“Lado, hast du den Auftrag am Schwarzen Brett gesehen?”, brach Anna die faule Stille, als der Vatt’ghern nahte, um eine eiserne Kanne frischen Tees auf den Tisch zu stellen. Es war zwar erst früher Nachmittag, doch er hatte vor wenigen Momenten schon die Öllampen im kleinen Haus entzündet. Das Wetter war mies und es war richtig düster. Warmes Licht tat der grauen Atmosphäre gut.

“Welchen Auftrag?”, fragte die Viper nach und ließ sich bei den Abenteurern nieder. In den letzten Tagen hatte dieser Mann viel mit Anna gemacht: Er hatte ihr Alchemiekniffe gezeigt und Hjaldrist hatte den Hexer gar mal mit der Frau trainieren sehen. Anna hatte sich in seinen Augen nicht so dumm angestellt und dennoch hatte Lado sie schmunzelnd ‘schlampig und ungeschickt’ geschimpft.

“Den Auftrag für den Waldteufel.”, erklärte die Kriegerin mit der Fuchssträhne, während der gutmütige Hexer ihnen allen heißen Hagebuttentee einschenkte.

“Ja, habe ich.”, meinte der Mann hintergründig “Und nein, du darfst ihn nicht jagen.”

Anna stöhnte genervt.

“Du bist nicht in der Gilde ‘Silber und Stahl’, also musst du Strafe zahlen, wenn du in und drei Meilen um Bogenwald Bestien erledigst. Und diese Strafe ist hoch.”, erinnerte die glatzköpfige Viper schon zum gefühlten zehnten Mal. Hjaldrist redete schon gar nicht mehr gegen diese Argumente, sondern schmunzelte nur noch in seinen Tonbecher. Er hatte es längst aufgegeben den beständigen Lado bequatschen zu wollen.

“Rist und ich haben zu Saovine aber auch gegen die Schatten gekämpft. Und wir haben im Nachhinein dabei geholfen etwas nachzuforschen, wenn es um sie geht.”, beschwerte sich die Novigraderin vorlaut “Wir haben die Leichen aller mutierten Entführten gefunden. Sogar den verschiedenen Bürgermeister und Teile von diesem… ähm, Mattis.”

“Das waren keine Aufträge und alles diente der Verteidigung des Dorfes.”, machte Lado ruhig und trank seinen Tee. Er war im Recht. Anna bekam demnach eine finstere Miene und Hjaldrist holte Luft, um die Situation aufzulockern.

“Anna, wenn dir langweilig ist, können wir auch Karten spielen oder uns betrinken…”, sagte er und die wenig begeisterte Kurzhaarige brummte nur irgendetwas Unverständliches.

“Du kannst dir die Mitgliedschaft in der Gilde erkaufen, so, wie alle anderen, die ihr zugehörig sind.”, sagte Lado nett “Aber ich kann hier niemanden ‘wildern’ lassen, während die Monsterjägergilden-Mitglieder ihre Abgaben brav zahlen. Das wäre nicht fair.”

“Vierzig Kupfermünzen als Eintrittsgeld sind zu viel.”, entgegnete Anna “Die habe ich nicht.”

“Dann hast du Pech gehabt.”, grinste das Katzenauge leichthin und Hjaldrist, so sehr es ihn auch ärgerte, dass er hier keine Monster erledigen durfte, musste leise lachen. Lado und Anna wirkten auf ihn wie ein gelassener, kompetenter Vater und dessen trotziges Kind. Und tatsächlich kümmerte sich die Viper mittlerweile auffallend nett um seine beiden Gäste. Die Nordländerin im Bunde hatte ihn kürzlich im Scherz ‘Papa Lado’ genannt. Es schien, als erfinde sie in ihrer Langeweile gerne Rufnamen.

“Lass gut sein, Anna.”, sprach Hjaldrist jetzt dazwischen und fasste nach seinem warmen Trinkgefäß, um einen Schluck daraus zu nehmen. Dann wurde sein Ausdruck etwas ernster, als er wieder von seinem Tee aufblickte.

“...Auf Undvik werden wir außerdem noch genug zu tun kriegen.”, schloss er seinen Einwand jetzt und die Vagabundin, die ihm gegenübersaß, horchte auf. Ihre stur beleidigte Miene schwand und sie taxierte ihren Freund gedankenvoll. Schnell wanderte ihr Blick auf ihren kleinen Teehumpen.

“Mh.”, brummte Lado indes nachdenklich und fuhr sich durch den hellbraunen Kinnbart. Der Mutant sah zwischen seinen viel jüngeren Gästen hin und her, ehe er langsam damit anfing entschlossen zu lächeln. Was hatte er vor?

“Ich werde euch helfen.”, sagte der Gute daraufhin plötzlich “Ja, ich komme mit nach Skellige.”

“Was?”, schnappte Hjaldrist sofort und glaubte nicht so recht, was er da gehört hatte. Ja, er freute sich darüber. Sehr sogar. Doch Lado fuhr hinsichtlich seiner Hilfsbereitschaft ganz neue Kaliber auf. Ja, er war unsagbar nett und längst zum Freund der beiden Abenteurer geworden, die gerade auf seine Gastfreundschaft angewiesen waren. Nur rechtfertigte so etwas, dass er mit auf eine Reise ging, die nicht nur beschwerlich, sondern auch lebensmüde war…?

“Ja? Du kommst mit?”, staunte auch Anna und blinzelte verdattert “Ha. Das ist klasse! Mit einem Hexer im Gepäck können wir so viel mehr schaffen!”

“Das denke ich mir auch.”, bestätigte Lado breit lächelnd.

“Aber wehe, du nimmst mir Orlan weg, Königsmörder…”, lachte die Kurzhaarige bedeutungsschwanger und beugte sich vor, um Lado anzuschubsen. Er hielt ihre Hand gekonnt auf, bevor es dazu kommen konnte, und griente abfällig.

“Ganz langsam! Nur, weil einer meiner Kollegen Foltest getötet hat, sind wir nicht alle so.”, schnaufte er heiter und Anna setzte sich wieder gerader hin.

“So, so…”, lächelte die Alchemistin schief und Lado verstand, dass sie hier bloß Witze riss. Denn er verlor seine gutmütigen, legeren Gebärden nicht. Er gab sich nach wie vor ungeheuer umgänglich, als er sich nun zurücklehnte und zwischen den beiden Jüngeren hin und her sah.

“Also. Wie sieht euer Plan denn nun eigentlich genau aus? Und wie kann ich helfen?”, wollte er wissen, nachdem er sich als Gefährte angeboten hatte. Anna und Hjaldrist tauschten kurze Blicke aus. Die Schwertkämpferin nickte ihrem Kumpel auffordernd zu. Also sprach jener an ihrer statt.

“Sobald wir auf Undvik sind, werde ich versuchen zu zwei gewissen Leuten Kontakt aufzubauen. Einmal zu einem der damaligen besten Freunden meines Vaters: Henrik. Er ist der Hauptmann der Hausgarde meiner Familie. Und damit meine ich die Huskarle, nicht die simple Stadtwache. Henrik ist ein ehrenvoller Kerl und hat mich und meine Geschwister aufwachsen sehen. Als Kind nannte ich ihn sogar ‘Onkel’. Er stand mir immer nah und wird uns sicherlich helfen, sobald er erkannt hat, was Sache ist.”, erklärte Hjaldrist zuversichtlich und die anderen beiden schwiegen “Ein anderer, dem ich vertraue, ist einer der Zuträger meiner Familie. Sten, ein Skrugga. Er betreibt die Bäckerei in Caer Gvalch’ca - also in der Stadt, wo ich herkomme - und ist ein bodenständiger, doch gefährlicher Mann. Wie alle Jarlsschatten ist er hinterhältig, wenn er mit dem Feind zu tun hat, doch auch ein herzensguter Mensch, wenn es um Freunde geht. Mein Vater rettete ihm einst das Leben und daher glaubte Sten auf ewig in dessen Schuld zu stehen. Das werde ich nutzen.”

“Wenn du meinst, dass du denen vertrauen kannst…”, nickte Lado und Hjaldrist zweifelte keine Sekunde daran, dass er auf Henrik und Sten bauen könnte.

“Wir werden einen Aufstand anzetteln. Ich werde Henrik darum bitten die Leibgarde abzuziehen. Diese Leute haben einen Eid geleistet, der besagt, dass sie die Jarlsfamilie mit ihren Leben schützen müssen. Dabei müssen sie dem Jarl bedingungslos gehorchen. Das ist momentan offiziell Orlan, nehme ich an. Oder mein Bruder unter dessen Fuchtel, wer weiß? Doch wir werden Henrik davon überzeugen, dass-... dass, naja, ich der rechtmäßige Jarl bin. Also wird er kein schlechtes Gewissen haben.”, redete Hjaldrist weiter und Lado kräuselte die Brauen “Während Henrik mich unterstützt, kann Sten Anna helfen. Denn sie wird von einem Seiteneingang der Festung in eben jene einsteigen müssen, während wir frontal Tamtam anzetteln und damit ablenken. Zwar hat Sten keinerlei Befehlsgewalt, aber er ist dennoch ein Jarlsschatten und kennt die Burg wie seine Hosentasche. Ohne ihn würde Anna sicherlich verloren gehen, wenn sie über Schleichwege an Orlan herangelangen möchte.”

“Oha…”, machte der anwesende Hexer “Das klingt nach einer verdammt verzwickten und großen Sache. Seid ihr beiden euch sicher, dass ihr euch damit nicht übernehmt?”

“Wir haben kaum eine andere Wahl, wenn wir Orlan beseitigen wollen.”, konterte Hjaldrist und seine beste Freundin gab einen zustimmenden Ton von sich. Er war ihr so, so dankbar dafür.

“Also schön… und was soll ich tun?”, hakte Lado noch einmal nach.

“Du solltest mit mir im Aufstand sein.”, fand der Skelliger “Jeder, der uns angreifen möchte, wird sich das wegen dir noch einmal überlegen. Erst recht, wenn du mit deinen Hexerzeichen um dich wirfst. Ich will nicht, dass irgendwelche Menschen unnötig umgebracht werden. Dahingehend könnte Igni als gute Einschüchterung dienen. Niemand traut sich zu nah an jemanden wie dich heran, wenn er weiß, dass du Feuer herbeirufen kannst.”

“Ha.”, lachte Lado begeistert “Leuten mit Igni Angst einjagen? Das klingt nach Spaß.”

Hjaldrist lächelte zufrieden.

“Dann ist es abgemacht.”, endete er. Und obwohl er ungeheuer nervös war, konnte er es kaum erwarten auf Undvik endlich für Ordnung zu sorgen.

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